Kia e-Niro im Vergleich mit meinem Ioniq

Kia e_niro Seitenansicht

Der Kia e-Niro im Vergleich mit meinem Hyundai Ioniq. Der e-Niro spielt natürlich in einer anderen Liga als mein derzeitiges Fahrzeug. Er fällt eher unter die Kategorie Kompakt SUV (KIA sagt dazu Crossover) und hat zudem eine erheblich größere Batterie. Ich habe auf einer ausgiebigen Probefahrt versucht mir vom Kia e-Niro ein Bild zu machen. Das Fahrzeug wurde mir freundlicherweise von der Firma Schindlbeck Cars & More GmbH & Co. KG in Schwandorf zur Verfügung gestellt.

Das Fahrzeugkonzept

Die Meisten werden den e-Niro bereits aus verschiedensten Berichten kennen. Er ist allgemein sehr begehrt, leider kämpfte Kia im vergangenen Jahr mit Lieferschwierigkeiten, die auch in diesem Jahr nicht vollständig behoben scheinen. Auf eine Lieferzeit von 12 Monaten muss man sich in jedem Fall einstellen, wenn die Wahl auf den Kia fällt.

Der e-Niro ist ein Kompakt-SUV, was grundsätzlich gut zu den derzeit nachgefragten Fahrzeugen passt. Er ist im Gegensatz zu seinem Konzernbruder Hyundai Kona ein gutes Stück geräumiger, vor allem was den Kofferraum betrifft. Der Kona war für mich ausgeschieden, da ich mein Sportequipment da nur schwer unterbringen würde. Im e-Niro wäre dies problemlos machbar.

Der e-Niro ist in zwei Akku-Varianten erhältlich. Von mir gefahren wurde die 64 kWh Ausführung. Der kleinere 39 kWh Akku macht in meinen Augen, abgesehen vom Preis, keinen Sinn. Er kämpft leider mit ähnlichen Problemen wie der Hyundai Ioniq Facelift, die relativ langsamen Ladezeiten, gerade im Winter. Dann lieber eine höhere Investition und Enttäuschungen an der Ladesäule vermeiden.

Der Kofferraum ist sehr gut nutzbar und durch die großzügig öffnende Heckklappe auch gut zugänglich. Ich finde das einen großen Pluspunkt gegenüber dem Tesla Model 3, was grundsätzlich auch ein interessantes Auto ist. Aber Beladungstechnisch hätte hier der e-Niro die Nase deutlich vorne. Gegenüber meinem bisherigen Ioniq ist der Kofferaum auch besser nutzbar, da beim Ioniq die Heckscheibe relativ flach steht. Dies war bisher aber nicht wirklich hinderlich. Man sollte aber bei Beladung mit sperrigen Gegenständen an die Heckscheibe denken, bevor man den Kofferraumdeckel schwungvoll schließt. Diese Form ist beim Ioniq der Effizienz geschuldet, aber wie gesagt, kein großer Nachteil.

Von den Abmessungen ist der e-Niro was Länge und Breite betrifft etwas kompakter als der Ioniq. Der Innenraum ist geräumiger und an herkömmliche Verbrenner angelehnt. Aber er gefällt.
Genügend Ablagefächer, im oben sichtbaren Bereich viel weicher Kunststoff, erst weiter unten dann Hartplastik, was mir aber nicht negativ aufgefallen wäre. Die Sitze waren in dem gefahrenen Fahrzeug Leder mit Heizung und Belüftung. Im Ioniq habe ich die Style Variante mit Stoffsitzen, die würde ich auch beim e-Niro wieder so nehmen. Leder muss nicht unbedingt sein. Im Winter erst mal doch immer sehr kalt, allerdings reagiert die Sitzheizung, wie auch die normale Heizung, sehr flott.

Cockpit e-Niro

Die Gestaltung des Armaturenbretts finde ich durchaus ansprechend. Man hätte die angedeuteten Rundinstrumente vielleicht noch anpassbar gestalten können. So dass es möglich wäre, sich die Belegung mit den Instrumenten selbst zu konfigurieren. Die vorgegebene Ansicht ist aber durchaus brauchbar. Nach kurzer Eingewöhnung hat man schnell erfasst, wo die wichtigsten Anzeigen sind. Zudem kann man auf dem Mitteldisplay unterschiedlichste Displays aufrufen. Vor allem die Elektroauto typischen Informationen sind erheblich umfangreicher als sie es im Ioniq sind. Was positiv auffällt, ist die mögliche Ladebegrenzung für den Akku die es im Ioniq gar nicht gibt. Er lädt im Normalfall immer auf 100 Prozent. Umgehen kann ich das mit einer Begrenzung der Uhrzeiten, zu denen der Ioniq laden darf. Alles in Allem ist das aber relativ umständlich gelöst.
Durch die geringere Reichweite des Ioniq, wird dieser allerdings sicher häufiger auf 100 Prozent geladen werden. Beim e-Niro hat man beispielsweise die Möglichkeit, standardmässig nur bis 80 Prozent zu laden, was einem langen Akkuleben vermutlich zuträglich sein kann.

Unterschiede im Bedienkonzept?

Von der Bedienung ist der e-Niro dem Ioniq trotzdem relativ ähnlich. Die Aufteilung der Schalter am Lenkrad sind genau gleich, nur mit anderer Haptik der Schalter an sich ausgestattet. Die Bedieneinheit am Mitteltunnel ist beim e-Niro weiter vorne angeordnet, was deutlich sinnvoller ist. Beim Ioniq ist bei der Bedienung, beispielsweise der Sitzheizung, immer ein Blick weit nach unten angesagt.
Gefallen hat mir auch das Fach unter dem sich die Getränkehalter verbergen. Das ist beim Ioniq offen gestaltet und nimmt gern Brösel aller Art auf. Unterhalb der Bedieneinheit der Mittelkonsole befindet sich ein geräumiges Fach, sehr praktisch.

Ich kann sagen, ich hab mich im e-Niro sofort wohl gefühlt. Ich finde Innenraum und Sitzkomfort sehr gelungen. Es ist im Vergleich zum Ioniq (vor Facelift) das modernere Fahrzeug. Allerdings war der zur Verfügung stehende e-Niro noch das Modelljahr 2019, das Facelift steht ja noch nicht zur Verfügung, kann aber bereits bestellt werden.

Fahrleistungen und Fahrkomfort

Selbstverständlich hat der e-Niro deutlich sportlichere Fahrleistungen als der Ioniq. Er besitzt den deutlich kräftigeren Motor und das merkt man jederzeit. Der Eco-Modus wird im normalen Betrieb oft ausreichend sein. Allerdings muss man sagen, mir reichen die Fahrleistungen des Ioniq auch aus. Er beschleunigt ausreichend gut und ist sehr effizient. Im Sportmodus, den ich nicht sehr oft nutze, lässt er sich tatsächlich auch sportlich bewegen. Trotz allem, der e-Niro ist da mindestens eine Klasse drüber. Was mir aufgefallen ist, beim stärkeren Beschleunigen hört man im e-Niro den Elektromotor (oder Inverter) deutlich lauter im Innenraum als beim Ioniq. Nicht störend, aber doch auffällig.
Dafür ist das Innengeräusch gefühlt niedriger im e-Niro. Abrollgeräusche dringen etwas gedämpfter in den Innenraum durch. Das war zumindest mein Empfinden.
Der Federungskomfort ist im e-Niro straffer als beim Ioniq. Kürzere Bodenunebenheiten sind deutlicher spürbar als im Ioniq gewohnt. Da ist mir persönlich die komfortablere Abstimmung lieber. Jedoch hat hier jeder seine eigenen Präferenzen.
Zusammengefasst, Fahrleistungen deutlich besser, Innengeräusch niedriger, dafür aber Federungskomfort etwas schlechter als beim Ioniq.

Preis

Ich habe mir meinen Wunsch e-Niro einmal konfigurieren lassen. Es wäre für mich die Ausstattungslinie Vision, in der 64 kWh Variante. Als Ausstattungspaket würde ich das LED-Paket wählen, zusätzlich noch das Technik-Paket und metallic Lackierung. Gegebenenfalls noch der 3-Phasen Lader für 500 Euro, der in diesem Angebot noch nicht enthalten war. Der Umfang der einzelnen Pakete ergibt sich aus der Kia-Preisliste.
So ergibt sich für dieses Fahrzeug ein Preis von 43,150 € inklusive Überführung und Zulassung.
Davon ab gehen (in Kürze) eine Förderung von insgesamt etwas mehr als 6.000 €.
Zugegeben, das ist kein Schnäppchen, aber vergleichbare Elektroautos sind zur Zeit kaum günstiger zu finden. Der große Wermutstropfen bleibt die lange Lieferzeit. Ob dahingehend Besserung in Sicht ist? Abwarten. Die oben genannte Förderung ist zwar bereits beschlossen, aber noch nicht rechtskräftig.
Der Ioniq Facelift, mit etwas mehr Reichweite als mein bisheriger, kommt leider für mich nicht in Frage. Er hat bedauerlicherweise nicht mehr die hohe Ladeleistung die mit meinem bisherigen Ioniq möglich ist. Dies ist auf Langstrecke dann doch ein Nachteil. Auch bei Zwischenladungen während des Tages, die dann allerdings nicht mehr so häufig notwendig sein würden, wäre das ein unbefriedigend. Preislich ist der neue Ioniq zudem in einer ähnlichen Region wie der Kia e-Niro angesiedelt. Klarer Vorteil für den Kia e-Niro. Wer mit weniger Platz zurecht kommt kann sich eventuell auch das Schwestermodell Hyundai Kona ansehen.

e-Niro Innenraum vorne
e-Niro Front
e-Niro Heckansicht

Probefahrttermin

Wer Interesse an einer Probefahrt hat, dem empfehle ich, diesen über die Kia Internetseite zu buchen.
In meinem Fall dauerte es, vom Absenden der Anfrage bis zum Rückruf durch KIA, keine 10 Sekunden. Das war mal richtig flott. In einem freundlichen Gespräch wurden mir die Möglichkeiten zur Probefahrt in meiner Umgebung aufgezeigt. Ich wurde schließlich nach Schwandorf zum dortigen KIA Vertragspartner weitergeleitet. Eine Kontaktaufnahme von dort erfolgte innerhalb von 2 Tagen und so war schnell ein Termin für eine Probefahrt gefunden.
Herzlichen Dank an Schindlbeck Cars & More GmbH & Co KG für die zeitnahe Probefahrt und das damit zusammenhängende sehr nette Gespräch durch den Verkaufsberater.

Ich kann jedem, der noch kein Elektroauto zur Probe gefahren hat, immer wieder nur wärmstens empfehlen, bitte machen. Viele Vorurteile und Skepsis gegenüber der Elektromobilität sind damit schnell beseitigt. Und vielleicht geht es dem Einen oder Anderen auch so, dass er anschließend total begeistert ist vom Fahren und den Vorteilen des Elektroautos.
Bei Fragen bitte auch gern hier kommentieren. Ich versuche schnellstmöglich zu antworten.

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