BMW und die Zukunft

BMW und die Zukunft. Wo geht die Reise hin beim Automobilkonzern. Äußerungen des BMW Entwicklungs-Vorstand, Herrn Klaus Fröhlich treiben einem Sorgenfalten auf die Stirn.

Worum geht’s denn eigentlich?

BMW und Elektromobilität

Am Rande einer BMW-Veranstaltung in den USA hat sich Herr Fröhlich wie folgt geäußert:

Es gibt keine Nachfrage von Verbrauchern nach batterieelektrischen Fahrzeugen, Keine!

So wird er vom amerikanischen Forbes Magazin zitiert.
Was veranlasst nun einen Mann, der für die Entwicklung der Marke BMW verantwortlich ist, so eine Aussage zu treffen. Sie ist ja offensichtlich falsch. Belegbar falsch.

Die Nachfrage nach Elektroautos steigt rasant. Teilweise Lieferzeiten von über 12 Monaten sind nicht so ungewöhnlich. Viele neue Modelle sind angekündigt und schon vorbestellt, ohne das die Käufer dieses Auto real gesehen haben. Sieht so eine fehlende Nachfrage aus?

Die letzten Zulassungszahlen sprechen dabei auch nochmal eine deutliche Sprache.

Von Tesla einmal gar nicht zu reden.

BMW Vorsprung durch Technik

Dies war mal der Werbeslogan von BMW. Und ja, mit dem BMW i3 hatte man tatsächlich einen Vorsprung was die Technik beim Elektroauto anbetrifft. Doch, man hat ihn verspielt. Man hat den i3 nur halbherzig weiterentwickelt, er ist inzwischen nicht mehr Stand der Technik. Verkauft sich aber dennoch. Obwohl es keine Nachfrage gibt. Vermutlich wurden einzelne Verbraucher gezwungen einen i3 zu erwerben.

Einen Teil des Entwicklerteams der Elektromobilität bei BMW, hat man 2016 an die Chinesen verloren. Sie sind zu einem anderen Hersteller abgewandert, weil offensichtlich die Zielrichtung des Konzerns nicht mit den Zielen der Entwickler übereinstimmte.

Nun sicherlich gibt es auch jetzt fähige Entwickler bei BMW. Der Chef der Entwicklungsabteilung glaubt offensichtlich jedoch nicht an die Elektromobilität, anders kann man seine Verlautbarung nicht deuten. Konzernintern gilt Fröhlich jedoch als Architekt der Elektro-Offensive. Ein zwiespältiges Bild.

Nach dem Rückzug des Vorstands-Chefs Harald Krüger ist Herr Fröhlich sogar für dessen Posten im Gespräch. Sollte sich die Einstellung des Herrn Fröhlich gegenüber der Elektromobilität nicht deutlich ändern, sehe ich dunkle Wolken am Horizont aufziehen.

Fröhlich rudert zurück

Seine Einstellung zum Thema Elektroauto hat der Entwicklungs-Chef sicher nicht so schnell geändert, aber der Ton klingt etwas weniger drastisch. Gegenüber der “Welt” gab er folgendes Statement ab:

Die Elektromobilität wird kommen. Die Kundennachfrage nach E-Fahrzeugen in den vergangenen Jahren war insgesamt noch sehr zurückhaltend und getrieben von der Regulation oder einer zügigen Verbesserung der Rahmenbedingungen.

So wolle BMW mit seiner Elektro-Offensive bereits vor 2025 bis zu 25 elektrifizierte Modell auf die Straße bringen. Als elektrifiziert gelten bei BMW allerdings auch Plug-in Hybride.

Nach Ansicht des Herrn Fröhlich treibt BMW die Entwicklung der Elektromobilität voran. Man könne 2021 in jedem Modell jede Antriebsform anbieten. Sozusagen könnte man also ab 2021 den Markt mit Elektroautos fluten. Wenn die Verbraucher denn welche kaufen würden. Oder anders gesagt wenn sie ein Elektroauto von BMW kaufen würden. Noch gibt es nur den i3, als rein batterieelektrisches Fahrzeug. Nichts weiter.

Modelloffensive bei BMW

Nun, angekündigt ist sie zumindest. Die Modelloffensive bei BMW. Wenn es denn möglich sein soll, ab 2021 jedes Fahrzeug auch mit Elektroantrieb haben zu können, dann sollte man doch vielleicht schon ein paar Fakten dazu finden. Nicht wirklich. Man befindet sich offensichtlich noch in einer sehr frühen Phase der Ankündigung. Ob das dann so noch klappt bis 2021, es sei dahin gestellt.

Noch 2019 soll der elektrische Mini kommen. Erste Bilder und Informationen dazu hat es vor Kurzem gegeben.
Ein Jahr später soll es dann den X3 als iX3 als reines Elektroauto geben. Vom Band laufen soll er wohl in China.
Mit dem i4 kommt dann vermutlich die nächste Generation der Elektroautos bei BMW. Vermutlich 2023 soll er gegen das Model 3 von Tesla antreten.
Der i5 steht dann noch etwas weiter in der Zukunft und soll hier nur angesprochen werden.

Nebenbei erwähnt wurde noch, dass man für die Zukunft auch der Brennstoffzelle Chancen einräumt, man jedoch noch ein Stück weit davon entfernt sei, diese in Kundenhand zu geben.

BMW sei jedoch in der Lage bereits jetzt ein Wasserstoff-Auto zu produzieren. Man hat es bisher lediglich aus Kostengründen zurück gehalten.

Seit den 1990er Jahren forscht man bei BMW bereits mit Wasserstoff als Energieträger…

Die oben genannten Nachrichten, innerhalb weniger Tage, wirken ein wenig verwirrend. Wo steuert man jetzt tatsächlich hin? Was ist das Konzept?
Kann man bei BMW Elektroautos in hoher Stückzahl in Kürze liefern, oder sind es nur Werbeaussaugen einer aufgescheuchten Entwicklungsabteilung? Befeuert möglicherweise vom letzten E-Auto-Gipfel?
Ein klare Strategie ist nicht erkennbar. Es bleibt spannend.