BMW i3 Front

BMW i3 für bayrische Polizei ungeeignet

Die letzten Tag haben quasi alle bayrischen Zeitungen, sowie der bayrische Rundfunk darüber berichtet, das ein 5 jähriger Versuch mit dem i3 als Streifenwagen gescheitert ist. Ein weiteres Elektroauto werde für die Polizei nicht mehr angeschafft.
2015 hatte man vorerst 3 BMW i3 “angeschafft” (Ob dazu ein finanzieller Aufwand erforderlich war, kann nicht gesagt werden). Bei der Einführung gab Innenminister Joachim Herrmann an
Zwar bietet der BMW i3 nicht ganz das Platzangebot des gegenwärtig als Streifenwagen eingesetzten BMW 320d toruing, die emissionsfreie und geräuscharme Technik hat aber gerade in Ballungszentren Vorteile.

Wofür war der i3 gedacht

Geeignete Einsatznmöglichkeiten waren Streifenfahrten im innerstädtischen Bereich, Begleitung von Demonstrationen und Veranstaltungen, sowie für Ermittlungs- und Kontaktbereichsdienst. Das Aufladen mit Strom sei mittels Ladesäulen bei den Polizeidienststellen möglich. Die Zeit für einen Ladevorgang betrage 6 Stunden. Mit einer Schnellladestation könne der BMW innerhalb einer halben Stunde aufgeladen werden. So die Pressemitteilung des bayrischen Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration vom 29. September 2015, zur Einführung

Was wird bemängelt

Als Streifenwagen fällt der BMW i3 durch. Es gäbe zu wenig Platz, vor allem auf der Rückbank um Festgenommene oder andere Personen zu transportieren. Auch der Kofferraum weist nicht genügend Kapazität aus um die gesamte Schutzausrüstung der Beamten zu transportieren. Dazu kommt die geringe Reichweite von 160 Kilometer. Die Ladezeit sei mit 6 Stunden zu lange.

Dazu hat man 5 Jahre im Praxistest gebraucht. Man vergleiche die Mängelliste mit der Pressemitteilung bei der Einführung. So manches wusste man wohl vorher schon. Ich nehme mal an, dass der i3 während der 5 Jahre auch nicht geschrumpft ist.

Also wenn die Zeitungsberichte der Wahrheit entsprechen, dann zweifle ich doch ein klein wenig am Urteilsvermögen der Beschaffer im bayrischen Ministerium des Inneren. Die kennen doch ganz genau das Anforderungsprofil das ein Streifenwagen erfüllen muss. Wenn er für die ursprünglich angedachten Aufgaben eingesetzt wird, dann wäre er auch geeignet.

Aber das ist ja gerade so, als ob ich einen VW eUp anschaffe und nach 5 Jahren sage, wie sich  herausgestellt hat, ist der eUp als Mannschaftstransportwagen ungeeignet.

Der Donau Kurier Ingolstadt

Ist die allgemeine Berichterstattung schon zweifelhaft, setzt der Bericht im Donaukurier Ingolstadt dem Ganzen noch die Krone auf. Ingolstadt ist übrigens da, wo Audi zu Hause ist. Nur am Rande erwähnt, ohne jeglichen Bezug auf den Bericht.

Ein paar Stilblüten des Schreibers Horst Richter:

Jeder Polizist wird beim Einsteigen in den i3 bereits mit dem größten Manko begrüsst. Mit der Anzeige der Reichweite. Dieses Manko ist auch einer der Gründe warum der kleine E-Flitzer keine Zukunft bei der Polizei hat.
E-Flitzer ist übrigens das Gegenteil von E-Panzer, wie der Audi e-tron auch gern genannt wird. Oder Panzer der Q7 als Verbrenner. Nur kleine Wortspielereien, ohne damit Emotionen zu beeinflussen.

Ein Verbrenner rollt im Einsatz fast rund um die Uhr im Jahr 60.000 km. 160 km am Tag. Wäre genau die Reichweite des i3. Wie der Donau Kurier bemerkt bleibt dann aber keine Zeit mehr zum Aufladen.
Ok, das Fahrzeug fährt am Tag 160 Kilometer und hat keine Zeit zum Laden. Das entspricht dann einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,7 km/h. Zeiten des Schichtwechsels, Pausen und Parkzeiten an der Dienststelle nicht eingerechnet. Während dieser Zeiten kann man aber keinesfalls das Fahrzeug an der Ladestation parken. Das geht vermutlich nur an dienstfreien Tagen.

Dem Donaukurier mangelt es auch nicht an einem Praxisbeispiel.
So sei ein Polizeibeamter mit dem E-Mobil von Ingolstadt nach München zu einem Termin gefahren. Dort habe er nicht laden können, weil der Stecker nicht gepasst hat. (Haben Polizeiautos andere Stecker, also nicht Typ2 oder CCS?). Auf dem Rückweg ging ihm dann fast der Saft aus. Er musste bei einem Kollegen zuhause laden und dort eine Lade- und Kaffeepause einlegen.
Offensichtlich verfügte der Kollege über den richtigen Anschluß. Was für ein Glück. Zwischen Ingolstadt und München gibt es also eine Lademöglichkeit in München und eine bei dem Kollegen, dessen Adresse wir leider nicht erfahren haben. Sonst könnten alle Elektroautofahrer in Not ja da laden.

Die Polizei gab an, dass sie jederzeit über vollgetankte Fahrzeuge verfügen müssten, weil sie nicht wissen wohin die Reise beim nächsten Einsatz geht. Verständlich. Aber war der i3 für spontane Sondereinsätze vorgesehen? (siehe oben). Beim E-Auto kommt noch dazu, dass Funk und Blaulicht viel Strom ziehen, was die Reichweite reduziert.
Ernsthaft. Funk und Blaulicht….

2017 wurde der i3 in Ingolstadt in den Dienst gestellt. Bis Anfang 2020 wurden damit 20.700 km gefahren.
Zum Vergleich ich habe mein Auto im Dezember 2018 angeschafft und habe momentan 35.000 km auf der Uhr. Zugegeben ist mein Fahrzeug nicht rund um die Uhr im Einsatz und auch nicht an 365 Tagen, Aber ich habe sogar Zeit gefunden das Fahrzeug zu laden, obwohl ich mehr als doppelt soweit fahre. Schon seltsam das alles….

Alle haben es gewusst

In den sozialen Medien fühlen sich alle Skeptiker bestätigt. Ein Elektroauto kommt weder für die Polizei noch privat überhaupt in Frage. Man habe es immer gewusst, dieser E-Schrott taugt zu nichts. Die wenigsten haben überhaupt den Bericht gelesen.

Die Streuung dieser Meldung über sämtliche Zeitungen in Bayern lässt vermuten, dass dahinter schon eine gewisse Absicht steckt. BMW ist ja nicht unbedingt als großer Verfechter des Elektroautos bekannt. Der i3 ist nach wie vor das einzige rein elektrische Fahrzeug das ich bei BMW für viel Geld kaufen kann. Abgesehen vom MINI, seit kurzem. Die Firma BMW setzt vielmehr auf Hybride und stellt sich gern als Hersteller mit der größten Verbreitung von “elektrifizierten” Fahrzeugen dar. Ja, Plugin Hybride meint BMW damit. Damit ist dann doch mehr Geld verdient, als mit Elektroautos.

Mir wäre bisher in den vergangenen Jahren noch nie aufgefallen, das bei der Ausmusterung beispielsweise des A4 als Polizeifahrzeug das Konzept dieses Fahrzeugs flächendeckend in der Luft zerrissen wurde. Mit Argumenten die vorher bereits klar waren wohlgemerkt.

Staatsministerium des Inneren kann nicht elektrisch

Das ist wohl das Fazit nach 5 Jahren Praxistest. Die angeschafften i3 werden wohl im Dienst bleiben. Hoffentlich. Sie haben offensichtlich auch ihren Einsatzzweck gefunden. Man hat ja schließlich sogar eine Ladeinfrastruktur dafür geschaffen. In München und bei dem Kollegen irgendwo zwischen München und Ingolstadt.

Ironie aus

Tut mir leid, wenn der Bericht etwas bissig ausgefallen ist. Aber es ist schwer zu ertragen, wie manipulativ diese Berichterstattung ausgefallen ist. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Ich hoffe die Stimmung in den öffentlichen Medien ändert sich mit Erscheinen einer größeren Modellauswahl von deutschen Herstellern.
Eine unabhängige Berichterstattung stelle ich mir anders vor.

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