Nach nun etwas über 3 Monaten sind die ersten 10.000 km im Hyundai Ioniq vollbracht. Bei mir ist es ähnlich, wie bei vielen anderen Umsteigern aufs Elektroauto, man fährt deutlich mehr. Meine bisherigen Jahresfahrleistungen waren um die 30 TKM. Der Fahrkomfort, die Fahrfreude und auch die geringeren Betriebskosten verleiten zu mehr Fahrkilometern. Auch nehmen wir für gemeinsame Fahrten nur noch ausschließlich den Ioniq. Der Hyundai i30 dient nur noch als Pendelfahrzeug für meine Partnerin. Der ist noch zu neu, um ihn mit einem E-Fahrzeug zu ersetzen.

Was fehlt mir im Vergleich zum Diesel?

Spontan gesagt: Nichts! Ohne es mir schön zu reden. Ich habe noch an keinem Tag bereut, meinem Diesel Adieu zu sagen. Im Gegenteil bin ich sogar froh, ihn nicht mehr zu besitzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Und man kann sie so, oder so ähnlich, vermutlich von jedem Umsteiger zur Elektromobilität hören

  • Kalkulierbare Energiekosten
  • Besser Fahrleistungen
  • Entspannteres Fahren
  • “Tanken” in der Garage
  • Erhebliche niedrigere Betriebskosten
  • Wartungsaufwand
  • Geringerer Verschleiß
  • Keine Probleme mit etwaigen Fahrverboten
  • Keine Lärm- und Abgasbelastung
  • Standheizung im Winter
  • Vorklimatisierung

Die Aufzählung ist nicht nach Wertung geordnet und auch nicht abschließend.

Kurzum, mit fehlt nichts. Und trotz kleinem Akku fehlt mir vor allem eines nicht, das Hauptargument aller Verbrennerfahrer, Reichweite.
Lest dazu auch gerne meinen Bericht über die Fahrt zum Skifahren.

Stop! Eines fällt mir dann doch ein. Ich kann am Ioniq zwar eine Anhängerkupplung montieren, aber Anhänger ziehen darf ich nicht. Brauchen würde ich diese vor allem für den Transport vom Fahrrad. Aber nur als Anbauteil für den Fahrradträger ist mir das dann doch zu teuer. Gleicher Preis wie eine herkömmliche Anhängerkupplung, weniger Nutzen.
Ich besitze zwar keinen Anhänger, aber für den seltenen Fall einmal in die Verlegenheit zu kommen einen Hänger ziehen zu müssen, ist das Fahrzeug eben nicht geeignet.

Lösung, man leiht sich einen Transporter im Möbelhaus, für mich der klassische Fall, in dem ein Anhänger zum Einsatz kommen könnte.

Probleme oder Ärgernisse

Gleich bei der Auslieferung meines Ioniq war der Regensensor ohne Funktion. Eine kurze Analyse ergab als Ursache eine fehlerhafte Verklebung des Sensors an der Frontscheibe. Ersatzteil wurde bestellt und neu verklebt, seitdem arbeitet auch der Regensensor ohne Probleme.

Defekte jeglicher Art sind erwartungsgemäß ansonsten noch keine aufgetaucht.

Einmal gab es einen Ladeabbruch am DC-Lader. Jedoch war diese Säule in den nächsten Tagen komplett ausgefallen, so dass ich den Grund eher bei der Ladesäule und weniger am Fahrzeug sehe. Ansonsten, anstecken und problemlos laden.

Die positiven Punkte

Ein komfortableres Fahren in jeder Hinsicht. So gut wie nie mehr eine Bremse nutzen zu müssen. Das alleine ist mit einem Verbrenner nicht mehr zu vergleichen. Beim herkömmlichen Auto, vernichte ich meine Energie, wandle sie über die Bremse um, in Wärme. Beim E-Auto wird daraus wieder Energie und senkt meinen Verbrauch. Mit den unterschiedlichen Rekuperationsstufen, einstellbar über Lenkradpaddel, kann ich die Verzögerung einstellen. In der höchsten Stufe fahre ich zu 80 Prozent nur mehr mit dem Gaspedal, einfach herrlich.

Gleichzeitig ermöglicht mir die einfache Einstellung aber auch das Segeln, also das Fahren mit völlig entkoppeltem Motor. Gerade am Anfang ist es erstaunlich, wie weit das Auto ohne Antrieb rollt. Gut das könnte man auch mit auskuppeln beim Verbrenner vergleichen, aber wer macht das regelmäßig? Beim Elektroauto ist es ein Zug am Lenkradpaddel, fertig.

Da ich mit meinem Fahrzeug im Außendienst unterwegs bin, verbringe ich teilweise meine Mittagspause im Fahrzeug. Und im Winter ist es einfach genial, die Heizung auch während der Standzeiten zur Verfügung zu haben. Die Wärmepumpe läuft, braucht kaum Energie und ich sitze im mollig warmen Auto.

Fahren auf der Autobahn mit Spurhalteassistent und Abstandstempomat, bis Stillstand und automatisches wieder anfahren ist ebenso eine Sache die ich nicht mehr missen möchte. Gerade im zähflüssigen Verkehr, oder bei stop an go.

Kein Nachdenken mehr ob das Öl schon warm genug ist um ordentlich Gas zu geben. Oder allgemein, bin ich im richtigen Gang um zu überholen. Selbst bei Automatik habe ich die Verzögerung vom Kickdown. Beim Elektroauto drück ich aufs Strompedal und beschleunige mit vollem Drehmoment, egal wie schnell ich fahre.

Die Energiekosten stehen für mich von vornherein fest. Mein Strompreis für den Haushaltsstrom gilt das ganze Jahr. Egal ob am Morgen oder Abend, ob zur Urlaubszeit oder nicht. Und das Tanken an der eigenen Steckdose ist dann ja auch der worst case. Sparen tut man bei allen kostenlosen Lademöglichkeiten, die es ja durchaus noch gibt.

Im Falle des Hyundai Ioniq sind natürlich auch die 5 Jahre Herstellergarantie nicht zu verachten. Auf die Hochvoltbatterie gewährt Hyundai eine 8 Jahres Garantie bis 200.000 km.

Ladeprobleme?

Nicht wirklich. Ein erhöhter Planungsaufwand bei längeren Strecken ist aber schon erforderlich. Das ist aber gar nicht so zeitintensiv. Wenn jemand jetzt überwiegend Langstrecke fährt, zu unterschiedlichen Destinationen, dann sehe ich es umständlicher als den Verbrenner.

Man muss sich Schnellladesäulen suchen und auch immer einen Plan B zur Verfügung haben. Vielleicht sollte man besser sagen, noch muss man den Plan B haben. Mit zunehmender Verbreitung von Ladeparks mit mehreren Säulen, kann ich mich schon drauf verlassen eine funktionierende Säule zur Verfügung zu haben.

Im Alltagsbetrieb gibt es keinerlei Probleme mit dem Aufladen. Entweder zu Hause, in der Garage. Über Nacht wird er immer voll. An der Schuko-Steckdose.
Oder unterwegs beim Einkaufen, parken oder am Schnelllader. Es gibt zahlreiche Apps die mir die verfügbaren Ladesäulen anzeigen. Und in dem Gebiet in dem ich mich bewege, weiß ich inzwischen die meisten, für mich passenden, Ladepunkte.

Auf Langstrecke verwende ich die Seite www.abetterrouteplanner.com

Die Navigationslösung berücksichtigt auch die Höhenprofile der Strecke. Und errechnet mir die Ladestrategie um am schnellsten ans Ziel zu kommen. Funktioniert!

Ärgerlich sind allerdings noch die unzähligen Ladetarife, da muss was passieren.

Fazit

Jeder, der nicht verbohrt am Verbrenner festhält, sollte eine Probefahrt im Elektroauto in Erwägung ziehen. Spätestens wenn ein Fahrzeugwechsel ansteht. Vielleicht sogar ein E-Auto für ein oder zwei Wochen mieten. Die meisten wollen nicht mehr zurück zum Verbrenner.

Es gibt bereits eine Modellvielfalt an Elektroautos, bei denen viele ein Fahrzeug das für sie passt finden können.

Ausprobieren und entscheiden. Die Zukunft ist elektrisch

Wenn man in den letzten Wochen und Monaten die Medien verfolgt, könnte man den Eindruck gewinnen, dass bei der Elektromobilität das Jahr 2019 als Jahr des Aufbruchs in die Geschichtsbücher eingeht.

Im großen Stil kündigen die deutschen Hersteller neue Modelle von Elektroautos, in unvorstellbarer Vielfalt an. Zwar nicht dieses Jahr und vielleicht auch nicht unbedingt gleich nächstes Jahr, aber sie sind sich sicher, dass ein wahres Modellfeuerwerk am Start ist. Allen voran Volkswagen, die sich nun mit ganzem Eifer der Elektromobilität widmen wollen.

Ankündigungsweltmeister oder Überzeugungstäter

Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer häufiger. Klar ist, dass der Wandel zur Elektromobilität seine Zeit braucht. Aber ebenso klar ist mir, dass man von Seiten der deutschen Hersteller lange die Verbrennertechnologie verteidigt hat und das Thema batteriebetriebene Fahrzeuge als Unfug abgetan hat. Jetzt erkennt man, dass man diesen Weg mitgehen muß, ob man will oder nicht. Und das geht, meiner Meinung nach, jetzt in einem rasanten Tempo. Limitiert hauptsächlich wegen knapper Akkukapazitäten.
Noch 2017 hat der damalige VW-Manager Matthias Müller in einem vor Arroganz kaum zu überbietenden Statement über Tesla gelästert.

2019 ist man sich sicher das der Elektromobilität die Zukunft gehört.

Die ersten Auswirkungen des Wandels zeigen die jüngsten Zulassungszahlen. Noch wird das ganze auf die Probleme mit der WLTP-Zulassung geschoben. Ob das der einzige Grund ist, darf zumindest angezweifelt werden. Weltweit sank der Verkauf von VW allein im Dezember um neun Prozent.
Jeder zweite VW wird aktuell in China verkauft. China ist momentan der wichtigste Absatzmarkt und setzt verstärkt auf Elektroautos. Und China baut diese Elektroautos inzwischen selbst. Aktuell, nicht erst in zwei Jahren. Und will damit auch in Europa auf den Markt drängen. Spätestens jetzt schrillen in den Vorstandsetagen die Alarmglocken.

Befeuert wird das ganze auch noch von Tesla. Das Model 3 verkauft sich sehr gut. Ist ebenfalls aktuell schon erhältlich und nicht nur angekündigt. Zudem hat man vor kurzem Preissenkungen, vor allem bei den hochwertigen Ausstattungslinien, publiziert.

Das Thema Elektromobilität nimmt extrem Fahrt auf und es droht ein Desaster für die deutsche Automobilwirtschaft. Ein Desaster, das den ganzen Standort Deutschland treffen kann, aufgrund fataler Fehlentscheidungen im Management einzelner Firmen.

Auf Ankündigungen müssen jetzt sehr zügig Taten folgen.

Ablenkungsmanöver

Häufig hört man noch, der Staat müsse für eine ausreichende Infrastruktur sorgen, damit sich die Elektromobilität durchsetzen kann. Vorher hat es ja keinen Sinn diese Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, weil sie der Kunde nicht will.

Aber oh Wunder, der Kunde kauft jetzt schon Elektroautos, und die Zulassungszahlen nehmen zu. Zugegeben noch relativ langsam, aber ich bin mir sicher, das wird sich sehr schnell steigern. Die Nachfrage ist da.

Natürlich steht außer Frage, das sich bei der Ladeinfrastruktur noch viel bewegen muss. Eine bessere Verteilung der Schnellladesäulen. Eine Ausstattung mit mehreren Ladesäulen an einem Platz. Abrechnungstechnisch muß es Vereinfachungen geben. Aber das hätte man ja ebenfalls schon verstärkt in Angriff nehmen können. Wenn man es ernst meint.

Die deutschen Fahrzeughersteller sollten sich ein Beispiel an Tesla nehmen. Das Unternehmen hat ohne staatliche Förderung ein weltweites Netz an Superchargern installiert. Und der Aufbau dieser Ladeinfrastruktur zahlt sich jetzt aus. Das hat viel Geld gekostet, ohne Zweifel. Aber beispielsweise der VW-Konzern hat einen ganz anderen finanziellen Background als es Tesla hat. Mutige Entscheidungen sind das Stichwort.

Jetzt hat Volkswagen ein Papier veröffentlicht, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird die Förderung der Elektroauto umzustrukturieren und fordert die Regierung zu schnellem Handeln auf. Die Vorschläge zielen ganz klar auf die in Kürze erscheinenden VW-Modelle ab. Es klingt ein klein wenig nach Panik.

Vielleicht sehe ich das Thema zu kritisch. Ich hoffe ich werde eines besseren belehrt. Anstrengungen bedarf es von mehreren Seiten um den Wandel zur Elektromobilität zu schaffen.

Und den Artikel bitte nicht falsch verstehen, ich wünsche es, vor allem dem VW-Konzern, dass er die Wende schafft. Es hängt zu viel an diesem Hersteller. Too big to fail.

Am Samstag 30. März 2019 findet eine Sternfahrt zur Landshuter Umweltmesse statt. Eingeladen sind alle Elektromobilisten. Beginn ist um 10 Uhr, Ende 18 Uhr. Reservierte Parkplätze mit Lademöglichkeit stehen zur Verfügung.

Nähere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier

Es gibt die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen und mit interessierten Besuchern in Kontakt zu treten.
Ich denke es ist eine gute Gelegenheit, die positiven Aspekte des Elektroautos darzulegen und zu diskutieren.

Einige Vorträge zur Elektromobilität dürften sicherlich auch interessant sein. Kurt Siegl, der Präsident des Bundesverband eMobilität, zum Beispiel, erörtert in seinem Vortrag die Mythen der E-Auto Kritiker.

Die Roadshow des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zum Thema Elektromobilität macht ebenfalls in Landshut Station.

Ich nehme teil und hoffe auf einen interessanten Tag und angenehme Gespräche. Also auf zur Sternfahrt, zur Landshuter Umweltmesse.

Der Ionity Ladepark in Neumarkt in der Oberpfalz nimmt langsam Formen an.

Ich habe heute am allego Triple-Lader nebenan geladen. Inzwischen sind 4 Ladesäulen aufgebaut und werden zur Zeit angeschlossen. Bei widerlichstem Wetter übrigens. Sturm und strömender Regen.
Auf dem Bild zu sehen, dass es an diesem Ladepark auch eine ausreichende Beleuchtung geben wird. Von einer Überdachung ist jedoch leider nichts zu erkennen.

Ich tippe auf eine Eröffnung Ende März bis April. Es geht voran und immer mehr weiße Flecken ohne Schnelllader verschwinden.

Ionity ist ein Joint Venture von Daimler, BMW, Ford, VW, Audi und Porsche. Man will ein flächendeckendes Netz mit Schnellladesäulen aufbauen. Ladeleistungen von bis zu 350 kW sind dabei möglich. Zur Zeit zahlt man pauschal für den Ladevorgang 8 Euro. Fahrzeuge mit großer Batterie können dort also sehr kostengünstig laden. Wann auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung umgestellt wird steht noch nicht fest.h

Europaweiter Ausbau in Planung

Ionity hat es sich zur Aufgabe gemacht einen europaweiten Ausbau mit HPC-Chargern (High-Power-Charging) in Angriff zu nehmen.
Ziel ist es, ein europaweites Reisen mit dem Elektroauto angenehm und mühelos zu gestalten.
Dazu gehört eben auch ein einheitlicher Preis an den Ladesäulen und einfache Bezahlmöglichkeiten. Ein großer Vorteil ist auch, dass an jedem Ladepark mehrere Ladesäulen zur Verfügung stehen. Außerhalb der Tesla-Blase ist sowas bisher eher der Ausnahmefall. Und immer wieder muss man aufgrund einer defekten Ladesäule einen Umweg in Kauf nehmen um überhaupt zügig weiter zu kommen. Auch Wartezeiten wegen belegter Ladesäulen werden in nächster Zeit an den Ladeparks eher selten zu erwarten sein.

Die Ladeinfrastruktur wächst mit dem zunehmenden Bestand an Elektroautos, oder besser gesagt, sie wächst bisher schneller. Immer wieder geäußerte Befürchtungen wegen überfüllter Schnellladesäulen sind bis auf weiteres unbegründet. Der Ionity Ladepark in Neumarkt am Autohof an der A3 wird sicher gut frequentiert werden.

Elektromobilität kommt – immer schneller.

Update 27.03.

Ladepark ist in Betrieb

Es gibt sie immer noch, kostenlose Ladesäulen. Einkaufsmärkte und
-zentren bieten oftmals noch die Möglichkeit gratis zu laden. Meistens beschränkt auf die Zeit während des Einkaufs, aber das ist ja völlig legitim.
Wenn sich während des Einkaufs die Chance ergibt, kostenlose Ladesäulen zu nutzen, wird das Angebot von mir gern angenommen. Gerade auch angesichts mancher Mondpreise fürs Laden.

Ärger mit blockierten Säulen

Mit zunehmenden Elektroautobestand werden auch die kostenlosen Ladesäulen frequentierter. Wenn beim Einkauf alle Säulen schon belegt sind, hat man eben Pech gehabt. Ein Anrecht auf eine gratis Lademöglichkeit besteht schließlich nicht. Sie ist nur eine nette Zugabe.

Aber genau hier liegt auch mein Ärgernis. Die nette Zugabe wird immer häufiger ausgenutzt. Zu Lasten derjenigen, die tatsächlich nur während des Einkaufs etwas Strom laden wollen. Und selbstverständlich auch zu Lasten des Einkaufsmarkts.

Ladesäulen am Supermarktparkplatz komplett belegt.

Wie oben zu sehen, alle Ladeplätze belegt. Der eigentlich für ein Carsharing-Fahrzeug reservierte Platz wurde dann von mir selbst genutzt.

Der Carsharing i3 stand auf dem Platz daneben, laut Anzeige seit einem Tag und 22 Stunden. Ok, vermutlich wurde die Säule vom Carsharing Dienst mitfinanziert. Wer zahlt schafft an. Bei den beiden anderen i3 stand einer schon seit Stunden voll rum und der andere hatte 22 kW geladen. Also an einer AC-Ladesäule geht das mal auch nicht so ruckzuck während des Einkaufs.
Der Kundenbindungseffekt durch kostenlose Ladesäulen wird in dem Fall aber leider nicht mehr erfüllt. Eine Überwachung der Ladevorgänge gibt es dort nicht.

Laden ohne einzukaufen

Noch dreister war ein Vorfall erst heute beim kostenlosen DC-Lader der hiesigen Aldi Filiale. An der Säule stand ein nagelneuer Audi etron. Ingolstädter Kennzeichen, Vorführwagen. 100 Meter neben der Aldi Filiale ein VAG-Händler. Laut Anzeige stand der Audi dort seit einer dreiviertel Stunde. Der Fahrer kam just in dem Moment als ich den Parkplatz verlassen wollte zu Fuß zum Fahrzeug, von außerhalb. Auf die Frage wie lang er noch laden wolle kam die Antwort, eine halbe bis dreiviertel Stunde. Leute…..so klappt das alles nicht. Das Laden an der kostenlosen Säule wird von Aldi zwar nach 1 Stunde beendet. Aber man kann den Ladevorgang natürlich jederzeit erneut starten.

Klar, auch bei Aldi interessiert es erstmal keinen wer da an der Ladesäule steht. Aber man sollte doch soviel Fairness verlangen können, diese Angebote auch nur so zu nutzen wie sie gedacht sind. Nicht als kostenlose Ladesäule für Durchgangsverkehr, sondern als Werbemaßnahme für den Einkaufsmarkt.

Wenn diese Angebote so schamlos ausgenutzt werden, verfallen wir wieder in eine Zeit, wo ich mir die Ladekarte im Markt abholen muss. Und das kann wohl nicht der richtige Weg sein. Aber unvernünftige Nutzer machen jegliche einfache Lösung zunichte.

Schön wäre, wenn jeder einfach ein wenig mitdenkt. Jeder freut sich, wenn er während des Einkaufs kostenlos laden kann. Seht die Möglichkeit der kostenlosen Ladesäulen als willkommene Zugabe.
Ich kann aber auch sagen, das man mit einigen Elektromobilisten durchaus reden kann, falls sie sich am Fahrzeug befinden. Und oft wird die Säule auch freigemacht. So sollte der Normalfall sein, oder Idealfall…


Beinahe an jeder Ladesäule klebt ein Hinweis, von wem die Ladesäule denn gefördert wurde. EU, BMVI und Programme der Bundesländer, liest man am häufigsten.

Wie ist das denn eigentlich mit defekten Ladesäulen? Damit meine ich jetzt nicht kurz mal defekt, sondern ein Ausfall über Wochen und Monate. Gibt es da eine Klausel in den Förderbedingungen? Überwacht das jemand? Und warum gibt es eigentlich keine öffentliche Stelle an die man solche Defekte melden kann? Die Ladesäulen-Förderung ist noch verbesserungsfähig.

Was wird gefördert.

Es gibt unterschiedliche Programme zur Förderung der Ladeinfrastruktur:

In Bayern beispielsweise das Programm Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Gefördert werden AC- und DC Ladesäulen.
Dort wird eine Mindestbetriebsdauer von 6 Jahren verlangt. In diesem Zeitraum ist ein halbjährlicher Bericht abzugeben. Einen konkreten Hinweis in den Förderbedingungen, bezüglich eines längerfristigen Ausfalls, konnte ich nicht finden.

Deutschlandweit gibt es eine Förderung durch das BMVI, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Die Förderrichtlinien sind praktisch gleich mit den o.g. Bedingungen von Bayern. Das Land Bayern hat diese wohl 1 zu 1 übernommen.
Das heißt auch in diesem Fall, 6 Jahre Mindestbetriebsdauer, kein Hinweis was bei einem langfristigen Ausfall passiert.

Die EU fördert ebenfalls. Fast-E lautet hier der Titel. Die Förderung betrifft hier ausschließlich DC-Ladepunkte. Leider habe ich in diesem Fall keine Bedingungen für die Förderung auf der Webseite gefunden. Gefördert wurden dabei Ladesäulen an strategisch wichtigen Punkten.

Defekte Ladesäulen

Immer wieder steht man vor einer defekten Ladesäule. Gut, Technik kann auch mal ausfallen. Im Falle von DC-Ladesäulen kann das aber schnell zum Problem werden. In manchen Landstrichen bin ich auf eine ganz spezielle Säule zum Laden angewiesen. Wenn die dann defekt ist, was man vorher nur selten erkennen kann, braucht man einen Plan-B.

Das Stromtankstellen-Verzeichnis auf goingelectric.de ist durchaus hilfreich, leider aber auch nicht immer ganz aktuell. Zumindest bietet es aber einen groben Überblick bei öfter genutzten Säulen. Hiermit vielleicht auch ein Apell die Ladevorgänge einzupflegen, denn manchmal ist ein aktuelles Ladelog hilfreich.

Ladeinfrastruktur Regensburg

Ich will hier am Beispiel von Regensburg die aktuelle Situation schildern.

Defekte DC-Ladesäulen in Regensburg und Umgebung.
Einer davon ist ein allego Lader, der inzwischen seit mehreren Wochen defekt ist. Dieser wird in kaum einer APP als defekt angezeigt. Er wurde von der EU Co-finanziert. Der Ausfall der Ladesäule wurde mehrmals beim Betreiber gemeldet, jedoch bisher ohne Erfolg. Da stellt sich natürlich schon die Frage, wie es in so einem Fall mit Fördermitteln aussieht. Gibt es eine Stelle die sich um sowas kümmert? Mir ist zumindest nichts bekannt.

Ein zweiter DC-Lader, ebenfalls seit Wochen ausser Betrieb, wird wohl in Kürze wieder in Betrieb genommen. Zumindest war dies die Aussage des regionalen Stromversorgers REWAG. Man wartete dort auf ein Ersatzteil, dass letzte Woche, KW 6/19, eingebaut werden sollte. Bisher, KW7/19, ist die Säule allerdings noch als defekt gemeldet.

Beide oben angesprochenen Säulen befinden sich in der Nähe einer Autobahnausfahrt. Sind also wichtig für E-Autofahrer auf der Durchreise. Im Falle des allego-Laders habe ich einen Franzosen getroffen, der reichlich verzweifelt war, da er die Fehlermeldung am Display nicht zuordnen konnte und alle möglichen Karten durchprobiert hatte. Für ihn wäre eine Info über den Defekt der Säule sehr hilfreich gewesen. Er war, wie ich, in einem Hyundai Ioniq unterwegs. Die Reichweite im Winter ist so, dass ich mir schon eine Ladestrategie überlegen muss. In Fahrtrichtung Passau wäre die nächste DC-Lademöglichkeit gut 40 Kilometer entfernt.

Im Bezug auf die Zuverlässigkeit der Infrastruktur muss noch einiges passieren. Wünschenswert wäre eine Internetplattform, bei der ich Live-Informationen über die Verfügbarkeit von Ladesäulen bekomme. Jede Ladesäule ist ans Internet angebunden. Vielleicht sollte man etwas von den Fördermitteln dazu verwenden, um eine entsprechende Datenbank aufzubauen. Wäre ein kleiner aber sehr wichtiger Baustein zur Förderung der Elektromobilität. Bisher ist das Thema Ladeinfrastruktur nach wie vor unbefriedigend.
Denkbar wäre auch eine Rückforderung von Fördermitteln, um die Betreiber anzuhalten, schnell für eine Instandsetzung zu sorgen.

In einem der nächsten Artikel, gehe ich auf die Abrechnungsmodelle bei geförderten Ladesäulen ein. Ganz explizit, bei einer neu errichteten AC-Säule im Regensburger Umland.

Update 19.02.19

Beide DC-Säulen sind inzwischen nach 5-wöchigem Ausfall wieder in Betrieb

Es entwickelt sich zur Zeit eine eher ungute Rivalität. Die Meinungsunterschiede zwischen Elektroautofahrer und Verbrennerfahrer nehmen zu. Es führt allerdings in keiner Hinsicht weiter, sich gegenseitig zu bekriegen. Ziel sollte sein, durch Argumente zu überzeugen und keinen Keil zwischen diese beiden Technologien zu treiben, die noch über Jahrzehnte nebeneinander existieren werden.

Was steckt hinter den Anfeindungen

Man könnte manchmal meinen, es handelt sich um eine regelrechte Verschwörung gegen die Elektromobilität.
Viele machen die Elektromobilität verantwortlich für die Dieselfahrverbote. Aber das steht in keinerlei Zusammenhang. Man sucht den schwarzen Peter bei den Elektromobilisten.

Seltsamerweise wird mit keiner Silbe erwähnt, dass die Problematik ihren Anfang bei der verbotswidrigen Manipulation von Software, in Dieselfahrzeugen des Volkswagen Konzerns lag. Das brachte diese nun nicht mehr enden wollende Diskussion um den Diesel ins Rollen.
Fahrverbote gegen Dieselfahrer sind momentan der Gipfel der Maßnahmen. Fahrverbote die nicht von Fahrern von Elektroautos gefordert werden.

In den letzten Wochen und Monaten verlegt man sich zunehmend darauf, den Schuldigen bei den Elektroauto Befürwortern zu suchen. Vermutlich weil man gegen die Autohersteller nicht ankommt. Sie sitzen die Problematik aus, oder wollen neue Geschäfte generieren. Um in die Elektromobilität einzusteigen, fehlen schlicht die verfügbaren und konkurrenzfähigen Fahrzeuge. Sie kommen, jedoch erst in einigen Monaten, wenn nicht Jahren. Solange richtet sich der Zorn der Diesel Fahrer jetzt gegen die Elektromobilität. Weil man sie angeblich zum Elektroauto zwingen will. Dem ist jedoch in keinster Weise so. Jeder kann nach wie vor das Auto kaufen das seinen Ansprüchen am besten entspricht.

Es wird sich also bekriegt und beleidigt was das Zeug hält. Aber das bringt uns keinen Schritt weiter. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Was also tun? Fair und offen miteinander umgehen. Es geht doch nur um eine Einstellung wohin wir uns entwickeln und was die Zukunft sein wird.
Ich bin überzeugt, dass sich Elektroautos durchsetzen werden. Aber nicht dieses Jahr und vermutlich auch nicht die nächsten zehn Jahre. Verbrenner wird es noch lange zusätzlich geben. Sie sind aktuell noch deutlich günstiger. In hoher Stückzahl und Modellvielfalt verfügbar. Und jeder findet ein Auto das perfekt für ihn passt.

Also kein Grund Angst zu haben, das plötzlich nur noch Elektrofahrzeuge zur Verfügung stehen werden. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Etwas Gelassenheit und Offenheit gegenüber neuer Technik helfen weiter.

Kein Fahrer eines Elektroautos will jemanden seinen Diesel verbieten.

Vorurteile und gesteuerte Fake-News

Die Vorurteile die immer wieder angebracht werden habe ich bereits in den vergangenen Artikeln aufgegriffen.
Teilweise wird sogar ganz bewusst mit Unwahrheiten Stimmung gemacht.
In den sozialen Medien werden diese polemischen Artikel natürlich gern aufgenommen und als Tatsachen dargestellt. Auch wenn man versucht dies mit Fakten zu widerlegen… man dringt nicht durch.

Man kann dahinter nun eine Verschwörung vermuten, oder es ist einfach nur eine Blockadehaltung. Auffällig ist jedenfalls, dass viel Gegenwind aus der Ecke der Anhängerschaft einer bestimmten Ecke kommt. Menschen, die oft generell Angst vor Neuem und Fremden haben. Ich möchte natürlich nicht jedem Kritiker diese Einstellung unterstellen. Es ist nur eine gewisse Häufung festzustellen.

Vielleicht aber ist es gar nicht mal die Masse die gegen Elektromobilität eingestellt ist. Es kann sein das nur eine Minderheit umso mehr lautstark dagegen Position bezieht. Ich will hoffen das nicht die Mehrheit der Bevölkerung so an stark an Bewährtem festhalten will. So feindlich gegenüber fortschrittlichen Techniken eingestellt ist.

Wirklich bedenklich finde ich in der Tat die zögerliche Vorgehensweise unserer deutschen Automobilhersteller beim Wandel zur Elektromobilität. Wir drohen den Anschluss zu verlieren. Zugegebenermaßen gibt es noch einige andere internationale Hersteller die den Wege ebenfalls nicht gehen wollen. Ich sehe diese strategische Entscheidung für falsch und fatal. Der Wandel vom Verbrenner zum Elektroauto ist fundamental und nicht mehr aufzuhalten.

Diskutieren kann man über Alles. Aber fair sollte es bleiben.

Im letzten Quartal 2018 ist der Anteil an Diesel Neuzulassungen innerhalb der EU weiter gesunken. Alternative Antriebe konnten Marktanteile dazugewinnen. Vereinfacht gesagt: Diesel flop, Alternativen hopp.

Diesel im Abwärtstrend

Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen, sinken die Zulassungszahlen für Diesel PKW. Der Marktanteil innerhalb der EU sank auf knapp 34 Prozent. Vor einem Jahr noch, war der Diesel mit 41,2 Prozent, deutlich stärker nachgefragt. Die Verunsicherung unter den Autofahrern ist offensichtlich groß. Die Dieselfahrverbot-Diskussion leistet hier ganze Arbeit. Der ehemalige Heilsbringer, was den CO2-Ausstoß angeht, verliert zunehmend das Vertrauen. Die Masse an Umsteigern wechselt jedoch zum Benzin getriebenen Fahrzeug. Dort wuchsen die Zulassungszahlen um etwa 5 Prozent, auf nunmehr 57,2 Prozent.

Nicht vergessen darf man allerdings dabei den erhöhten CO2-Ausstoss im Vergleich zum Diesel. Die ohnehin schon nicht erfüllten CO2-Grenzen sind somit noch schwerer einzuhalten.

Benzinmotoren werden zwar tendenziell immer sauberer, aber im Gegenzug werden die Fahrzeuge größer, schwerer und leistungsstärker.

Alternative Antriebe werden stärker nachgefragt

In zunehmenden Masse zeichnet sich inzwischen auch der Wechsel zu den alternativen Antrieben ab. Zusammengefasst unter diesem Oberbegriff sind vollelektrische Fahrzeuge, Hybride und gasbetriebene Kfz.

Vor allem vollelektrische und Hybride haben einen Sprung bei den Zulassungen gemacht.

Insgesamt befinden sich Fahrzeuge mit vollelektrischen Antrieb auf dem Vormarsch. In den USA, China und den 5 wichtigsten europäischen Märkten wurden im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Stromer verkauft. Das entspricht einer Steigerung um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Steigerungsraten bei den rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen waren dabei deutlich höher als bei den Hybriden und auch als bei den Plug-in-Hybriden.
PwC Analyst Christoph Stürmer sagte dazu: “Wenn sich der Trend aus 2018 in den führenden Märkten fortsetzt, dann wird schon in diesem, spätestens im nächsten Jahr, jedes zweite neu zugelassene Elektroauto ein reiner Stromer sein.”

Deutscher Markt für Elektroautos wächst langsam

In den europäischen Ländern sind von 1.000 neu zugelassenen Fahrzeugen 8 vollelektrische, in Deutschland 11. International führend ist China, die bereits auf 34 rein batteriebetriebene Autos pro 1.000 Zuklassungen kamen.
In Europa überwiegt immer noch der Trend zu den Hybriden, getrieben vor allem von den Herstellern, die damit ihren CO2-Flottenverbrauch senken können.
Norwegen ist in Europa Vorreiter, was die Zulassung von Elektroautos betrifft. Da kommt es den Verbrenner-Herstellern nur recht, das die in Norwegen zugelassenen Elektroautos neuerdings doppelt auf ihren Flottenverbrauch angerechnet werden. Auch wenn Norwegen kein EU-Staat ist, für die Statistik nimmt man es da nicht so genau. Für jeden in Norwegen zugelassenen Elektro-PKW kann man dann in der EU wieder einen Diesel oder Benziner verkaufen. Kuhhandel.

Norwegen fördert die Elektromobilität enorm, daher entwickelt sich der Markt dort dementsprechend stark.

Zusammenfassend kann man sagen, die Elektromobilität befindet sich auf einem guten Weg. Die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen steigt überproportional. Zeit für die deutschen Hersteller mit Fahrzeugen auf den Markt zu kommen.
Wenn die Versprechen wahr werden, dann sollte einem auch da nicht zu Bange sein.

Ein weiteres, gerade in dieser Jahrezeit, vorgebrachte Vorurteil gegen Elektromobilität: Der Akku reicht im Stau nicht zum Heizen. Es wird angenommen, dass ein Elektroauto, aufgrund der fehlenden Motorwärme, nicht genügend Energiereserven für die Heizung im Akku hat. Was verbraucht denn so ein E Auto für die Heizung im Winter? Wird ein langer Stau zum Problem für Elektroauto und die Heizung?

24 Stunden Stau

Man könnte meinen, jeden Tag laufe ich Gefahr in einen tagelangen Stau zu geraten. Wenn ich mein Auto kaufe, frage ich den Verkäufer als Erstes: Sagen Sie mal, wie lange kann ich denn mit dem Fahrzeug heizen. Heizen im Sinne von warm machen. Weil auf meiner täglichen Pendelstrecke oder auch auf meinen Urlaubsreisen stehe ich mindestens einmal im Monat 12 Stunden im Stau. Und da will ich es schön warm haben. Das ist mir wichtig. Ja, kann man machen. Sinnvoll? Aus der Sicht einiger Kritiker wohl ja.


Ich fahre nun seit 34 Jahren Auto. Insgesamt bisher etwa 850.000 Kilometer. In einem Stau, für mehr als 3 Stunden, war ich bisher noch nie. Zumindest ging es Stop and Go weiter. Aber einen Stillstand, habe ich für so lange Zeit noch nie erlebt. Und so geht es den Meisten anderen Menschen auch.

Ganz aktuell war der Mega Stau am Brenner ein Thema in allen Nachrichten. Warum ist das so? Weil es ein absoluter Ausnahmefall ist. Und deshalb soll ich weiter Diesel fahren? Ähm, Nö.

Wie lange heizt denn das E-Auto

Nehmen wir den Hyundai Ioniq, oder jedes andere Elektroauto welches mit Wärmepumpe heizt. Wenn die Aufheizphase bei ausgekühltem Auto vorbei ist, habe ich einen Heizverbrauch von, im Schnitt, 800 Watt in der Stunde. Da läuft die Heizung dann allerdings ohne Pause. Zusätzlicher Einsatz der Sitzheizung schon inbegriffen. Die braucht so gut wie keinen Strom. Also warmen Popo hab ich immer. Wenn mein Akku auch nur halb voll ist, kann ich ununterbrochen für mehr als 10 Stunden heizen. Ehrlich, ich mach mir null Gedanken über einen sich entleerenden Akku im Winter, im Stau. Aber finde es schön, dass so viele Verbrennerfahrer sich um uns sorgen.

Ja im Extremfall kann der Akku leer werden. Ja im Extremfall kann der Treibstoff ausgehen. Und im Extremfall stehe ich neben einem LKW der mir seine Dieselabgase in meine Lüftung bläst. Mir kann Essen und Trinken ausgehen. Es kann alles Mögliche passieren. Ich kann meine Planungen aber doch nicht auf Extremfälle ausrichten. Wird auch keiner machen der sich einen Diesel oder Benziner kauft.

Woher kommen die Bedenken?

Warum kocht dieses Thema überhaupt so oft nach oben? Viele haben sich noch nicht wirklich eingehender mit einem Elektroauto beschäftigt. Weder eines näher angesehen, geschweige denn eine Probefahrt absolviert.
In erster Linie denken die Kritiker sicher an die Elektroheizung zu Hause oder einen Heizlüfter. Irgendwo im Hinterkopf hat man ja das Wissen, so einen Elektro-Heizlüfter nur im Notfall und dann möglich kurz zu betreiben, weil der Stromverbrauch so hoch ist. Selbiges nimmt man dann auch beim Elektroauto an.
Das sich die Entwickler eines E Autos aber auch um dieses Thema gekümmert haben und sich um die Effizienz der Heizung Gedanken machen ist auch klar. Wie oben bereits erwähnt, in vielen Modellen befindet sich eine moderne Wärmepumpe, die für wohlige Wärme, auch bei niedrigen Temperaturen, bei moderatem Energieverbrauch sorgt.Auch im Hausbau setzt man ja inzwischen häufig auf Wärmepumpen, die Energiesparend funktionieren. Für die größte Kälte ist als Zusatzheizer noch ein Heiz-Element verbaut, welches die Wärmepumpe zeitweise unterstützen kann.

Die Technik hinter so einer Wärmepumpe ist übrigens schon lange bewährt. Jeder besitzt sie vermutlich in seinem Haushalt, nur mit umgekehrten Wirkprinzip, seinen Kühlschrank.

Fazit: Eine Angst im Winterstau ist unbegründet. Zumindest was die Heizung im Elektroauto betrifft.

Ein weiterer aktueller Bericht zu gängigen Vorurteilen befindet sich hier Allheilmittel Elektroauto

Nach nun einem Monat mit meinem Hyundai Ioniq, nun die erste Langstrecke zum Skiurlaub. Die Bedingungen waren relativ schlecht. Minus 3 Grad, windig, teilweise Schneegestöber, mit Schneebedeckten Fahrbahnen. Die Reichweite im Winter liegt bei mir inzwischen im Schnitt bei etwa 180 Kilometer. Die Strecke die zu bewältigen war, belief sich auf 260 Kilometer. Also musste ich auf jeden Fall zwischenladen.

Ladepausen

Das Schreckgespenst aller Verbrennerfahrer – die Ladepause.
Ich habe meine Strecke mit der App abetterrouteplanner.com geplant. Eine gute Navigationslösung für Elektroautofahrer, bei der auch die jeweiligen Höhenunterschiede mit berücksichtigt werden. Dort werden einem dann Ladesäulen empfohlen, mit jeweiliger Ladedauer und nötigem Akkustand. Die Prognose ist sehr genau, man konnte sich gut darauf verlassen.

Die erste Ladepause war bereits nach 100 km weil ich nicht mit voll gefüllter Batterie gestartet bin, bzw. noch Besorgungen zu erledigen hatte. Ein kostenloser Schnelllader am Edeka Supermarkt. Rein in den Parkplatz und ein Zwillingsbruder, Ioniq in blau, stand am Lader. Laut Ladesäule aber schon bei 70 Prozent. Ok, war natürlich in der Planung nicht inbegriffen. Aber nach zehn Minuten Wartezeit war die Säule frei und ich habe geladen bis 84 Prozent. Nebenbei beim Edeka eingekauft.

Nach zwanzig Minuten gings weiter bis Salzburg. Dort sollte ich laut Planer nochmal laden, da es anschließend bis zum Zielort noch einiges an Höhenmetern bergauf waren. Aber auch diese Ladesäule war belegt, durch einen BMW I3. Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Da kann man dann nur neidvoll auf die Tesla Supercharger blicken. Dort gibt es meines Wissens immer mindestens sechs Ladepunkte. Da ist die Gefahr, das alle über einen längeren Zeitraum belegt sind eher gering.


In Salzburg gibt es aber glücklicherweise zahlreiche Alternativen an Schnellladern, der nächste war 4 km entfernt. Den dann angefahren, war frei und wiederum kostenlos, angesteckt und kurz durch die nebenan befindlichen “Panzerhallen”, eine Art Kultur- und Einkaufszentrum gebummelt. Dort habe ich dann mehr geladen als empfohlen, da der Bummel etwas länger als geplant wurde. Und mit etwa 10 Minuten Verzögerung, im Vergleich zur geplanten Ankunftszeit, hatten wir unser Ziel erreicht. Vor Ort gab es 3 Schnellader, u.a. bei einem erst vor einigen Wochen eröffneten Lidl Markt – wieder kostenlos. Diesen Lader habe ich dann auch vor der Rückfahrt genutzt, um mit 94 Prozent Ladung auf Reise zu gehen.

Generell kann man feststellen das die Infrastruktur mit Schnellladern in Österreich besser ausgebaut ist als bei uns. An der Strecke entlang der B20 gibt es auf eine lange Strecke nur einen einzigen Schnellader. Aber das wird sich in Kürze entschärfen, da in Pilsting, am Kreuzungspunkt der B20 mit der A92 ein Ladepark entsteht.

Winterbetrieb

Sehr zu schätzen gelernt habe ich inzwischen das Vorheizen am Morgen. Ohne Abgase läuft die Heizung und ein Eiskratzen ist somit völlig überflüssig. Bei Minus zehn Grad am Morgen dauerte es ganze drei Minuten bis das Eis an der Frontscheibe begann wegzutauen. Und somit ist dann auch das ärgerliche wieder vereisen nach kurzer Fahrt Geschichte.

Die kostenlose Ladesäule beim Lidl-Markt in Radstadt, Salzburger Land

Rückreise

Die Rückfahrt habe ich ebenfalls wieder mit “abetterrouteplaner” geplant. Erstaunlich wie genau das funktioniert. Die prognostizierte Akkuladung war bis auf 2 Prozent genau. Durch die nun längere Bergab Strecke bei der Rückreise, musste ich nur einmal zum Laden stoppen. Dort auch nur noch eine Ladung bis 70 Prozent um die Heimat wieder zu erreichen. Aber auch dort haben wir wieder etwas mehr geladen, da das Beine vertreten länger gedauert hat als geplant.
Ankunft dann zuhause mit einer Restreichweite von 60 Kilometer. Reicht um am nächsten Tag wieder in die Arbeit zu kommen.

Fazit

Die ganze Fahrt, inklusive der Fahrten am Urlaubsort, verlief absolut problemlos. Die notwendigen Ladepausen waren für uns in keinster Weise nervig. Sicher muss man dazu aber die richtige Einstellung haben, oder finden. Für denjenigen der möglichst schnell sein Ziel erreichen will, ist jede Pause nervig. In meinem Fall macht das elektrisch fahren viel zu viel Spaß, als dass ich die Pausen als negativ empfinden würden.

Nicht zu vergessen sind auch die anfallenden Kosten. Strom habe ich, für die gesamt etwa 650 Kilometer, für 1,50 Euro geladen. Sicher soll das hier nicht als Maßstab gelten. Aber zur jetzigen Zeit wird die Elektromobilität eben gefördert und diese Förderung nehme ich dankend an. Und meist kauft man dann doch wenigstens einen Kaffee am Ladeort. So könnte man diese Kosten wieder gegenrechnen.

Meiner Meinung nach ist es nicht ein einzelner Faktor der das elektrische Fahren so positiv gestaltet. Es ist die Summe vieler Faktoren. Fahrkomfort und Kosten spielen aber schon auch eine große Rolle.