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Geschwindigkeitsbeschränkung

Tempolimit auf Autobahnen

Am 17.10.2019 wurde in einer namentlichen Abstimmung im Bundestag beschlossen, dass es auch weiterhin kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben wird. Trifft das den Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung? Aktuell kocht das Thema nochmals hoch, die SPD will nun plötzlich ein Tempolimit, obwohl sie sich in der oben genannten Abstimmung dagegen entschieden hat.

Argumente für ein Tempolimit

Verkehrssicherheit

Die Gewerkschaft der Polizei fordert eine Studie zum Tempolimit. Damit man in Zukunft auf gesicherten Fakten entscheiden kann. Die GdP würde ein Tempolimit aus Gründen der Verkehrssicherheit begrüßen.
Der gesunde Menschenverstand sagt, das sich die Verkehrssicherheit erhöhen würde. Auch wenn unser Verkehrsminister sagt, ein Tempolimit auf Autobahnen sei gegen jeglichen Menschenverstand.

Die Geschwindigkeitsunterschied zwischen LKW, langsamen Fahrzeugen, Fahrzeugen die mit Richtgeschwindigkeit unterwegs sind und Autos die nahe der Höchstgeschwindigkeit reisen ist einfach viel zu hoch. Ein unachtsamer Überholvorgang eines langsam fahrenden Fahrzeugs und ein schnelles Fahrzeug auf der Überholspur, bei einem Geschwindigkeitsunterschied von vielleicht 80 Km/h, kann sich jeder selbst ausmalen was passiert. Ja, auch wenn der unachtsam Überholende Schuld trägt, ändert das nichts an den Unfallfolgen für beide.

Verkehrsfluss

Viele kennen vermutlich die Situation. Fahrt auf der rechten Spur, ein LKW vor einem zwingt zum Spurwechsel. Auf der Überholspur eine Reihe an flott fahrenden PKW, die einen Spurwechsel unmöglich machen. Man müsste sich dazwischen drängen, was aus Gründen der Verkehrssicherheit besser zu unterlassen ist. Also bremst man bis 80 km/h. Die Beschleunigung bis zur Richtgeschwindigkeit fordert viel Energie und das Einfädeln in die Überholspur gestaltet sich schwierig.
Fahren jetzt alle so im Bereich um die 110 bis 130 ist der Geschwindigkeitsunterschied minimal. Ich kann, auch wenn ich mit 110 fahre gefahrlos auf die linke Spur und muss dazu kaum beschleunigen.
Sollte jemand Unachtsam die Spur wechseln muss der Überholende auch nicht stark bremsen. Der berüchtigte Ziehharmonikaeffekt bleibt aus. Dieser Effekt verursacht immer wieder, scheinbar grundlose, Staus und oft auch Unfälle am Stauende.

Allgemein zeigt die Erfahrung auf ausserdeutschen Autobahnen, daß das Reisen erheblich entspannter abläuft. Alle fahren annähernd gleiche Geschwindigkeit, Spurwechsel sind problemloser möglich. Keine Möchtegernrennfahrer im Tiefflug auf der linken Spur, die sich den Weg frei blenden wollen. Ist zwar auch in Deutschland nicht Tagesordnung aber für mich immer wieder ein Ärgernis.
Nun kann man sagen, daran ändert auch ein Tempolimit nichts, da die Herrschaften sich vermutlich eh nicht dran halten, da mag was dran sein.

Energieverbrauch

Das Argument, der CO2-Ausstoss würde durch ein Tempolimit nicht signifikant sinken, wie vom Geschäftsführer der Union, Herrn Michael Grosse-Brömer, geäußert ist nicht nachvollziehbar.
Ich habe keine Ahnung mit welchem Auto der Herr unterwegs ist. Aber es sollte ihm nicht entgangen sein, das mit steigender Geschwindigkeit auch der Verbrauch steigt. Und das in erheblichen Masse. Bei einer Verdopplung der Geschwindigkeit erhöht sich der Verbrauch um das vierfache, auf den Luftwiderstand gerechnet. Schön dargestellt im Energie-Lexikon.

CO2-Reduzierung

Quasi zum Nulltarif könnte man eine Reduzierung der CO2 Belastung aus dem Verkehrssektor erreichen. Warum nimmt man diese Chance nicht wahr? Es braucht eine Beschilderung an den Staatsgrenzen, mehr nicht. Die Überwachung des Tempolimits könnte sich durch entsprechende Bußgelder bei Überschreitung der selbigen, selbst finanzieren.

Was spricht gegen ein Tempolimit

Reisezeit

Auf Langstrecke kann es sein, dass sich die Reisezeit erhöht, da Hochgeschwindigkeitsetappen entfallen. Oft wird als Argument ja gebraucht, man kann ja eh nirgends mehr schnell fahren. Ja also, dann schadet ein Tempolimit ja auch nicht. Die wenigen Etappen die man seinem Boliden die Sporen geben kann fallen dann eben weg. Aber das Argument muss man gelten lassen. Die Reisezeiten können sich erhöhen. Hat es einen Einfluss auf die Mehrzahl der Bevölkerung im täglichen  Verkehr? Nein, beim Pendeln kalkuliere ich sowieso nicht mit Maximalgeschwindigkeit.
Es betrifft in erster Linie Aussendienstler, bei denen Zeit Geld ist und die den Sprit nicht zahlen müssen. Da wird gefahren was die Karre hergibt und die Mehrzahl der anderen Autofahrer möge bitte die Überholspur räumen. Vorurteile? Vielleicht, aber meine Wahrnehmung auf der Autobahn scheint mich zu bestätigen.

Freie Fahrt für freie Bürger

Oft gehört, doch leider erschließt sich mir der Sinn nicht, was das mit Freiheit zu tun haben soll.

Meinung

Einiges oben geschriebene ist meine ganz persönliche Meinung. Vieles sind aber auch allgemein anerkannte Fakten. Ich selbst bin in der Regel mit Geschwindigkeiten zwischen 120 und 130 km/h auf der Autobahn unterwegs, das war ich auch mit meinem Diesel schon. Wenn ich meinte es eilig zu haben, ging das schon mal bis 150 km/h. Hat sich dadurch eine große Zeitersparnis ergeben? Nein, in keinem Fall. Die Unterschiede auf 500 km liegen im Minutenbereich, der Energieverbrauch dafür steht in keinem Verhältnis. Ich war im Diesel immer wieder erstaunt wie sparsam man auf österreichischen Autobahnen unterwegs sein kann. Und auch Langstrecke mit 130 km/h ist möglich

Die Versicherungswirtschaft fordert jetzt einen Praxistest eines Tempolimits um die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit aufzuzeigen.
Die Gewerkschaft der Polizei fordert eine wissenschaftliche Studie um die Auswirkungen zu erforschen. Vielleicht braucht es diese Daten um abschließend über ein Tempolimit urteilen zu können.
Leider sträubt sich die Union aber gegen diese Untersuchungen. Warum nur?

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