Auf der Klimakonferenz in Kattowitz hat man 2 Wochen lang um Ergebnisse gerungen. Hat man einen Durchbruch erreicht? Leider Fehlanzeige.
Die Klimakonferenz  hat die Ziele von Paris etwas konkretisiert. Fragen bleiben offen. Es wurden keine Maßnahmen beschlossen um den Klimawandel zu stoppen. 
Das Hauptaugenmerk lag vielmehr auf bürokratischen Entscheidungen.


Beispielsweise die Reaktion auf den kürzlich veröffentlichten Bericht des Weltklimarates, der eine Begrenzung des klimabedingten Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad empfiehlt:
Um die Formulierung, wie mit diesem Bericht umgegangen werden soll, hat man gerungen. Der Bericht wurde von Saudi-Arabien, Kuwait, Russland und den USA lediglich “zur Kenntnis genommen”. Der Großteil der Länder hat den Bericht “begrüßt”. Als Resultat einigte man sich auf die Formulierung, “die rechtzeitige Fertigstellung des Berichts wird begrüßt”.
An dieser Darstellung sieht man, wie gewillt die Staatengemeinschaft ist, tatsächlich den Klimawandel zu bekämpfen. Es kann einem Angst und Bange werden. Nichtsdestotrotz wurde die Konferenz als erfolgreich bewertet.

Welche Position nimmt Deutschland ein

In Deutschland wurde eine Kommission eingesetzt, die den Ausstieg aus der Kohleverstromung ausarbeiten soll. Dabei drängt, gerade beim Kohleausstieg, die Zeit. Wie lange eine Kommission braucht um zu Ergebnissen zu kommen ist bekannt.
Eine Arbeitsgruppe soll die Verkehrswende vorbereiten. Im Jahr 2019 soll ein Klimaschutzgesetz verabschiedet werden. Man merkt, es sind einige Absichtserklärungen, Erfolg offen. Mit anderen Worten, man hat nichts greifbares abgeliefert. Dessen ungeachtet war man auch von Seiten unserer Regierung zufrieden mit dem Ergebnis.

Das Klimaschutzgesetz soll langfristig die Planung und Regelung für ein treihausgasneutrales Deutschland festlegen. Verkehr, Hausbau, Energie und Landwirtschaft sollen im Klimaschutzgesetz Vorgaben erhalten. 

Greta Thunberg spricht Klartext

Eine Schülerin aus Schweden, 15 Jahre alt, hat den Konferenzteilnehmern die Leviten gelesen. Sie spricht aus, was viele denken.

“Ihr sagt ihr liebt Eure Kinder und doch stehlt ihr vor ihren Augen ihre Zukunft.”

Sie sei nicht gekommen um die Politiker anzubetteln, da diese sie eh nur ingorieren werden, wie die ganze Zeit zuvor.

“Euch gehen die Entschuldigungen aus und uns geht die Zeit aus. Wir sind hierher gekommen um euch wissen zu lassen, es wird Veränderungen geben. Ob es euch gefällt oder nicht. Die Macht liegt bei den Menschen.”

Unter dem Strich ist das Ergebnis nach zwei Wochen mager. 
Die Hoffnung auf weitreichende Beschlüsse wurde entsprechend nicht erfüllt.
Das ist insbesondere für die von der Klimaveränderung besonders betroffenen Gebiete erschreckend.

Das Eichrecht mischt auch bei Stromverkaufsautomaten mit. So wird eine Ladesäule im Gesetz zum Eichrecht bezeichnet. Das sagt eigentlich auch schon einiges über die deutsche Gesetzgebung aus.

Problematik

Das Eichrecht verlangt eine geeichte Messbarkeit der verkauften Strommenge. Diese muss für den Nutzer auch nachträglich prüfbar sein. Die größten Probleme macht diese nachträgliche Prüfbarkeit der Daten.
Im Eichrecht gilt jede Ladesäule als Messgerät, eben analog zur Zapfsäule von Kraftstoff. Das ist ja erstmal auch gar nicht verwerflich sondern eher zu begrüßen.

Für verkauften Strom an einer Wechselstromladesäule (AC) ist zumindest die geeichte Erfassung der Strommengen weniger problematisch. Lösungen hierfür gibt es bereits.
Bei Gleichstromladesäulen (Schnellader  DC) hingegen wird es da schon schwieriger. Inzwischen gibt es zumindest zwei Module die die Zulassungshürde bei der Physikalischen Technischen Bundesanstalt geschafft haben.

Einfache aber nicht sehr intelligente Lösung

Der Ladesäulenbetreiber rechnet nicht mit Strommengen oder  nach Zeit ab. Eichrechtlich erlaubt ist auch eine Abrechnung nach Pauschale. Das wird derzeit teilweise genutzt und führt zu grotesken Entwicklungen. Ganz aktuell hat z.B. die Telekom bekannt gegeben an ihren Verteilerkästen per Pauschale abzurechnen.
Egal wie viel man Strom lädt, es kostet immer das gleiche. Eine Tankstelle sollte einmal auf diese Geschäftsidee kommen. Shitstorm vorprogrammiert. Meist ist diese Pauschale dann auch in einer Höhe die nur noch Kopfschütteln verursacht, aber mich sicher nicht dazu bewegt gerade dort zu laden.

Immer vorausgesetzt man weiß auch gerade was man an der entsprechenden Ladesäule zahlt.

Eine Preisangabe findet man bestenfalls in der Handy App. Falls Netz verfügbar….

Zeitbasierte Abrechnung

Auch die zur Abrechnung gebrauchte Zeit ist über geeichte Messeinheiten festzustellen.
Einfacher umzusetzen als die kWh Abrechnung, vor allem an DC Säulen. Gleichwohl aber auch ein ungerechtes System. Die Ladeleistung der einzelnen Fahrzeuge ist zu unterschiedlich und im Laufe des Ladevorgangs auch wechselnd. Als Übergangslösung sicher aber allemal praktikabler als Pauschaltarife.
Zumindest kann man mit dieser Abrechnung Dauerparker an den Ladesäulen vermeiden.

Transparente Abrechnung ist Pflicht

Vermutlich funktioniert es nur über die Gesetzgebung die Ladesäulenbetreiber zu einer transparenten Abrechnungsmethode zu zwingen. Die Flucht in die pauschale Abrechnung ist ein Holzweg.
Es sollte eine klare Anzeige vom zu zahlenden Preis geben, ähnlich wie es eben auch an den Tankstellen der Fall ist. Ebenso will ich auch nach dem Laden wissen was mich das kostet. Nicht erst am Monatsende oder noch später.

Ein Blackout in der Stromversorgung könnte eine Folge von zunehmenden Betrieb von Elektroautos sein.
So ein sich hartnäckig haltendes Vorurteil der Kritiker.

Stromverbrauch steigt unwesentlich

Es steht mehr als genug Energie zur Verfügung um auch erheblich mehr Elektroautos mit Ladestrom zu versorgen.
Ein aktueller Bericht bei firmenauto.de gibt an, dass

eine Million Elektroautos den deutschen Stromverbrauch um lediglich 0,35 % steigern würde.

Selbst wenn alle deutschen PKW, ca. 40 Millionen, elektrisch betrieben würden, führt das nicht zu einem Engpass in der Stromversorgung.
Und das mit ausschließlicher Versorgung durch erneuerbare Energien. Ohne Kohle- und Atomstrom. Was ein äußerst wichtiges Kriterium ist.

Die Versorgung mit erneuerbaren Energien steigt in letzter Zeit stark an.

Energieversorger sehen keine Gefahr

Große Energieversorger wie Eon und Innogy gehen davon aus, das bei Weitem ausreichend erneuerbare Energien zur Verfügung stehen um alle etwaigen Elektromobile mit Strom zu versorgen. Das Bundesumweltministerium ist zum gleichen Ergebnis gekommen.
Zudem werden praktisch zu keiner Zeit alle E-Autos gleichzeitig geladen.
Die Lösung um solche Szenarien erst gar nicht entstehen zu lassen, sind intelligente Ladesysteme. Aber die lassen noch auf sich Warten. Ebenso wie die Einführung intelligenter Stromzähler.

Konzept notwendig

Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen um die Stromversorgung intelligenter zu machen.
Nicht alleine die Dieselproblematik sollte im Vordergrund stehen. Nicht die Umstellung auf neuere Verbrenner sollte das Konzept sein. Vielmehr muss die Zeit jetzt genutzt werden um Alternativen aufzuzeigen und sich klar für einen Wandel der Mobilität einzusetzen.

Stromversorger und Politik gehören zur Entwicklung eines tragfähigen Plans an einen Tisch. Und dann sollte man erwarten können, das es genug schlaue Köpfe gibt um so ein Konzept für eine intelligente Ladestromversorgung auf die Beine zu stellen. Jetzt hat man es in der Hand die richtigen Strukturen zu schaffen.

Strompreise könnten sogar sinken

Die Strompreise für die Haushalte könnten durch den zunehmenden Strombedarf für Elektroautos sinken. Dies hat das  Frauenhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe errechnet. Angenommen wurde ein Bestand von 4 Millionen Elektroautos im Jahr 2030.
Auch hier ist der Knackpunkt der gewählte Ladezeitpunkt. Gesteuerte Ladevorgänge könnten die Stromnetze viel effektiver auslasten, weil Stromspitzen bei hoher Sonnen- und  Windkraft Einspeisung durch gesteuerte Ladevorgänge besser abgefangen werden können. Die Verlegung von Ladezeiten in die Nachtstunden wäre ein weiterer positiver Aspekt. Anreize könnten auch durch eine entsprechende Tarifgestaltung geschaffen werden. Eine flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler lässt ebenfalls auf sich warten.

Ladesäulen gibt es. Rein von der Anzahl auch genug. Ein wenig ungerecht verteilt vielleicht. Aber die Anzahl ist auch gar nicht das Problem. Die Ladeinfrastruktur wächst langsam aber stetig.

Es fehlt ein Konzept und der Wille eine kundenfreundliche Infrastruktur aufzubauen.

Ärgernisse

  • Ladekartenflut
  • Tarifdschungel
  • lang anhaltende Defekte
  • unterschiedlichste Abrechnungsmodelle
  • unattraktive Standorte

1 Million Elektroautos bis 2020

Die deutsche  Regierung hatte, und soweit ich weiß hat sie es immer noch, das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020. Wenn es nicht so traurig wäre, eine absolute Lachnummer. Eine Absichtserklärung ohne Konzept, ohne Ideen und vor allem ohne den Willen das auch umzusetzen. Ein Lippenbekenntnis, wie so oft in letzter Zeit.

So etwas ärgert mich maßlos. Die Wahrheit ist, die Regierung tut unserer Autoindustrie nicht weh. Blockiert den Umstieg zur Elektromobilität wo immer sich die Möglichkeit dafür bietet, getrieben von den Auto Lobbyisten. Die Hersteller selbst wollen auf diesen (Elektro-) Zug am aller wenigsten aufspringen. Na gut, seit Jahren wird ein wahres Modellfeuerwerk an Elektroautos von den deutschen Herstellern angekündigt. Nur die Jahreszahlen verschieben sich immer weiter nach hinten. Siehe auch

Deutschland wird gerade von einer zukunftsträchtigen Entwicklung abgekoppelt.

Gut man sollte nicht ausschließlich auf die deutschen Hersteller einprügeln, auch alle anderen bekleckern sich nicht mit Ruhm. Aber ich schweife ab.

Die Deutsche Telekom bietet Lösung, oder eher nicht?

Vielleicht wird ja auch die Deutsche Telekom der Heilsbringer was Ladesäulen angeht. In Bonn und Darmstadt wurden jetzt erste öffentliche Ladesäulen in Betrieb genommen. Und zwar an vorhandenen Verteilerkästen der Deutschen Telekom. Je Verteilerkasten ist die Planung mit 2 Typ-2 Ladesteckern mit jeweils 11 kW. Naja, besser als gar keine Lademöglichkeit. Mein geplanter Hyundai Ioniq lädt an diesem Stecker dann einige Stunden um fit für die Weiterfahrt zu sein. Aber das Problem sollte man nicht der Telekom anlasten.  Der Preis für eine Ladung, egal wie viel, 7,89 Euro. Und juhu, da ist sie wieder die kundenfreundliche Lösung. Wer denkt sich sowas aus.
Glück, wenn man zuhause laden kann. So wie bei mir, die kwh für etwa 28 Cent. Ebenfalls Ökostrom, so wie bei der  Deutsche Telekom auch.
Eine Heimladung, sollte ich völlig leergefahren sein, kostet mich so maximal 7,84 Euro. Na ist doch fast das gleiche. Nur werde ich seltenst mit einem völlig leeren Fahrzeug an eine öffentliche Ladesäule gehen und dort den Wagen komplett vollknallen. Der Punkt ist einfach der, welcher Fahrer eines Verbrenners würde an der Tankstelle einen Pauschalpreis akzeptieren, egal wieviel er tankt.

Ach ja, bezüglich der eher bescheidenen Ladeleistung hat die Telekom noch ein Ass im Ärmel. Man will in nächster Zeit ein Netz mit Schnelladesäulen aufbauen. Geplant sind langfristig wohl 500. Preis pro Ladevorgang, knapp 15 Euro…pauschal.

Super Geschäftsidee, wird der Hit!

Dazu passt auch der folgende verlinkte Bericht:

https://ecomento.de/2018/11/06/verbraucherzentralen-vzbv-chaos-an-elektroauto-ladesaeulen-beenden/

Oft hört man als Argument gegen Elektrofahrzeuge mit Batteriespeicher  (BEV), dass die Zukunft dem Wasserstoff gehört. Ist das wirklich so?

Stand heute

In Deutschland gibt es aktuell an die 50 Wasserstofftankstellen. Ein Ausbau des Netzes wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Technisch ist so eine Tankstelle aufgrund des hohen notwendigen Drucks bei der Speicherung nicht so einfach zu realisieren und daher auch sehr kostspielig.
Mit Kosten von mehr 1 Million Euro muss gerechnet werden.
Das Netz an Ladesäulen ist dagegen deutlich besser ausgebaut (Stand Nov. 18 ca. 9.500 Ladepunkte) und wird aktuell in hohem Tempo erweitert. Die Technik dafür ist vorhanden und mehr oder weniger ausgereift.

Die Herstellung von Wasserstoff aus Elektrolyse ist sehr energieintensiv. Eine Industrie zur Wasserstofffertigung für den Treibstoffsektor gibt es in größerem Stil in Deutschland noch nicht. Das Argument, dass der Wasserstoff aus überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird greift nicht. Um die Fertigung einigermaßen kostendeckend zu betreiben muss die Produktion mindestens 4.000 Betriebsstunden im Jahr schaffen. So viele Überschuss Zeiten  haben wir aber bei weitem nicht.

Energiebilanz

Bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse und anschließender Umwandlung von Wasserstoff in Strom zum Antrieb des Elektromotors im Auto verbleiben von ursprünglich eingesetzten 100 kWh nur noch etwa 30 kWh. Also ganz ähnlich wie ein Verbrenner der nur ein Drittel der Energie aus seinem Treibstoff in Vortrieb umwandelt. Wohlwollend gerechnet hätte ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug einen Verbrauch von etwa 60 kWh auf 100 km.
Ein BEV liegt etwa bei 15kWh.

Um Wasserstoff zu verflüssigen, um ihn dementsprechend mit geringem Volumen zu transportieren, ist viel Energie zum Kühlen erforderlich. Der Kraftstoff um den Tankzug zu den Tankstellen zu schicken kommt ebenfalls noch dazu. Weiterer Energieeinsatz nötig.

Wasserstoff ist ein sehr flüchtiger Stoff. Was eine Lagerung in den Kraftstofftanks der Fahrzeuge erschwert.

Eine Fahrt über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich noch schwierig, da im angrenzenden Ausland kaum Wasserstofftankstellen vorhanden sind; noch weniger als in Deutschland. Eine Reichweite von etwa 500 Kilometern hilft da nur bedingt weiter.

Aber es gibt auch Vorteile

Der Rohstoff um Wasserstoff zu erzeugen, also Wasser, ist beinahe unbegrenzt vorhanden. Bei der Verbrennung entsteht wieder nur Wasserdampf. Also hoch umweltfreundlich.
Die Betankung dauert nur einen Bruchteil so lang wie ein Ladevorgang beim BEV.

Die Forschung schreitet auch sicher mit großen Schritten voran. Ob das BEV der Weisheit letzter Schluss ist mag man bezweifeln. Aber Stand heute ist es auf jeden Fall eine deutlich ausgereiftere alltagstaugliche Technik die jedermann (abgesehen von den hohen Lieferzeiten durch starke Nachfrage) sofort einsetzen kann.

Meiner Meinung nach wird es noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern bis ein Wasserstoff Fahrzeug eine Alternative zum jetzigen Elektroauto sein wird.

Aber die Zeit bis dahin kann nicht mit weiteren Verbrenner Neuzulassungen überbrückt werden.

Wasserstoff als Speicherlösung für den Überschuss Strom kann vorübergehend vielleicht eine Lösung sein.
Wobei es sicher sinnvoller ist auf intelligente Stromnetze zu setzen, aber das ist ein anderes Thema….

Die Zeit ist reif für Elektromobilität und irgendwann in Zukunft dann vielleicht auch mit Wasserstoff als Treibstoff

Erneuerbare Energien haben den Brutto Stromverbrauch in Deutschland  in den 3 ersten Quartalen 2018 zu 38 Prozent gedeckt.
Dazu zählen

  • Windkraft
  • Sonne
  • Wasser
  • Biomasse

Damit wurde annähernd soviel Strom aus erneuerbaren Energien wie aus Kohlestrom erzeugt.

Damit setzt sich der Aufwärtstrend der letzten Jahre für die Ökostromhersteller fort. Für die Elektromobilität ist das eine sehr gute Nachricht. Muss man sich doch immer wieder, wenn auch ungerechtfertigte, Kritik anhören bezüglich des deutschen Strommix.

Ökostromverwendung wichtiger Punkt

Wenn man es Ernst meint mit der Entwicklung der E-Mobilität, dann steht dies im untrennbaren Zusammenhang mit der Nutzung erneuerbarer Energien. Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen richtig stellen um die Umstellung auf “grünen” Strom zu beschleunigen. Dies wurde sinngemäß auch vom Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) so gefordert. Dessen Chef, Stefan Kapferer, sagte u.a.

Es muss sichergestellt werden, dass beim weiteren Ausbau kein Fadenriss entsteht.

Die Verwendung von Ökostrom zum Laden von Elektroautos sollte Pflicht werden. Benötigt wird aber ganz sicher ein funktionierendes Speichersystem. Meiner Meinung nach ist dies eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Die Förderungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wurden jedoch in letzter Zeit zurückgefahren. Es wird sich zeigen, ob der Markt schon stark genug ist um sich, auch ohne Förderungen, stärker weiter zu entwickeln.

Am 08. November 2018 war der bislang letzte Dieselgipfel zwischen unserem Verkehrsminister Andreas Scheuer und den drei deutschen Autoherstellern VW, BMW und Mercedes. Opel, mein Hersteller, vermutlich weil nicht mehr deutsch als Angehöriger des PSA Konzerns, war nicht dabei.  Übrigens alle anderen Hersteller auch nicht. Aber die haben ja auch keine schmutzigen Diesel (Ironie).

Ergebnis

Diskussionswürdig. Teilweise versteh ich es einfach nicht mehr. Das heißt, eigentlich verstehe ich schon. Die Beziehung Regierung und Autolobby ist eben eine ganz besondere. Wie soll da ein tragfähiger Entschluss zustande kommen. Worüber man immer und immer wieder verhandelt sind die leidigen Hardwarenachrüstungen. Und auch diesmal wehren sich die Hersteller mit Händen und Füßen.
BMW lehnt Hardwarenachrüstungen komplett ab. Können die sich das erlauben? Vermutlich, man hat zumindest nichts Gegenteiliges von unserem Gesetzgeber gehört.
VW will die Hardwarenachrüstung nur auf Kundennachfrage anbieten und sich an den Kosten bis zu einer Höhe von jetzt 3.000 € (vormals 2.400 €) beteiligen. Bis zu einer Höhe ist auch eine gute Formulierung.
Mercedes beteiligt sich auch bis zu 3.000 €.

Aber alles nur, wenn der Halter in einer intensiv belasteten Stadt das Fahrzeug zugelassen hat.

Aber wie sieht überhaupt so eine Hardwarenachrüstung aus? Was bringt sie überhaupt? Man kann es gar nicht so wirklich sagen. Bis dato gibt es keine zugelassene Lösung! Auch nicht für viel Geld. Inzwischen gibt es aber wohl zumindest von zwei Herstellern einen Antrag auf Zulassung ihrer Technik.

Softwarelösung derzeit Stand der Technik

Mein Opel Insignia hat vor zwei Wochen eine freiwillige Produktverbesserungsmaßnahme aufgespielt bekommen. Ich hab dies im Rahmen einer fälligen Wartung mit erledigen lassen. Der verpflichtende Rückruf, der aus einer freiwilligen Maßnahme eine Pflichtveranstaltung macht, steht vor der Tür.Versprochen wurde

  • kein Mehrverbrauch (kann ich bestätigen)
  • keine Leistungseinbußen (bin mir nicht sicher)
  • keine sonstigen Einschränkungen (dazu unten mehr)
  • Der AdBlue Verbrauch kann steigen (Jawoll! Ordentlich!).

Was ich definitiv sagen kann, die Laufkultur des Motors ist um Klassen schlechter. Er klingt nicht nur kalt wie ein Dieselmotor eben früher geklungen hat. Er rüttelt sich und schüttelt sich. Vor allem im halb warmen Zustand, bei Ampelstops im Leerlauf. Grauenhaft. Entweder ist was schief gegangen oder Opel hat den Stand der Technik zurückgedreht.

Ein weiterer Werkstattaufenthalt ist vorprogrammiert. Und was noch viel mehr nervt. Der Wert des Wagens sinkt und sinkt. Der Verkauf steht aber irgendwann an. Der Wertverlust wird sich geschätzt wohl um die 15 % bewegen.
Es wird Zeit das mein Elektro Ioniq endlich zur Übergabe bereit steht. Da sich dies vermutlich noch ein dreiviertel Jahr hinzieht, bleibt die Hoffnung das sich die Unsicherheit zum Thema Diesel bis dahin wieder etwas gelegt hat.

Die versprochenen Umweltprämien bei einem Neukauf sind in meinen Augen nur ein weiteres Verkaufsprogramm. Will ich wieder ein Fahrzeug desselben Herstellers, der mich mit meinem jetzigen schon an der Nase herumgeführt hat? Nein will ich nicht.

Der Kreis zur obigen Behauptung das unsere Regierung eine ganz besonders innige Beziehung zur Autolobby pflegt, zeigt sich auch in dem vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) versandten Brief.
Darin wird ganz offiziell Werbung für den Umtausch umweltfreundlicher Autos der Hersteller VW, BMW und Mercedes gemacht. Inklusive Angaben zu den nötigen Kontaktadressen.
Von einer Behörde erwarte ich mir einfach Neutralität und keine Werbung.

Nach einem Bericht von PwC Autofacts nimmt die Elektromobilität weltweit Fahrt auf. Deutschland hinkt allerdings ein bisschen hinterher.

48,2 Prozent Wachstum in 2018

So hoch waren die Wachstumsraten in China, den USA und den fünf wichtigsten europäischen Märkten im Vergleich zu 2017. Im Vorjahr hatte man noch ein Wachstum von gut 36 Prozent. Die Kurve zeigt also deutlich nach oben. Die Wachstumsrate für 2018 betrifft logischerweise nur die ersten 3 Quartale.
Die Neuzulassung von vollelektrischen Fahrzeugen legte dabei um 77 Prozent zu. Ich denke das Teslas Model 3 das in den USA in Stückzahlen ausgeliefert wird einen großen Teil dazu beiträgt. Das zeigt sich deutlich in den Steigerungsraten von vollelektrischen Fahrzeugen in den USA von knapp 94 Prozent. Bemerkenswert.
Auch China hat eine Steigerung um rund 82 Prozent bei den reinen Elektroautos. Der Stellenwert von Hybriden nimmt ab.

Deutschland hinkt hinterher

Die Steigerungsraten in Deutschland nehmen sich da durchaus bescheidener aus. Als Grund dürfte die begrenzte Verfügbarkeit von vollelektrischen Autos eine Rolle spielen. Kaum ein Modell das man unter einem Jahr Lieferzeit erhält. In Deutschland.
Die Analyse von PwC weist darauf hin, das die Hersteller noch nicht die hohe Nachfrage nach Elektroautos bedienen können.
Auch, wenn einige neue Modelle der deutschen Hersteller angekündigt sind, ist fraglich, ob sich das im Kalenderjahr 2019 bereits auf die Zulassungszahlen auswirkt. Vor allem weiß keiner so wirklich, wann und ob vollelektrische Modelle von deutschen Herstellern tatsächlich ausgeliefert werden.

Größere Anstrengungen notwendig

Man kann die zögerliche Annahme von Elektroautos in Deutschland allerdings nicht allein den deutschen Herstellern anlasten. Man muss als Verbraucher ja nicht zwingend ein deutsches Fahrzeug kaufen. Aber wie bereits oben erwähnt. Man wartet lange, falls man sich für eine Elektroauto entscheidet.
Die staatliche Förderung für den Kauf von vollelektrischen Fahrzeugen wird nicht mal annähernd ausgeschöpft.
Man versucht mit steuerlichen Anreizen bei den Dienstwagen den Absatz zu befeuern.
Zusätzlich wollen Kommunen und Stadtwerke den Ausbau von Ladesäulen beschleunigen. Das hilft sicherlich um der “Reichweitenangst” entgegen zu wirken. Immer ist die begrenzte Reichweite noch einer der Hauptgründe warum deutsche Autofahrer den Wechsel nicht wagen. Beinahe jeder stellt die Frage: Wie weit reicht die Batterie, wenn man ihm erzählt man habe sich für ein Elektroauto entschieden.
Praxistaugliche Modelle, die ja jetzt zunehmend kommen, sind ein weiterer Entscheidungsgrund. Man muss noch attraktiver werden um einen Wechsel zum E-Mobil interessanter zu machen, Neugierde zu wecken.

China größter Markt für Elektrofahrzeuge

In China wurden im dritten Quartal 2018 rund 200.000 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Viele davon aus chinesischer Produktion. China ist auch einer der großen Märkte für deutsche Hersteller. Es ist immens wichtig so schnell wie möglich das Rennen aufzunehmen. Man kann nur hoffen das 2019 tatsächlich Volumenmodelle der deutschen Hersteller auf den Markt kommen, wenn man sich ansieht wie rasant sich der Markt für BEV’s entwickelt.

Ganz so drastisch reagieren die wenigsten, wenn ich Ihnen von meiner Entscheidung erzähle. Aber auch diese Äußerung gab es schon. Die Reaktionen reichen von Neugier bis Unverständnis. Aber das macht ja erst mal nichts.

Wieso soll es ein Elektroauto sein

Nun, den Anstoß in meinem Fall gab (neben meinem Pedelec) ein Freund, der sich entschieden hat zu wechseln. Und der hatte bisher eigentlich immer relativ gut motorisierte, nicht zu kleine Premiumfahrzeuge.
Das brachte mich dann mal zum Nachdenken und recherchieren. Unter anderem deshalb hab ich auch den Blog ins Leben gerufen, um andere einfach mal zum Nachdenken anzuregen. Was der Einzelne dann daraus macht, ist ja seine eigene Entscheidung. Aber vielleicht schaff ich es, den Einen oder vielleicht sogar den Anderen auch noch, zu überzeugen. 😉

Also der Anfang im Kopf war gemacht. Je mehr Informationen ich hatte, umso interessanter wurde das Thema für mich. Nun bin ich relativ schnell von neuen Sachen zu begeistern. Also erst mal abwarten. Bis zur ersten Probefahrt.
Ja, da war es dann passiert. Die Entscheidung war unumstößlich. Ich halte sie auch nach wie vor für richtig.

Der Hyundai Ioniq wurde noch in der selben Woche bestellt und das Ende der Verbrenner Ära für mich, hoffentlich auf Immer, besiegelt.

Mit der erste Grund zu Wechseln war ursprünglich der Kostengedanke. Das erscheint mir zwar momentan eher nachrangig, damals war es mir sehr wichtig. Für die Anschaffung fällt erst mal eine höhere Summe an, eigentlich für mich der größte Betrag, den ich bisher für ein Auto ausgegeben habe.
Vergleicht man das allerdings mit einem ähnlich ausgestatteten Modell aus deutschen Landen, so relativiert sich der Preis wieder. Und wenn ich mich auf der Autobahn umsehe, welche Kaliber da überwiegend unterwegs sind…..da bin ich dann trotzdem eher am unteren Ende angesiedelt, was den Preis betrifft. Also so ganz unvernünftig finde ich es nicht, diese Summe auszugeben.
Allerdings, und das hat mich gereizt, die Betriebskosten sind dann doch erheblich niedriger als für meinen jetzigen Diesel. Das fängt dann auch wieder einen Teil des Kaufpreises auf. Man muss allerdings schon auch eine gewisse Kilometerleistung pro Jahr haben, um die ursprüngliche Mehrausgabe wieder aufzufangen.

Je mehr Fakten über die Elektromobilität im Vergleich zu den Verbrennern ich aufsaugte, desto bewusster wurde mir, welche Umweltverschmutzung hinter der Mobilität an sich steckt. Irgendwie verdrängt man das immer ein wenig was man da anrichtet. Das Elektroauto ist hier auch nicht das Allheilmittel. Aber doch deutlich sauberer, nachhaltiger und vor allem auch leiser. Gut, die Abrollgeräusche sind immer noch da. Wenn man sich jedoch mal an einer Hauptverkehrsader, zum Beispiel  an der Fußgängerampel, aufhält und bewusst hinhört… Wahnsinn. Welcher Lärm. Getoppt noch von manchen Sportwagen mit Klappenauspuff, die munter vor sich hin knallen. Ja sind wir denn eigentlich alle bescheuert? Vermutlich nicht. Aber irgendwie setzen wir scheinbar die Prioritäten falsch. Zumindest in meinen Augen.
C02, Stickoxide, Feinstaub. In aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Je höher die Zahl der Elektroautos, desto geringer die lokale Verschmutzung. Wir können mit Elektromobilität nicht die Welt retten, aber wir können einen kleinen Teil dazu beitragen. Und irgendjemand muss anfangen.

Bei der Probefahrt am beeindruckendsten sind unzweifelhaft die Fahrleistungen. Das Ding geht vom Stand weg ohne Schaltruck, ohne Vibrationen, ohne angestrengt zu wirken, ab. Und wie. Es macht Spaß. Und wenn man sich  dann noch ansieht, welche Verbrenner Motoren notwendig sind, um solche Leistungen abzugeben. Das macht das Ganze dann irgendwie sogar absurd. Gut, der Ioniq ist jetzt nicht der Sportwagen unter den E-Mobilen, aber im Sportmodus ist selbst der flott unterwegs. Ich denke, da brauch ich schon einen Turbo aufgeladenen 2 Liter Motor mit 200 PS um da mitzuhalten. Zumindest bis zur Autobahn Richtgeschwindigkeit…..
Ich hab neulich einen ganz interessanten Vergleich zum Leistungsgewicht gehört. Welchen Aufwand man beim Verbrenner betreiben muss, um diese Leistung bereitzustellen….

Ich bin überzeugt, mit meiner Entscheidung zum E-Auto richtig zu liegen. Jetzt noch den passenden Stromhändler dazu, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien anbietet, und ich denke, ich hab meinen CO2 Fußabdruck verringert. Es gibt anschließend immer noch genügend Stellschrauben, an denen ich drehen kann, um das noch weiter voranzutreiben.

In Deutschland übt man sich derzeit im Spiel Schwarzer Peter.
Der wird munter zwischen der Regierung und den Autoherstellern hin und her geschoben. Jeder will die Elektromobilität voran bringen, das dauert zu lange und man schiebt die Schuld auf den jeweiligen anderen.
Zumindest gibt man aber nebenbei so halbwegs eigene Versäumnisse zu.

Positive Perspektive für das Auto fehlt

VW Chef Herbert Diess sagte der Bild am Sonntag, “Leider kann sich momentan kaum jemand in der deutschen Parteienlandschaft eine positive Perspektive für das Auto vorstellen”. In der Bundesrepublik fehle es an einer echten Agenda Auto.

Diess bemängelte weiterhin, dass es in Deutschland an der nötigen Infrastruktur für Elektroautos fehle.
Man könnte aber auch sagen, das von BMW, VW, Mercedes und Ford gerade im Aufbau befindende Ionnity Ladenetz macht zu langsame Fortschritte. Man nehme sich ein Beispiel an Tesla. Dort gibt es ein funktionierendes Super Charger Netz. Eigenfinanziert von Tesla. Ohne Schützenhilfe aus der deutschen Politik.
Man muss also nicht zwingend mit den Finger auf andere Schuldige zeigen.

Eine direkte Antwort auf den Vorwurf von Diess hat nun Bundesverkehrsminister Scheuer gegeben.

Wer die Politik auffordert eine Agenda für die Zukunft des Automobils zu entwickeln, muss erst einmal selbst zeigen was er drauf hat. Wer nur von der Herausforderungen der Zukunft redet, aber nicht die Produkte der Zukunft schnell in die Läden bringt, läuft Gefahr den Weltmeistertitel im Autobau zu verlieren. Es gehe nicht darum auf Autoshows immer wieder neue auf Hochglanz polierte Modellwagen unter dem Tuch hervorzuzaubern, sondern darum diese auch auf die Straße zu bringen.

Die Antwort von Diess lässt sicher auch nicht lange auf sich warten.

Fehlende Attraktivität deutscher Elektroautos

Wirtschaftsminister Altmaier hat vor kurzem die deutschen Hersteller gerügt, dass sie wenig attraktive Elektroautos bauen.
Mit Blick auf die amerikanische und asiatische Konkurrenz muss man ihm Recht geben.
Das Design und die Konzeption deutscher Elektroauto Modelle hat Nachholbedarf.
Ebenso Nachholbedarf bestehe beim Thema autonomes Fahren. Volkswagen Chef Diess gab an das er entschlossen ist, diesen Rückstand bei der Entwicklung aufzuholen. Er verwies jedoch darauf, dass viel von der staatlichen Regulierung abhänge.
Da ist er wieder, der schwarze Peter.

Es wird geredet und geredet. Während im Riesen Automarkt China gerade der Zug abfährt. Und ich bezweifle ob unsere deutschen Hersteller da noch aufspringen können, wenn sie nicht schnell in die Gänge kommen.