Schrottauto so werden Elektroautos oft betitelt

In den sozialen Medien nimmt das Elektroauto Bashing immer mehr zu. Die Gründe dafür sind verschieden, zum Teil vielleicht noch nachvollziehbar. Aber oftmals ist es wirklich nur ein Gemotze, ohne jeglichen Hintergrund. Warum ist das so? Warum wird dermaßen vehement gegen die Elektromobilität geschimpft?

Des deutschen liebstes Kind –
das Auto

Das Auto. Statussymbol und Spielzeug. Manchmal einfach auch nur Fortbewegungsmittel. Das Thema Auto ist auf jeden Fall sehr emotional besetzt. Jahrzehntelang war alles gut. Immer größer, immer mehr PS bzw. kW und immer mehr SUV. SUV, ist das was der Kunde will, laut unseren Automobilherstellern.
Und jetzt kommen da also diese Elektroautos und machen die althergebrachten Verbrenner madig.
So geht das aber nicht. Oft gewinnt man den Eindruck als ob man jemanden dadurch sein Spielzeug kaputt machen würde. Keiner will jedoch irgendjemanden sein Auto wegnehmen. Soll und kann jeder fahren, was er will und was er für richtig hält. Aber Nachdenken darf man trotzdem.

Elektroautos sind Schrott

Oft werden einfach nur aufgeschnappte Argumente wiederholt. Lithium, Kobalt, Akku und CO2, viel zu teuer und dann noch die Reichweite. Dann kommen bei manchen noch die Einschränkungen wenn erst mal dies und jenes erfüllt sei, ja dann kann man über einen Wechsel zum E-Auto nachdenken. Und außerdem ist doch der Wasserstoff die Zukunft. Nichts als Ausflüchte. Man will das “Neue” gar nicht, man kennt es nicht, man will sich nicht damit befassen. Vielleicht hat man sogar ein bisschen Angst davor, den Schritt zur Elektromobilität zu gehen. Gerade auch deshalb schreibe ich aber in diesem Blog. Informiert euch. Denkt nach. Und trefft eine Entscheidung die ihr für richtig haltet. Aber lasst euch nicht durch Stimmungsmache der Verbrenner Lobby beeinflussen.

Es gibt viele Kräfte die daran interessiert sind die Verbrenner noch möglichst lange auf den Markt zu werfen. Und diese Kräfte haben zum Teil einen großen finanziellen Background und kämpfen mit Fehlinformationen. Zuletzt mit einer Studie von Lungenfachärzten, deren Engagement zumindest fragwürdig erscheint.
Und manchmal gewinnt man den Eindruck, dass auf Facebook bezahlte Kritiker unterwegs sind.

Ihr wollt den Diesel kaputt machen

Und daran ist das Elektroauto schuld. Endlich hat man einen Sündenbock gefunden. Die Politik will auf Biegen und Brechen versuchen das Elektroauto auf den Markt zu drücken. Deshalb gibt es jetzt Dieselfahrverbote.

Nein! Die gibt es weil die Verbrennerhersteller geschummelt haben. Und weiter schummeln. Ob Fahrverbote allerdings der richtige Weg sind, ist doch sehr zweifelhaft.
Elektroautos setzen sich nicht wegen dieser Politik durch.
Es überlegen sich momentan immer mehr Leute, wie auch ich, den Umstieg zum E-Auto. Viele informieren sich, fahren Probe und wägen ab. Treffen eine Entscheidung, meist unabhängig von Fahrverboten.


Der Anfang meiner Überlegung war mein Seat Exeo. Mit betroffenem Schummel-Dieselmotor. Als ich den dann verkaufen wollte, war der Preis ins Bodenlose gesunken. Selbst die Händler aus dem VAG Verbund wollten das Auto nur mit großen Abschlag in Zahlung nehmen. Andere Händler wollten ihn gar nicht.
Der Gipfel war dann die Aussage eines VAG Händlers, der mir sagte, er kann mir nur einen Betrag X geben. Deutlich unter Marktwert. Und kaufen wird er ihn nur, weil er beim Weiterverkauf vom VAG-Konzern eine Förderung bekommt. Der Händler schon, ich bekam vom Konzern nix.

Ob die ganze Dieselproblematik aktuell wirklich so hoch gekocht werden muss, wage ich zu bezweifeln. Fahrverbote überall. Ja, man gewinnt den Eindruck man will den Diesel kaputt machen. Warum?
Weil man Diesel und Benziner der Neuen super sauberen Generation verkaufen will. Nochmal ein Aufbäumen um neue Verbrenner unters Volk zu bringen. Hinhaltetaktik, so sehe ich das.

Die Glaskugel

Wo die Reise hingehen wird weiß ich nicht und weiß wohl keiner. Ich geb hier jetzt einfach meine Meinung wieder. In einigen Jahren wird man sehen wieviel davon eingetroffen ist.

Der Wandel zum Elektroauto ist unumkehrbar. Und die Geschwindigkeit des Umstiegs wird sich stark erhöhen. Spätestens wenn die deutschen Hersteller dann in zwei oder drei Jahren Elektroautos in Stückzahlen auf den Markt werfen. Dann wird man auch anfangen, diese massiv und aggressiv unters Volk zu bringen.

Der Diesel wird weiter an Bedeutung verlieren. Man wird versuchen möglichst viele Benziner zu verkaufen. In fünf oder sechs oder X Jahren wird man dann feststellen das wir mit unserer versprochenen CO2 Senkung nicht hinkommen. Ja, weil der böse Benziner soviel CO2 ausstösst. Dann wird man vielleicht in zehn Jahren anfangen die Benziner zu verteufeln. Und falls es bis dahin schon genügend deutsche Elektroautos gibt, ja spätestens dann wird man diese dann empfehlen.

Auch ich sehe die Gefahr, dass die Elektroautos dann in irgendeiner Weise am Bundeshaushalt beteiligt werden. Über eine irgendwie geartete Steuerbelastung, der Gesetzgeber ist da kreativ. So wie es aktuell ist, mit kostenlosem Strom und Steuerfreiheit, so wird es nicht auf Dauer bleiben könne. Aber ich nehme diese Zeit gern mit, wer nicht?
Zumal die meisten kostenlosen Ladesäulen von Gewerbebetrieben betrieben werden und nicht vom Steuerzahler finanziert werden.

Was will die Politik

Ich fürchte, nach dem ganzen “Rumgeiere” in letzter Zeit, dass weiß die Politik selber nicht. Erst heute, 31.01.19, wieder ein Statement unseres Verkehrsministers. Er erwarte von den deutschen Automobilherstellern ein Schnelleres Vorgehen bei der Elektroauto-Entwicklung. Es müsse bezahlbare Elektroautos geben, Elektromobilität muss erlebbar sein. Klingt erstmal positiv.
Gleichzeitig werden aber CO2 Grenzwerte angezweifelt. Stickoxide sind auf einmal gar kein Problem mehr. Einem Tempolimit wird eine Absage erteilt.
Man scheut sich davor eine klare Linie vorzugeben. Diesel-Nachrüstung Ja, auf Kosten der Autohersteller; Nein. Alles wartet erst mal ab. Und so macht es dann eben auch ein Großteil der Autofahrer.

Mit der Verknüpfung dieser Themen erweist man der Elektromobilität eher einen Bärendienst. Man sollte das Augenmerk mehr auf die Vorteile legen, die ein Elektroauto bietet. Man kann nur Überzeugen. Und mit Dieselfahrverboten überzeugt man garantiert keinen.

Ioniq im Schnee

Nach nun einem Monat mit meinem Hyundai Ioniq, nun die erste Langstrecke zum Skiurlaub. Die Bedingungen waren relativ schlecht. Minus 3 Grad, windig, teilweise Schneegestöber, mit Schneebedeckten Fahrbahnen. Die Reichweite im Winter liegt bei mir inzwischen im Schnitt bei etwa 180 Kilometer. Die Strecke die zu bewältigen war, belief sich auf 260 Kilometer. Also musste ich auf jeden Fall zwischenladen.

Ladepausen

Das Schreckgespenst aller Verbrennerfahrer – die Ladepause.
Ich habe meine Strecke mit der App abetterrouteplanner.com geplant. Eine gute Navigationslösung für Elektroautofahrer, bei der auch die jeweiligen Höhenunterschiede mit berücksichtigt werden. Dort werden einem dann Ladesäulen empfohlen, mit jeweiliger Ladedauer und nötigem Akkustand. Die Prognose ist sehr genau, man konnte sich gut darauf verlassen.

Die erste Ladepause war bereits nach 100 km weil ich nicht mit voll gefüllter Batterie gestartet bin, bzw. noch Besorgungen zu erledigen hatte. Ein kostenloser Schnelllader am Edeka Supermarkt. Rein in den Parkplatz und ein Zwillingsbruder, Ioniq in blau, stand am Lader. Laut Ladesäule aber schon bei 70 Prozent. Ok, war natürlich in der Planung nicht inbegriffen. Aber nach zehn Minuten Wartezeit war die Säule frei und ich habe geladen bis 84 Prozent. Nebenbei beim Edeka eingekauft.

Nach zwanzig Minuten gings weiter bis Salzburg. Dort sollte ich laut Planer nochmal laden, da es anschließend bis zum Zielort noch einiges an Höhenmetern bergauf waren. Aber auch diese Ladesäule war belegt, durch einen BMW I3. Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Da kann man dann nur neidvoll auf die Tesla Supercharger blicken. Dort gibt es meines Wissens immer mindestens sechs Ladepunkte. Da ist die Gefahr, das alle über einen längeren Zeitraum belegt sind eher gering.


In Salzburg gibt es aber glücklicherweise zahlreiche Alternativen an Schnellladern, der nächste war 4 km entfernt. Den dann angefahren, war frei und wiederum kostenlos, angesteckt und kurz durch die nebenan befindlichen “Panzerhallen”, eine Art Kultur- und Einkaufszentrum gebummelt. Dort habe ich dann mehr geladen als empfohlen, da der Bummel etwas länger als geplant wurde. Und mit etwa 10 Minuten Verzögerung, im Vergleich zur geplanten Ankunftszeit, hatten wir unser Ziel erreicht. Vor Ort gab es 3 Schnellader, u.a. bei einem erst vor einigen Wochen eröffneten Lidl Markt – wieder kostenlos. Diesen Lader habe ich dann auch vor der Rückfahrt genutzt, um mit 94 Prozent Ladung auf Reise zu gehen.

Generell kann man feststellen das die Infrastruktur mit Schnellladern in Österreich besser ausgebaut ist als bei uns. An der Strecke entlang der B20 gibt es auf eine lange Strecke nur einen einzigen Schnellader. Aber das wird sich in Kürze entschärfen, da in Pilsting, am Kreuzungspunkt der B20 mit der A92 ein Ladepark entsteht.

Winterbetrieb

Sehr zu schätzen gelernt habe ich inzwischen das Vorheizen am Morgen. Ohne Abgase läuft die Heizung und ein Eiskratzen ist somit völlig überflüssig. Bei Minus zehn Grad am Morgen dauerte es ganze drei Minuten bis das Eis an der Frontscheibe begann wegzutauen. Und somit ist dann auch das ärgerliche wieder vereisen nach kurzer Fahrt Geschichte.

Die kostenlose Ladesäule beim Lidl-Markt in Radstadt, Salzburger Land

Rückreise

Die Rückfahrt habe ich ebenfalls wieder mit “abetterrouteplaner” geplant. Erstaunlich wie genau das funktioniert. Die prognostizierte Akkuladung war bis auf 2 Prozent genau. Durch die nun längere Bergab Strecke bei der Rückreise, musste ich nur einmal zum Laden stoppen. Dort auch nur noch eine Ladung bis 70 Prozent um die Heimat wieder zu erreichen. Aber auch dort haben wir wieder etwas mehr geladen, da das Beine vertreten länger gedauert hat als geplant.
Ankunft dann zuhause mit einer Restreichweite von 60 Kilometer. Reicht um am nächsten Tag wieder in die Arbeit zu kommen.

Fazit

Die ganze Fahrt, inklusive der Fahrten am Urlaubsort, verlief absolut problemlos. Die notwendigen Ladepausen waren für uns in keinster Weise nervig. Sicher muss man dazu aber die richtige Einstellung haben, oder finden. Für denjenigen der möglichst schnell sein Ziel erreichen will, ist jede Pause nervig. In meinem Fall macht das elektrisch fahren viel zu viel Spaß, als dass ich die Pausen als negativ empfinden würden.

Nicht zu vergessen sind auch die anfallenden Kosten. Strom habe ich, für die gesamt etwa 650 Kilometer, für 1,50 Euro geladen. Sicher soll das hier nicht als Maßstab gelten. Aber zur jetzigen Zeit wird die Elektromobilität eben gefördert und diese Förderung nehme ich dankend an. Und meist kauft man dann doch wenigstens einen Kaffee am Ladeort. So könnte man diese Kosten wieder gegenrechnen.

Meiner Meinung nach ist es nicht ein einzelner Faktor der das elektrische Fahren so positiv gestaltet. Es ist die Summe vieler Faktoren. Fahrkomfort und Kosten spielen aber schon auch eine große Rolle.

Vorurteile gegen Elektromobilität - Die Reichweite, Bild Strasse im Nebel

Es sind immer wieder die gleichen Vorurteile gegen die Elektromobilität, mit denen man im Gespräch konfrontiert wird. Ein häufig gehörtes Argument davon ist: Die Reichweite der Elektroautos ist viel zu gering. Auf den ersten Blick vielleicht, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Wie weit muss mein Auto fahren können

Das sollte die erste Frage sein, die man sich realistisch beantworten muss. Es sollte dabei keine Rolle spielen, dass man ein- oder zweimal im Jahr in Urlaub fährt. Auch die obligatorischen Verwandtenbesuche, so sie denn nicht alle Wochen stattfinden, sind nicht ausschlaggebend.


Einfach die Alltagsstrecken, die man so zurücklegt. Pendeln in die Arbeit, Einkaufen, Taxidienste usw. Wieviel kommt am Tag zusammen. Wo parkt mein Auto, wie lange steht es da und gibt es in der Nähe vielleicht sogar eine Ladesäule. Wann immer möglich, wenn das Auto steht – Laden.
Es macht ja sonst nichts als rumzustehen. Vielleicht muss man dann aber auch einen kleinen Fußweg von der Ladesäule bis zum endgültigen Ziel in Kauf nehmen. Alles im Umkreis von 10 Minuten wäre für mich jetzt kein Problem.

Ich habe mir vor dem Kauf meines E-Autos die gleichen Fragen gestellt. Ja, auch ich war nicht frei von Reichweitenangst. Man hat eben über Jahre gelernt, 600 oder 700 oder noch mehr Kilometer zu fahren, um dann mal wieder voll zu tanken.
Beim Elektroauto ist die Taktik ein bisschen anders, es bedarf Umstellung, aber die tut nicht weh.
Falls die täglichen Fahrten die angegebene Reichweite nicht überschreiten ist alles gut, vorausgesetzt man kann daheim laden. Dann befindet sich die Tankstelle in der eigenen Garage.
Für Laternenparker kann sich die Sache schon etwas schwieriger gestalten. Eine Ladesäule im Umkreis der Wohnung wäre von Vorteil. Dann kann ich, wenn es sein muss, jeden Tag morgens in ein frisch geladenes, vorgeheiztes Auto steigen.

Was, wenn ich nicht zuhause laden kann

Es erschwert die Bedingungen für ein Elektroauto zweifellos. Die Empfehlung lautet ganz klar: Es kommt drauf an.
Wenn die Möglichkeit besteht beim Arbeitgeber zu laden, dann siehe oben.
Für den Fall, dass weder eine Möglichkeit in der eigenen Garage, noch am Arbeitsplatz, noch am abendlichen Stellplatz besteht, bedarf es wirklich einer Einzelfallentscheidung. Gerade bei eher beschränkten Reichweiten, die ein tägliches Laden erforderlich machen. In dem Fall sollte man sich dann überlegen ein Modell mit einer höheren Reichweite zu wählen, die ein tägliches Laden nicht erforderlich macht. Ich bin persönlich aber kein großer Freund von zu großen Akkus, alleine wegen der Umweltbilanz, die dann negativer ausfällt.
Aber wie so oft im Leben, entscheiden darf das jeder für sich selbst.
Schnelllader entlang der täglichen Strecke vereinfachen das Laden ebenfalls. Für den Hyundai Ioniq, Reichweite Winter 180, Sommer 240 Kilometer dauert eine Ladung von 10% bis 80% ca. 20 bis 25 Minuten. Es lohnt sich dabei etwas mit den Zeitpunkten des Aufladens zu experimentieren, um möglichst effektiv zu laden. Falls jemand für den Vorteil der Elektromobilität nicht bereit ist ein klein wenig Zeit zu investieren, dann ist der Umstieg auf ein Elektroauto vielleicht noch zu früh.
Mich persönlich schränkt der Umstieg auf das E-Auto diesbezüglich nicht ein. Wenn ich will kann ich in der Garage über Nacht immer auf 100 % laden. Mache ich jedoch nicht, weil ich eigentlich immer relativ genau weiß, wieviel Kilometer ich für den nächsten Tag brauche, plus Reserve.
Ein Schnelllader in Nähe zu meinem Arbeitsplatz macht mich da aber auch flexibel. Vor allem lade ich dort derzeit günstiger als zuhause. Wird sich irgendwann ändern. Aber momentan nutze ich die Möglichkeit gerne.

Elektroauto erfordert mehr Planung

…und ein Umdenken. Ich habe mir relativ schnell ein anderes Verhalten antrainiert. Abends einen Blick auf die Reichweite, was habe ich morgen vor. Anstecken oder nicht? In 80 Prozent der Fälle, anstecken überflüssig.
Das heißt nicht überflüssig, ich leiste mir den Komfort des Vorheizens am Morgen.
In relativ kurzer Zeit kennt man die Ladesäulen in der Umgebung in der man sich im Alltag aufhält. Falls es keinen Umweg erfordert, wird der Parkplatz beim Einkaufen, oder sonstigem, an einer der zahlreichen 22kW Säulen gewählt und während des Parkens geladen. Besetzt sind die Ladesäulen meist nicht, wobei zur Primetime an kostenlosen Säulen auch möglich. Es steigen schließlich zunehmend mehr Menschen auf E-Auto um. Im Gegenzug vergeht kaum ein Monat in dem man nicht durch eine neue Ladesäule im Umfeld überrascht wird. Es wird kräftig gebaut. Die Infrastruktur wächst.

Fazit: Im Alltag spielt die, gegenüber einem Verbrenner, begrenzte Reichweite kaum eine Rolle. Probleme mit leerer Batterie ohne Lademöglichkeit hatte ich noch nie. Sollte ich mir unsicher sein, bleib ich fünf Minuten an einer Schnellladesäule stehen und habe wieder genügend Puffer um die Bedenken einzudämmen.
Reichweitenangst beim Umstieg vom Verbrenner ist verständlich, verfliegt jedoch mit zunehmender Dauer von selbst.

Ein Elektroauto passt nicht für Alle, aber für sehr viele!

Update 22.01.2019 Aber die Heizung im Stau

Aktuell geistert immer wieder das selbe Bild durch die sozialen Medien. Winter, langer Stau auf der Autobahn und die Befürchtung das man im Elektroauto dann erfriert…

Die Heizung braucht Strom, das stimmt. Aber dank Wärmepumpe ist die Menge überschaubar. Konkret bedeutet das einen durchschnittlichen Wert von 1 kW/h. Sprich wenn mein Auto voll geladen ist heizt es 28 Stunden. Bei halber Ladung also immer noch ausreichend. Ich fahre jetzt seit übe 30 Jahren Auto und bin noch in keinem Stau länger als 2 Stunden gestanden. Alles andere sind absolute Ausnahmefälle und bringen dann auch die Verbrennerfahrer in Nöte. Zudem stinken alle Verbrenner im Stau vor sich hin. Das Elektroauto heizt ohne lokale Emission. Und das ausreichend lange.

Die Kosten, Euroscheine und Münzen

Es sind immer wieder die gleichen Vorurteile gegen die Elektromobilität, mit denen man im Gespräch konfrontiert wird. Eines davon ist: Der Preis für eine Elektroauto ist viel zu hoch. Auf den ersten Blick vielleicht, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Die Kosten – Hyundai Ioniq

Nehmen wir der Einfachheit halber einmal zwei relativ vergleichbare Fahrzeuge. In meinem Fall, ich fahre den Hyundai Ioniq Electric, wäre das der Hyundai Ioniq Hybrid. Als reinen Verbrenner gibt es dieses Fahrzeug nicht, also muss der Hybrid herhalten. Beide in Ausstattung Style

FahrzeugmodellListenpreisEndpreis
Hyundai Ioniq electric35.50031.500
Hyundai Ioniq Hybrid28.15028.150

Bei den Anschaffungskosten wurde die Förderung der Bafa für Elektroautos berücksichtigt. Ein etwaiger Händlerrabatt käme da noch oben drauf.

Somit ist das reine Elektroauto um 3.350 Euro teurer als ein Hybrid. Soviel erst mal zu den Anschaffungskosten, die in der Tat deutlich höher liegen. Ab dem Zeitpunkt der Anschaffung jedoch schwingt das Pendel zum Elektroauto.

Als Beispielrechnung nehme ich meine persönliche Fahrleistung von etwa 30.000 km/Jahr. Dies muss man gegebenenfalls anpassen.

Die laufenden Kosten

Als Fixkosten wäre da einmal die KFZ-Steuer zu nennen.
Für das Elektroauto sind das die ersten 10 Jahre null Euro. Beim Verbrenner sind pro Jahr 32 Euro fällig, das ist natürlich bei diesem Hybrid noch relativ human.

Als Kundendienstintervall sind für beide Fahrzeuge 15.000 km festgelegt. Die Kosten für den Kundendienst kann ich leider nur schätzen. Dürften im Schnitt für den Electric 120 Euro betragen, für den Hybrid rechne ich mit 250 Euro im Durchschnitt. Wenn jemand genaue Zahlen hat, bitte anpassen.

Der größte Posten sind die Treibstoff- bzw. Stromkosten.
Den Electric rechne ich im Schnitt Sommer/Winter mit 13,8 kW/h auf 100 km. Den Hybrid mit 4,8 Liter, Quelle dafür sind die Angaben in Spritmonitor.de.
Als Kosten für den Strom nehme ich den ungünstigen Fall vom Haushaltsstromtarif, hier 28 Cent/kW Ökostrom. Die Masse der Ladungen findet aber wohl eher nicht zu Hause statt, da es dort zur Zeit zu teuer ist. Für den Benzin habe ich einen Wert von 1,47 €. Das ist der grob gemittelte Wert in 2018 laut Statista.

Stromkosten für 30.000 km pro Jahr 1.159,20 €
Benzinkosten für die gleiche Strecke 2.116,80 €

Gesamtkosten pro Jahr, eingerechnet Kundendienst, Steuer und Treibstoff.

Electric 1.400 € gerundet
Hybrid 2.650 € ebenfalls gerundet.

Ein Unterschied von 1.250 € pro Jahr. Sprich, nach weniger als 3 Jahren fährt der Elektro Ioniq günstiger als der Hybrid. Das Elektroauto hat den höheren Kaufpreis kompensiert.
Wie gesagt wurden dabei keine kostengünstigen Ladungen berücksichtigt. Zum Vergleich liege ich momentan bei Ladekosten von etwa 13 Cent/Kilometer. Es gibt auch, noch, sogenannte Flatrates, die Stromladen zum Fixpreis pro Monat erlauben.
Aber hier wie gesagt der momentan ungünstigste Fall angenommen.

Die Kosten beim Volkswagen Golf

Diesmal der Vergleich mit einem reinen Verbrenner, relativ schwierig, da es nicht so wirklich viele Fahrzeuge gibt, die sowohl als Verbrenner als auch als Elektroauto angeboten werden. Aber der Golf hat beide Varianten.

FahrzeugListenpreisAusstattungEndpreis
e Golf36.80032.800
Golf 1.5 TSI24.975Highline31.800

Wiederum wurde die Elektroauto Förderung beim Preis des e Golf berücksichtigt. Mit einigermassen vergleichbarer Ausstattung beträgt der Preisunterschied dann gerade einmal noch 1.000 €. Das Ergebnis ist also schon vorgezeichnet.

Fahrleistung wieder angenommen 30 TKM pro Jahr.
Für den Golf 1,5 TSI fällt noch Kraftfahrzeugsteuer in Höhe von 72 €. Der e Golf wiederum 10 Jahre steuerbefreit.

Spritmonitor wirft für den Golf 1.5 TSI einen Durchschnittsverbrauch von 6,53 Litern Benzin aus. Der e Golf verbraucht demnach 15 kW/h.

Mit welchen Kosten ich für die jeweilige Antriebsart rechne, kann man beim obigen Vergleich sehen.

Stromkosten für 30.000 km pro Jahr 1.260 €
Benzinkosten für 30.000 km pro Jahr 2.880 €, plus Steuer sind das 2.952 €

Bei dieser Fahrleistung fahre ich bereits nach einem Jahr mit dem e Golf günstiger als mit dem Verbrenner. Für den Diesel sollte es zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.

Den Vorteil bei den Wartungen habe ich in diesem Fall gar nicht mehr berücksichtigt. Genaue Zahlen von Volkswagen kenne ich da nicht. Aber das Verhältnis der Kosten wird ähnlich sein wie oben bei Hyundai.

Fazit: Die Anschaffungskosten sind bei Elektroautos höher, aber wenn man weiter rechnet, fährt man auf Dauer auf jeden Fall günstiger, selbst wenn sich der Strompreis irgendwann auch mal erhöhen wird.

News Vorurteile Sammelsurium

Ein wahres Sammelsurium an Vorurteilen gegen die Elektromobilität hat vor einigen Tagen der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen Metall, der Metallindustriellen-Verband Niedersachsen eV., Volker Schmidt, in einem Zeitungsinterview abgefeuert. Ich will hier nur relativ kurz auf seine Argumente eingehen. Das Meiste wird, aufgeteilt auf die verschiedenen Themen, hier im Blog in gesonderten Artikeln dargestellt.
Dieses Interview strotzt allerdings so vor Falschaussagen das man es nicht unkommentiert stehen lassen kann und sollte. Zum nachlesen und wundern.

Verbraucher nehmen E-Fahrzeuge nicht an

Die EU versuche, die E-Mobilität mit der Brechstange einzuführen und zwar unabhängig davon, ob die E-Fahrzeuge vom Verbraucher überhaupt angenommen werden.

Lieferzeiten der aktuell gängigsten E-Fahrzeuge
Hyundai Kona 18 Monate
Kia d-Niro ca. 12 Monate
Hyundai Ioniq ca. 10 Monate, aktuell nicht bestellbar
Renault Zoe 4 Monate
Tesla Model 3 2 Jahre
Tesla Model S 3 Monate
VW e Golf 7 Monate
Audi eTron, Mercedes EQC, Porsche Taycan nicht bestellbar.

Ich denke, die Lieferzeit kommt nicht daher weil das alles Vorführwagen sein sollen, die mit Tageszulassung auf den Markt geschmissen werden, um Stückzahlen zu erreichen.

E-Mobilität ist die derzeit klimaschädlichste Antriebsart

Es wird immer wieder auf den CO2 Rucksack abgezielt, den das Elektroauto aufgrund seiner Batterie mit sich herumschleppt. Die CO2 Belastung sei so hoch, dass ein Diesel schon 200.000 Kilometer fahren muss, um soviel CO2 auszustossen wie die Herstellung des Akkus verursacht.

Herr Schmidt wörtlich: “Es ist ein gigantischer EU-amtlicher Selbstbetrug in Sachen CO2, denn E-Mobilität ist die derzeit klimaschädlichste Antriebsart. Doch wie sagt man so schön: Wenn alle dran glauben, ist das die schönste Form von Selbstbetrug.” 

Wer begeht denn hier Selbstbetrug, Herr Schmidt? Ich glaube nicht, dass Sie die Fakten nicht kennen. Warum hier so gepoltert wird, dazu weiter unten mehr

Stichwort klimaschädlichste Antriebsart siehe in diesem Artikel.

Das E-Auto tankt überwiegend Kohle

So so. Gewagte These, Herr Schmidt. Haben Sie denn dazu auch Zahlen oder haut man einfach mal Einen raus weil man grad in Stimmung ist.

Herr Schmidt wörtlich: “Beim heutigen Strommix mit rund 55 Prozent aus fossilen Energieträgern tankt das E-Auto überwiegend Kohle.”

Deutscher Strommix 2018:
Braunkohle 24,3 Prozent,
Steinkohle 15,2 Prozent. Wenn ich richtig rechne sind das dann zusammen 39,5 Prozent.
Quelle: Fraunhofer ISE
Aber vielleicht wissen Sie ja da mehr als alle anderen, Herr Schmidt.

Der Strom reicht nicht

Auch immer wieder gern genommen am Stammtisch. Das Stromnetz bricht zusammen wenn alle Elektroauto fahren. Angesichts der oben genannten Lieferzeiten rechne ich nicht damit das Ende Januar 2019 43 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Aber vielleicht lehne ich mich da ein bisschen weit aus dem Fenster.

Herr Schmidt sagt: “Wenn wirklich im prognostizierten Umfang E-Autos gekauft werden, steigt der Stromverbrauch bei uns exorbitant an. Diese Rechnung macht interessanterweise derzeit niemand auf.”

Doch Herr Schmidt, diese Rechnung wurde bereits durchgeführt, haben Sie vielleicht einfach übersehen in Ihrem begrenzten Umfeld.

Einige Informationen dazu, vom November 18, in meinem Artikel hier.

Zugegeben, der Artikel ist schon aus dem letzten Jahr, also wie Herr Schmidt schon sagt, derzeit mache ich die Rechnung nicht auf, sondern ein wenig früher als er.

Aber Verbrenner und Diesel, was ist damit

Papperlapapp. Einfach weiter so, da ist doch noch keiner dran gestorben, jetzt habt euch mal nicht so ihr Weicheier. So deute ich die Aussagen, aber lesen sie selbst.

Herr Schmidt spricht: der CO2 Ausstoss der Autoflotte ist ein Problem “…weil viele Kunden wegen des Dieselbashings auf Benziner umsteigen und so die CO2 Bilanz verschlechtern.”
Aber die Stickoxide….“Eine Scheindebatte. Es gibt bis heute kein einziges Beispiel dafür, dass durch Stickstoffdioxid im Straßenverkehr ein Mensch zu Tode gekommen ist.” Die Grenzwerte…“nur politisch gesetzte Grenzwerte. Sie sind toxikologisch nicht zu begründen.”

Ein Fachwissen hat der Mann, dass muss man ihm lassen.

Ich empfehle dazu einen Bericht aus dem Manager Magazin.
Da werden Daten vom Umweltbundesamt zitiert. Herr Schmidt beruft sich auf Daten vom Bundesumweltamt, vermutlich eine andere Stelle….

Warum macht der das

Der Artikel muss relativ lang gelesen werden, um zu verstehen was den Mann antreibt. Gut, die Vermutung hat man auch vorher schon.

Er will den Diesel erhalten. Zitat:
“Wir leisten uns als einziges Land der Welt den Luxus, eine Spitzentechnologie wie den Diesel nach allen Regeln der Kunst kurz und klein zu schlagen. Wir ignorieren zudem, dass gerade die deutsche Zulieferindustrie in hohem Maße abhängig ist vom anspruchsvollen Dieselaggregat. Ein Dieselmotor beispielsweise hat ungefähr 2200 Teile. Ein Elektromotor hat 150. Alleine das wird unsere Zulieferindustrie vor große Herausforderungen stellen.” – Quelle: https://www.svz.de/22121627 ©2019

Da kommt mir spontan die Satire in den Sinn. Mehrere Steinzeitmenschen ziehen durch die Straßen mit Transparenten:

Rettet die Faustkeilindustrie

Die Metallindustrie, also der Zweig den er vertritt, hat Angst vor dem Fortschritt. Sicherlich zum Teil auch berechtigt. Manche Betriebe haben die Zeichen der Zeit erkannt und befinden sich bereits in einem Umstellungsprozess. Hin zu neuen zukunftsfähigen Sparten.

Herr Schmidt, Sie sollten versuchen Ihre Mitgliedsbetriebe auf die Zukunft einzustellen und nicht auf die Zukunft zu schimpfen und den Fortschritt zu verteufeln. Das passiert in Deutschland die letzten Jahre leider viel zu oft.

Herr Dr. Volker Schmidt ist übrigens auch Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo GmbH in Hannover. Schon alleine deshalb sollte man doch erwarten, offen für die Zukunft zu sein.

Ich will nicht Schwarzmalen, aber die deutsche Autoindustrie muss sich sputen, um den Anschluß nicht zu verpassen. Sonst droht das selbe Schicksal wie für andere Weltmarktführer, siehe Nokia oder Kodak. Zu lange an überholter Technik festgehalten und nicht rechtzeitig auf Veränderung reagiert.

Interessant dazu auch:

Ich hoffe allerdings in dem Fall, daß ich mich täusche und die Autokonzerne mit ihren Entwicklungen bereits weiter sind als sie uns glauben lassen.

Vorurteile gegen Elektromobilität , Foto Ladeplatz

In Gesprächen wird man eigentlich immer wieder mit den selben Vorurteile gegen Elektromobilität konfrontiert. Und auch wenn man immer und immer wieder die selben Argumente wiederholt, es scheint an manchen einfach nur abzuprallen. Vorgefertigte Meinungen. Um sich selbst wirklich ein Urteil zu bilden, sollte man aber so fair sein und versuchen alle Aspekte in die Beurteilung mit einzubeziehen. Einige Fakten versuche ich in dieser Artikelreihe zu sammeln und darzustellen. Vielleicht regt es wenigstens zum Nachdenken an.

Die Akkuherstellung ist umwelttechnisch ein Desaster

Ja, die Herstellung der Batterien ist umweltbelastend. Um die Batteriezellen herzustellen braucht es eine Menge Energie. Benötigt werden auch Rohstoffe wie Lithium und Kobalt. Immer wieder wird das in der Argumentation gegen E-Autos aufgenommen. Zu Recht?

Vorurteil Energieverbrauch Batterieherstellung

Das Thema Energieverbrauch bei der Batterieherstellung wird zum Beispiel von Tesla in den Fokus genommen. Der Einsatz von regenerativen Energien soll erhöht werden . In der eigenen “Gigafactory ” soll der Strom dafür mit dem weltgrößten Solardach gewonnen werden. Der Bau schreitet zügig voran. Es ist zu hoffen, dass auch andere Batteriehersteller diesen Weg einschlagen und die CO2 Belastung dadurch reduzieren.


Bisher wird, je nach Studie, eine umgerechnete CO2 Belastung von 110 bis 170 kg pro kW/h Speicherkapazität der Batterie angenommen. Die Studien schwanken dabei, je nach Auftraggeber und gewünschtem Ergebnis. Aufgrund dieser hohen CO2 Belastung macht es durchaus Sinn, nicht unbegrenzt große Akkus in den Autos zu verbauen. Wenn die Kapazität nur vielleicht zehn- oder zwanzigmal im Jahr benötigt wird (Reichweitenangst). Realistische Akkugrößen für den alltäglichen Einsatz sind gefragt und fordern sicherlich ein klein wenig Umdenken, beim Umstieg vom Verbrenner.
Zum Thema Reichweitenangst mehr in einem der nächsten Artikel.

Eine Anmerkung, wie lange es dauert, um diesen “CO2 Rucksack” wieder herein zu holen, findet sich weiter unten im Text. Grob gesagt 30.000 bis 45.000 km. Stark abhängig vom Anteil der regenerativen Energien beim Aufladen. Und auch abhängig von der Fahrzeugklasse und der Akkugröße.

Vorurteil Kobalt

Die für die Akkuherstellung verwendeten Rohstoffe stehen ebenfalls in der Kritik. Vor allem Kobalt hat hier einen zweifelhaften Ruf. Die größten Vorkommen von Kobalt befinden sich in der Republik Kongo. Ein Land das umwelttechnisch und von Seiten der Menschenrechte nicht zu den Vorbildern gehört.
Der Rohstoff Kobalt an sich ist nicht selten. Man schätzt die Vorkommen weltweit auf etwa 25 Millionen Tonnen. 2016 förderte man 125.000 Tonnen. Schätzungsweise soll sich bis zum Jahr 2025 die jährliche Fördermenge auf 155.000 Tonnen erhöhen.
Im Kongo gewinnt man dabei eine Menge von etwa 20 Prozent durch sogenannten Kleinbergbau. Das heißt mit einfachen Mitteln durch die Bevölkerung, oftmals Kinder oder besser Jugendliche. Laut Amnesty International sind die Jugendlichen 15 bis 17 Jahre alt und dürfen laut Recht des Kongos arbeiten. 150.000 Menschen sind in diesem Kleinbergbau beschäftigt. Der Abbau von Kobalt ist ein Nebenprodukt von beispielsweise Kupferabbau. Insgesamt 98 Prozent des Kobaltabbaus geschieht als Nebenprodukt und ist nicht auf die primäre Gewinnung ausgerichtet.
In einem 50 kWh Akku befinden sich, je nach Hersteller 4,5 bis 20 kg Kobalt. Die Kosten für Kobalt betragen etwa 50 € je Kilogramm.


Ein Ziel muss und wird die Verringerung der benötigten Kobaltmengen in der Batterie sein. Schon aus wirtschaftlichen Gründen. Auch hier liefert Tesla wieder ein Beispiel: in den BatterieI vom neuen Modell 3 findet sich ein Kobaltanteil von nur noch 2,8 Prozent. Bisher war man von einem Mindestanteil von 8 Prozent ausgegangen, wohlgemerkt nicht nur in der Elektroautobatterie. Panasonic hält in naher Zukunft eine Akkuherstellung ohne Kobalt für möglich.
Andere Hersteller versuchen mit den Betreiberminen faire, nachprüfbare Bedingungen zur Förderung des Rohstoffs auszuhandeln oder haben diese bereits ausgehandelt.

Vorurteil Lithium

Lithium, ein weiterer verbauter Rohstoff, gewinnt man in verschiedenen Teilen der Welt. Jedoch hauptsächlich in Argentinien, Chile und Bolivien. Für die Herstellung benötigt man eine große Menge an mineralhaltigem Grundwasser. Die Lithium Vorkommen selbst sind, nach jetzigem Stand, weit mehr als ausreichend.


Lithium befindet sich gelöst im salzhaltigen Grundwasser der jeweiligen Abbaugebiete. Dieses wird in großen Becken zum Verdampfen gebracht und übrig bleibt Lithiumcarbonat und Kaliumchlorid. Das Verdampfen des Grundwassers führt zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels, was Probleme in der Bewirtschaftung der Flächen mit sich bringt. Diese Darstellung in vielen Medienberichten, wird immer wieder in den sozialen Netzwerken geteilt. Fakt ist jedoch, dass dieses salzhaltige Grundwasser weder als Trinkwasser noch zur Bewässerung geeignet ist.

Gern wird dabei die Atacama Wüste in Chile als Beispiel herangezogen. Dort wird aber das Wasser das zur Flächen Bewirtschaftung und für den Tourismus gebraucht wird, bereits an den Zuflüssen zu dieser Wüste abgenommen.

Deutschland hat sich aktuell Zugang zu Lithiumvorkommen in Bolivien gesichert. Auch dort an einem Salzsee, wo angeblich die weltweit größten Vorkommen vorhanden sind.


Lithium wird für die Akkuherstellung für Elektroautos, Handys, Laptops, Tablets usw. gebraucht. Ebenfalls für die Herstellung von Aluminium, Glas und Keramik.

Die Vorkommen von Lithium werden auf etwa 60 Millionen Tonnen weltweit geschätzt. Wenn alle Autos auf deutschen Straßen ab sofort mit Batterie betrieben würden, wäre eine Menge von 0,3 Millionen Tonnen Lithium erforderlich. Die Vorräte sollten also nicht zu Neige gehen.

Was zudem selten berücksichtigt wird, Batterien der Elektroautos können zu einem sehr hohen Prozentsatz (je nach Studie von 75% bis über 90%) recycelt werden. Oder sie werden als Zweitverwendung als Pufferbatterie in Häusern benutzt. Bei Öl wird’s mit einer Zweitverwendung schwierig.

Leider lassen sich die oben genannte Rohstoffe auch aus den kleinen Batterien von Handys, Tablet und Laptop nicht sinnvoll recyclen.

Soweit zu den Haupt “Negativ Fakten”.

Fahren wir mit dem Verbrenner besser?

Um den Vergleich mit der Batterie zu führen, nimmt man am Besten die Treibstoffherstellung. Sauberer als die Akkuherstellung ist diese nicht. Ganz im Gegenteil.

Es beginnt an der Ölquelle, oder besser noch beim Suchen nach Erdölvorräten. Gefördert werden weltweit 4.000 Millionen Tonnen Erdöl, jährlich und verschwinden, nach Verbrauch, endgültig. Einfach weg, nein nicht einfach Weg, umgewandelt u.a. in CO2. Stickoxide und andere hoch toxische Stoffe. Jahr für Jahr. Zugegebenermaßen wird bei Weitem nicht alles Erdöl als Treibstoff genutzt. Es wird eigentlich für viel wichtigere und sinnvollere Zwecke gebraucht (Kunststoff, Medikamente, Schmierstoffe) Aber ich will mich hier nicht verzetteln.

Die Förderung, der Transport und die Aufbereitung des Erdöls führen zu massiven Umweltverschmutzungen. Es kommt immer wieder zu erheblichen Umweltunglücken.
Zudem wird die Erschließung von Ölvorkommen immer schwieriger, energieaufwendiger und schädlicher; Stichwort Fracking.
Die Förderung bzw. der Besitz von Erdölvorkommen war immer, und ist auch noch immer der Grund vieler Kriege.

Für den Bau von Förder- und Transportanlagen werden wertvolle Wälder, oft auch Urwälder, gerodet und unberührte Küstenregionen mit Industrieanlagen zugebaut.

Bis das Erdöl dann endgültig aus dem Zapfhahn fließt wurde eine erhebliche Menge an Energie aufgewendet. Umgerechnet fährt ein Elektroauto mit der bis dahin verbrauchten Menge 70 bis 80 Kilometer weit.
Da ist der Verbrenner bisher noch keinen Kilometer gefahren.

CO2 Rucksack aus der Akkuherstellung

Wenn man dann weiter rechnet, nehmen wir den Ioniq, so hat der, konservativ gerechnet, einen Verbrauch von 16 kWh/100 km. Ein Benziner dürfte dazu im Vergleich 1,8 Liter benötigen, ein Diesel 1,6 Liter. Das wäre umgerechnet die selbe Energiemenge.
Eine solche Effizienz wird man nicht erreichen. Schließlich entwickelt man schon seit über 100 Jahren den Verbrennungsmotor weiter. Der Elektroantrieb befindet sich damit verglichen erst am Anfang der Entwicklung und wird weiterhin an Effizienz gewinnen.

Der Verbrennungsmotor verpestet mit seinen Abgasen sein Leben lang die Umwelt. Das Elektroauto fährt den Rückstand durch die höhere CO2 Belastung der Akkuherstellung herein und ist anschließend erheblich umweltfreundlicher. Durch die Steigerung der regenerativen Energien verschiebt sich dieser Vorteil immer weiter zu Gunsten des E-Autos.

Die letzten Zahlen vom Januar 2019 sprechen jetzt von einer Quote an regenerativen Energie von 40,4 Prozent am gesamten deutschen Strommix. Und so wird das Argument, dein Elektroauto fährt doch nur mit Kohle, immer weniger zutreffend.

Vergessen wird regelmäßig, dass auch die Herstellung des Verbrennungsmotors und seiner Teile eine CO2 Belastung verursacht. Zahlen über die genaue Höhe habe ich leider nicht gefunden.

Beim derzeitigen in Deutschland herrschenden Strommix rechnet man pro kWh Strom mit einer verursachten CO2 Belastung von knapp unter 500 Gramm (Zahlen noch von 2017), bei Ökostrom sind es 50 Gramm.
Bei der Verbrennung von Benzin entsteht, pro Liter, eine CO2 Belastung von 2.320 Gramm und beim Diesel von 2.650 Gramm.
(Quelle Kraftfahrtbundesamt)

Die Berechnungen, wann welches Auto sauberer fährt, hängt von vielen Variablen ab. Am Ende liegt das Elektroauto, bis auf den Betrieb mit sehr wenigen Kilometern, vorne.

Warum diese Vorurteile

Durch die engagierte Lobbyarbeit der Automobilhersteller werden ganz bewusst falsche Fakten gestreut, die von den Medien aufgegriffen werden. Selten wird dabei das Ergebnis hinterfragt.
Die Cash cow Verbrennungsmotor wird weiter gemolken bis sie tot auf der Wiese liegt. Wenn sich nicht bald etwas an der Einstellung der Hersteller ändert, wird das Arbeitsplätze in erheblichen Umfang kosten und das ist ganz sicher nicht die Schuld der Elektromobilität.

Die gängigen Autozeitschriften plappern natürlich auch immer und immer wieder die Argumente der Hersteller nach. Sie sind schließlich zahlende Anzeigenkunden. Und Hintergrund für eben viele falsche Vorstellungen sind oft Artikel in diesen Zeitungen.

Warum es diese Angst vor dem Elektroauto gibt kann ich nicht verstehen.

Auf eine detaillierte Darstellung der Berechnungen zum CO2 Anteil/km wurde in diesem Artikel verzichtet. Hier sollte es in erster Linie um den angeblich so umweltschädlichen Akku gehen.

Zum weiter informieren kann ich in dem Zusammenhang den Youtube Kanal von 404 Volt empfehlen.