Hyundai Ioniq Heckansicht

Mein Hyundai Ioniq Nachfolger

Seit 1,5 Jahren und 45.000 km begleitet mich nun, völlig problemlos, mein Ioniq. Warum ich dennoch einen Nachfolger dafür suche und welche Überlegungen ich anstelle, darüber mehr in diesem Blogbeitrag.

Gründe für den Wechsel

Ich nutze den Ioniq auch für meine berufliche Tätigkeit im Außendienst. Das Fahrprofil dafür hat sich in den letzten Monaten etwas geändert. Immer wieder stoße ich, gerade im Winter, an die Grenzen der verfügbaren Reichweite. Mein Einsatzgebiet befindet sich, teilweise, im bayrischen Wald. Dort ist die Dichte an Schnellladern (DC-Ladesäulen) leider sehr niedrig, bis gar nicht vorhanden. So kam es gelegentlich zur Situation, wo die Batteriekapazität kaum mehr ausreichend war. Im Sommerhalbjahr war die Reichweite, etwa 230 Kilometer, bisher eigentlich nie ein Problem. Im Winter kann der mögliche Aktionsradius aber durchaus bis auf 180 Kilometer sinken. Das ist mir inzwischen leider etwas zu wenig. Selbst wenn der Ioniq das effizienteste Fahrzeug seiner Klasse ist, irgendwann sind die 28 KWh im Akku (umgerechnet die Energiemenge von 2,8 Liter Diesel) aufgebraucht. Nun, welche Alternativen gibt der Markt her und was wird der wahrscheinlichste Nachfolger?

Die Abwägung ist hier rein persönlicher Art und kein Vergleichstest.

Der Ioniq Facelift

Dezente optische Änderungen außen, ein größeres Multimediasystem, eine App-Anbindung und vor allem ein 38,3 kWh Akku. Das macht im Großen und Ganzen die Änderungen zu meinem vFL Ioniq aus. Das bisherige Manko, mit der begrenzten Reichweite, gerade im Winter, wäre damit wohl aus der Welt geschafft. Ich hätte weiterhin das effizienteste verfügbare Fahrzeug, mit sinnvollen weiteren Verbesserungen. Vom Fahrkomfort und den Platzverhältnissen bin ich bisher schon überzeugt. Kurzum, bei den ersten Daten, die vor der Veröffentlichung des neuen Ioniq kommuniziert wurden, war ich überzeugt. Der wird’s.

Tja, aber warum wird er es jetzt doch nicht?

Leider, leider hat der Facelift Ioniq die überaus gute Ladeleistung gegenüber dem vFL verloren. Wer ein Auto sucht, dass sich quasi ausschließlich innerhalb der Reichweite von um die 300 Kilometer bewegt, zugreifen.

Mein Fahrzeug soll aber auch gelegentliche Urlaubsreisen und Kurzurlaube perfekt abbilden können. Und da kommt das große Manko zum Tragen. Die Ladeleistung des vFL Ioniq war mit bis zu 67 kWh über einen weiten Bereich sehr gut. Länger als 25 Minuten bin ich eigentlich auf Langstrecke nicht an der Ladesäule gestanden. Der Ioniq hat zuverlässig, Sommer wie Winter, mit hoher Ladeleistung geladen. Eine hohe Reisegeschwindigkeit war somit möglich. Kaum langsamer als Elektroautos mit deutlich größerem Akku.

Beim FL ist es leider so, dass er mit maximal 48 kWh laden kann. Und das auch nur über einen schmalen Bereich des Ladezustands und auch nur im warmen Halbjahr. Im Winter brechen die Ladeleistungen teilweise dramatisch ein und erreichen zeitweise nur noch 22 kW. Eine Ladedauer von 1 Stunde bis 80 Prozent kann dabei durchaus entstehen.

In meinen Überlegungen scheidet der Facelift Ioniq deshalb als Nachfolger aus. Sehr schade, denn mit einer ordentlichen Ladeleistung wäre der Ioniq sicherlich eines der erfolgreichsten Elektroautos auf dem Markt geworden. Die Zellchemie der neu verbauten Batterie lässt wohl keine höheren Ladeleistungen zu. Das Thermalmanagement der Batterie ist wohl auch sehr konservativ ausgelegt, so dass der Akku oft nicht richtig warm wird, was wiederum hohe Ladeleistungen verhindert.

Hyundai Kona 64 kWh

Ein anderes Fahrzeugkonzept (Kompakt-SUV), aber trotzdem noch ein effizientes Fahrzeug. Und dank der 64kWh Batterie mit wirklich ausreichend Reichweite und sehr ordentlicher Ladeleistung. Von der Akkuseite also nur positive Daten.

Eine zusätzliche Überlegung die für den Kona spricht, sind die auf 8 Jahre erweiterte Fahrzeuggarantie. Auf den Akku hatte man ja bisher schon 8 Jahre Garantie. Als weiterer Pluspunkt wird der Kona momentan mit 8.000 Euro gefördert, was den Preis in einen etwas erträglicheren Bereich bringt.

Der Kofferraum des Kona war mir in meinen bisherigen Betrachtungen immer zu knapp bemessen. Unser Sport-Equipment sollte im Kofferraum Platz finden. Das war im Ioniq bisher gut möglich. Nach dem Umstieg auf eine etwas größere Sportausrüstung, musste ich aber jetzt auch im Ioniq die Rücksitzbank umlegen, um alles noch unterzubringen.
Eine Beladungsprobe im Kona ergab nun, dass aufgrund der steiler stehenden Heckscheibe, bei umgelegter Rücksitzbank sogar noch etwas mehr Platz im Kofferraum verfügbar wäre. Also das Platz-Argument ist kein wirkliches Argument mehr.
Eine ausgiebige Probefahrt in dieser Woche wird etwas mehr zur Entscheidungsfindung beitragen.
Ich werde darüber berichten.

Tesla Model 3 Standard Range plus

Tesla Model 3

Um das Tesla Model 3 kommt man aktuelle bei der Frage nach einem passenden Elektroauto nicht herum. Die Longrange-Ausführung wäre nett, bietet aber für den deutlichen Aufpreis nicht den entsprechenden Mehrwert, falls man nicht permanent Langstrecke fährt.
Allerdings darf man dann auch nicht außer acht lassen, dass das SR Modell deutlich weniger Reichweite als der Kona hat, bei einem vergleichbaren Preis. Und wo wir schon mal dabei sind, bleiben wir bei den Argumenten die gegen das Model 3 sprechen.
Die Möglichkeiten der Beladung sind, durch die fehlende Heckklappe deutlich schlechter als beim Ioniq jetzt und eventuell beim Kona in Zukunft.
Die Garantieleistungen von Tesla, 4 Jahre Vollgarantie, sind in etwa mit dem Kona vergleichbar. Beim Kona muss ich alle 15.000 km zum Service, das fällt beim Tesla komplett weg. Das wiegt das eine Jahr weniger Garantie annähernd auf.
Die Ausstattung ist beim Model 3 vergleichbar, mit Abstrichen. Keine Verkehrszeichenerkennung, keine Navigation mit Zwischenzielen, kein Headup-Display, ein gewöhnungsbedürftiger Tempomat. Dafür punktet der Tesla ganz klar mit der Updatefähigkeit, die auch regelmäßig zu teils deutlichen Verbesserungen (manchmal auch Verschlechterungen) des Fahrzeugs führt.

Der Tesla Faktor

Das Model 3 hat aber auch eindeutige Pluspunkte. Das Fahrzeug ist einfach ein von Grund auf durchdachtes und entwickeltes Elektroauto. Der Hersteller Tesla ist in vielen Dingen der Maßstab für andere Elektroautos. Tesla hat einen, noch, riesigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.
Ein großer Vorteil ist auch das zusätzliche Supercharger-Netzwerk, dass man mit dem Model 3, neben den gängigen Ladesäulen nutzen kann. Europaweit, zuverlässig, schnell, in der Navigationsplanung berücksichtigt und auch einigermassen preiswert.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die verfügbare Anhängerkupplung, die, anders als beim Kona, nicht nur als Fahrradträgeraufnahme dient. Sicher ist die Anhängeleistung begrenzt. Aber zum gelegentlichen Transport von Möbeln oder anderen sperrigen Gütern, bin ich beim Model 3 gerüstet.

Ich habe es selbst noch nicht erfahren, aber Service ist bei Tesla, wohlwollend gesagt, verbesserungswürdig. Fehlende Ansprechpartner, lange Lieferzeiten für Ersatzteile. Dies kann nach einem Bagatellunfall zum Beispiel, richtig ärgerlich werden.
Der sprichwörtliche Teslastandard bei der Verarbeitung ist wohl auch nicht mit Hyundai vergleichbar. Wobei mir letzteres am wenigsten Sorge machen würde.

Wie erwähnt, diese Aufzählung der Kriterien, sind meine persönliche Ansicht. Dinge die mir wichtig sind und meine Entscheidung beeinflussen. Da mag aber jeder einen anderen Maßstab anlegen.

Kia e-Niro

Cockpit e-Niro

Tolles Fahrzeug. Deutlich mehr Platz als im Kona. Den e-Niro habe ich bereits Probe gefahren und mein Fazit in einem anderen Artikel niedergeschrieben, den ich hier verlinkeKIA e-niro im Vergleich

Leider aber, ist dieses Fahrzeug bisher immer nur sehr schwer zu bekommen. Lieferzeiten von 12 + Monaten sind leider Standard. Deswegen habe ich den Kia aus meinen Überlegungen ausgeschlossen.

Volkswagen ID3

Leider zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal konfigurierbar. Das dauert also noch einige Monate bis der ID3 tatsächlich verfügbar sein wird. Momentane Softwareprobleme bei der Fertigstellung sind nun auch keine vertrauenerweckenden Nachrichten.

Weitere Alternativen

Es gibt noch zahlreiche weitere Elektroautos, die aber entweder wegen des Preises, der Größe oder sonstigen Merkmalen nicht perfekt für mich passen. Die Auswahl wird in den nächsten Jahren sicherlich noch erheblich größer. Neben dem ID3 von Volkswagen sind bereits weitere interessante Fahrzeuge wie der Ford Mustang Mach-E, der Peugeot e 2008 und vor allem das Tesla Model Y angekündigt.
Die Erfahrung lehrt jedoch, bei Ankündigungen eher vorsichtig zu sein und sich aktuell auf das zu konzentrieren was tatsächlich verfügbar ist.

Über die Entscheidung werde ich Euch auf diesem Blog selbstverständlich auf dem laufenden halten, für Tipps und Anregungen bin ich natürlich jederzeit sehr empfänglich. 

Nur eines steht definitiv fest, es wird wieder ein Elektroauto. Die Zeit der Verbrenner ist für mich endgültig vorbei.

Ladeport
0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.