Es sind immer wieder die gleichen Vorurteile gegen die Elektromobilität, mit denen man im Gespräch konfrontiert wird. Eines davon ist: Der Preis für eine Elektroauto ist viel zu hoch. Auf den ersten Blick vielleicht, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Die Kosten – Hyundai Ioniq

Nehmen wir der Einfachheit halber einmal zwei relativ vergleichbare Fahrzeuge. In meinem Fall, ich fahre den Hyundai Ioniq Electric, wäre das der Hyundai Ioniq Hybrid. Als reinen Verbrenner gibt es dieses Fahrzeug nicht, also muss der Hybrid herhalten. Beide in Ausstattung Style

FahrzeugmodellListenpreisEndpreis
Hyundai Ioniq electric35.50031.500
Hyundai Ioniq Hybrid28.15028.150

Bei den Anschaffungskosten wurde die Förderung der Bafa für Elektroautos berücksichtigt. Ein etwaiger Händlerrabatt käme da noch oben drauf.

Somit ist das reine Elektroauto um 3.350 Euro teurer als ein Hybrid. Soviel erst mal zu den Anschaffungskosten, die in der Tat deutlich höher liegen. Ab dem Zeitpunkt der Anschaffung jedoch schwingt das Pendel zum Elektroauto.

Als Beispielrechnung nehme ich meine persönliche Fahrleistung von etwa 30.000 km/Jahr. Dies muss man gegebenenfalls anpassen.

Die laufenden Kosten

Als Fixkosten wäre da einmal die KFZ-Steuer zu nennen.
Für das Elektroauto sind das die ersten 10 Jahre null Euro. Beim Verbrenner sind pro Jahr 32 Euro fällig, das ist natürlich bei diesem Hybrid noch relativ human.

Als Kundendienstintervall sind für beide Fahrzeuge 15.000 km festgelegt. Die Kosten für den Kundendienst kann ich leider nur schätzen. Dürften im Schnitt für den Electric 120 Euro betragen, für den Hybrid rechne ich mit 250 Euro im Durchschnitt. Wenn jemand genaue Zahlen hat, bitte anpassen.

Der größte Posten sind die Treibstoff- bzw. Stromkosten.
Den Electric rechne ich im Schnitt Sommer/Winter mit 13,8 kW/h auf 100 km. Den Hybrid mit 4,8 Liter, Quelle dafür sind die Angaben in Spritmonitor.de.
Als Kosten für den Strom nehme ich den ungünstigen Fall vom Haushaltsstromtarif, hier 28 Cent/kW Ökostrom. Die Masse der Ladungen findet aber wohl eher nicht zu Hause statt, da es dort zur Zeit zu teuer ist. Für den Benzin habe ich einen Wert von 1,47 €. Das ist der grob gemittelte Wert in 2018 laut Statista.

Stromkosten für 30.000 km pro Jahr 1.159,20 €
Benzinkosten für die gleiche Strecke 2.116,80 €

Gesamtkosten pro Jahr, eingerechnet Kundendienst, Steuer und Treibstoff.

Electric 1.400 € gerundet
Hybrid 2.650 € ebenfalls gerundet.

Ein Unterschied von 1.250 € pro Jahr. Sprich, nach weniger als 3 Jahren fährt der Elektro Ioniq günstiger als der Hybrid. Das Elektroauto hat den höheren Kaufpreis kompensiert.
Wie gesagt wurden dabei keine kostengünstigen Ladungen berücksichtigt. Zum Vergleich liege ich momentan bei Ladekosten von etwa 13 Cent/Kilometer. Es gibt auch, noch, sogenannte Flatrates, die Stromladen zum Fixpreis pro Monat erlauben.
Aber hier wie gesagt der momentan ungünstigste Fall angenommen.

Die Kosten beim Volkswagen Golf

Diesmal der Vergleich mit einem reinen Verbrenner, relativ schwierig, da es nicht so wirklich viele Fahrzeuge gibt, die sowohl als Verbrenner als auch als Elektroauto angeboten werden. Aber der Golf hat beide Varianten.

FahrzeugListenpreisAusstattungEndpreis
e Golf36.80032.800
Golf 1.5 TSI24.975Highline31.800

Wiederum wurde die Elektroauto Förderung beim Preis des e Golf berücksichtigt. Mit einigermassen vergleichbarer Ausstattung beträgt der Preisunterschied dann gerade einmal noch 1.000 €. Das Ergebnis ist also schon vorgezeichnet.

Fahrleistung wieder angenommen 30 TKM pro Jahr.
Für den Golf 1,5 TSI fällt noch Kraftfahrzeugsteuer in Höhe von 72 €. Der e Golf wiederum 10 Jahre steuerbefreit.

Spritmonitor wirft für den Golf 1.5 TSI einen Durchschnittsverbrauch von 6,53 Litern Benzin aus. Der e Golf verbraucht demnach 15 kW/h.

Mit welchen Kosten ich für die jeweilige Antriebsart rechne, kann man beim obigen Vergleich sehen.

Stromkosten für 30.000 km pro Jahr 1.260 €
Benzinkosten für 30.000 km pro Jahr 2.880 €, plus Steuer sind das 2.952 €

Bei dieser Fahrleistung fahre ich bereits nach einem Jahr mit dem e Golf günstiger als mit dem Verbrenner. Für den Diesel sollte es zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.

Den Vorteil bei den Wartungen habe ich in diesem Fall gar nicht mehr berücksichtigt. Genaue Zahlen von Volkswagen kenne ich da nicht. Aber das Verhältnis der Kosten wird ähnlich sein wie oben bei Hyundai.

Fazit: Die Anschaffungskosten sind bei Elektroautos höher, aber wenn man weiter rechnet, fährt man auf Dauer auf jeden Fall günstiger, selbst wenn sich der Strompreis irgendwann auch mal erhöhen wird.

Ein wahres Sammelsurium an Vorurteilen gegen die Elektromobilität hat vor einigen Tagen der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen Metall, der Metallindustriellen-Verband Niedersachsen eV., Volker Schmidt, in einem Zeitungsinterview abgefeuert. Ich will hier nur relativ kurz auf seine Argumente eingehen. Das Meiste wird, aufgeteilt auf die verschiedenen Themen, hier im Blog in gesonderten Artikeln dargestellt.
Dieses Interview strotzt allerdings so vor Falschaussagen das man es nicht unkommentiert stehen lassen kann und sollte. Zum nachlesen und wundern.

Verbraucher nehmen E-Fahrzeuge nicht an

Die EU versuche, die E-Mobilität mit der Brechstange einzuführen und zwar unabhängig davon, ob die E-Fahrzeuge vom Verbraucher überhaupt angenommen werden.

Lieferzeiten der aktuell gängigsten E-Fahrzeuge
Hyundai Kona 18 Monate
Kia d-Niro ca. 12 Monate
Hyundai Ioniq ca. 10 Monate, aktuell nicht bestellbar
Renault Zoe 4 Monate
Tesla Model 3 2 Jahre
Tesla Model S 3 Monate
VW e Golf 7 Monate
Audi eTron, Mercedes EQC, Porsche Taycan nicht bestellbar.

Ich denke, die Lieferzeit kommt nicht daher weil das alles Vorführwagen sein sollen, die mit Tageszulassung auf den Markt geschmissen werden, um Stückzahlen zu erreichen.

E-Mobilität ist die derzeit klimaschädlichste Antriebsart

Es wird immer wieder auf den CO2 Rucksack abgezielt, den das Elektroauto aufgrund seiner Batterie mit sich herumschleppt. Die CO2 Belastung sei so hoch, dass ein Diesel schon 200.000 Kilometer fahren muss, um soviel CO2 auszustossen wie die Herstellung des Akkus verursacht.

Herr Schmidt wörtlich: “Es ist ein gigantischer EU-amtlicher Selbstbetrug in Sachen CO2, denn E-Mobilität ist die derzeit klimaschädlichste Antriebsart. Doch wie sagt man so schön: Wenn alle dran glauben, ist das die schönste Form von Selbstbetrug.” 

Wer begeht denn hier Selbstbetrug, Herr Schmidt? Ich glaube nicht, dass Sie die Fakten nicht kennen. Warum hier so gepoltert wird, dazu weiter unten mehr

Stichwort klimaschädlichste Antriebsart siehe in diesem Artikel.

Das E-Auto tankt überwiegend Kohle

So so. Gewagte These, Herr Schmidt. Haben Sie denn dazu auch Zahlen oder haut man einfach mal Einen raus weil man grad in Stimmung ist.

Herr Schmidt wörtlich: “Beim heutigen Strommix mit rund 55 Prozent aus fossilen Energieträgern tankt das E-Auto überwiegend Kohle.”

Deutscher Strommix 2018:
Braunkohle 24,3 Prozent,
Steinkohle 15,2 Prozent. Wenn ich richtig rechne sind das dann zusammen 39,5 Prozent.
Quelle: Fraunhofer ISE
Aber vielleicht wissen Sie ja da mehr als alle anderen, Herr Schmidt.

Der Strom reicht nicht

Auch immer wieder gern genommen am Stammtisch. Das Stromnetz bricht zusammen wenn alle Elektroauto fahren. Angesichts der oben genannten Lieferzeiten rechne ich nicht damit das Ende Januar 2019 43 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Aber vielleicht lehne ich mich da ein bisschen weit aus dem Fenster.

Herr Schmidt sagt: “Wenn wirklich im prognostizierten Umfang E-Autos gekauft werden, steigt der Stromverbrauch bei uns exorbitant an. Diese Rechnung macht interessanterweise derzeit niemand auf.”

Doch Herr Schmidt, diese Rechnung wurde bereits durchgeführt, haben Sie vielleicht einfach übersehen in Ihrem begrenzten Umfeld.

Einige Informationen dazu, vom November 18, in meinem Artikel hier.

Zugegeben, der Artikel ist schon aus dem letzten Jahr, also wie Herr Schmidt schon sagt, derzeit mache ich die Rechnung nicht auf, sondern ein wenig früher als er.

Aber Verbrenner und Diesel, was ist damit

Papperlapapp. Einfach weiter so, da ist doch noch keiner dran gestorben, jetzt habt euch mal nicht so ihr Weicheier. So deute ich die Aussagen, aber lesen sie selbst.

Herr Schmidt spricht: der CO2 Ausstoss der Autoflotte ist ein Problem “…weil viele Kunden wegen des Dieselbashings auf Benziner umsteigen und so die CO2 Bilanz verschlechtern.”
Aber die Stickoxide….“Eine Scheindebatte. Es gibt bis heute kein einziges Beispiel dafür, dass durch Stickstoffdioxid im Straßenverkehr ein Mensch zu Tode gekommen ist.” Die Grenzwerte…“nur politisch gesetzte Grenzwerte. Sie sind toxikologisch nicht zu begründen.”

Ein Fachwissen hat der Mann, dass muss man ihm lassen.

Ich empfehle dazu einen Bericht aus dem Manager Magazin.
Da werden Daten vom Umweltbundesamt zitiert. Herr Schmidt beruft sich auf Daten vom Bundesumweltamt, vermutlich eine andere Stelle….

Warum macht der das

Der Artikel muss relativ lang gelesen werden, um zu verstehen was den Mann antreibt. Gut, die Vermutung hat man auch vorher schon.

Er will den Diesel erhalten. Zitat:
“Wir leisten uns als einziges Land der Welt den Luxus, eine Spitzentechnologie wie den Diesel nach allen Regeln der Kunst kurz und klein zu schlagen. Wir ignorieren zudem, dass gerade die deutsche Zulieferindustrie in hohem Maße abhängig ist vom anspruchsvollen Dieselaggregat. Ein Dieselmotor beispielsweise hat ungefähr 2200 Teile. Ein Elektromotor hat 150. Alleine das wird unsere Zulieferindustrie vor große Herausforderungen stellen.” – Quelle: https://www.svz.de/22121627 ©2019

Da kommt mir spontan die Satire in den Sinn. Mehrere Steinzeitmenschen ziehen durch die Straßen mit Transparenten:

Rettet die Faustkeilindustrie

Die Metallindustrie, also der Zweig den er vertritt, hat Angst vor dem Fortschritt. Sicherlich zum Teil auch berechtigt. Manche Betriebe haben die Zeichen der Zeit erkannt und befinden sich bereits in einem Umstellungsprozess. Hin zu neuen zukunftsfähigen Sparten.

Herr Schmidt, Sie sollten versuchen Ihre Mitgliedsbetriebe auf die Zukunft einzustellen und nicht auf die Zukunft zu schimpfen und den Fortschritt zu verteufeln. Das passiert in Deutschland die letzten Jahre leider viel zu oft.

Herr Dr. Volker Schmidt ist übrigens auch Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo GmbH in Hannover. Schon alleine deshalb sollte man doch erwarten, offen für die Zukunft zu sein.

Ich will nicht Schwarzmalen, aber die deutsche Autoindustrie muss sich sputen, um den Anschluß nicht zu verpassen. Sonst droht das selbe Schicksal wie für andere Weltmarktführer, siehe Nokia oder Kodak. Zu lange an überholter Technik festgehalten und nicht rechtzeitig auf Veränderung reagiert.

Interessant dazu auch:

Ich hoffe allerdings in dem Fall, daß ich mich täusche und die Autokonzerne mit ihren Entwicklungen bereits weiter sind als sie uns glauben lassen.

Heute wurde mein neuer Hyundai Ioniq Elektro zugelassen. Alles in allem funktionierte der ganze Prozess eigentlich zügig und beinahe reibungslos. Bis auf das böse WLTP.
Was sollte auch schon passieren. Alle Dokumente dabei, Online-Zulassung vorbereitet, umgezogene Zulassungsstelle in Regensburg gefunden. Passt.

Keine WLTP Zulassung mehr für Ioniq

Haben sie denn eine Ausnahmegenehmigung war die Frage der netten Sachbearbeiterin nach einigen Minuten. Auf meinen ratlosen Gesichtsausdruck hin erklärte sie mir, dass in ihrer Eingabemaske der Hinweis erscheine, dass das Fahrzeug keine WLTP Zulassung mehr besitzt.

Kurze Ratlosigkeit, Elektroauto, WLTP, sollte doch irgendwie kein Thema sein. Ein Anruf bei ihrem Vorgesetzten, einige Daten abgeklärt und Gottseidank ging die Zulassung dann trotzdem weiter.

Wo der Fehler hier jetzt genau liegt kann ich nicht sagen. Entweder fehlerhafte Software der Zulassungsstelle, fehlerhafte Daten beim KBA oder fehlende Daten vom Hersteller.

Jedenfalls auf diesem Wege herzlichen Dank für die Bemühungen der Dame in der Zulassungsstelle. Bei manchen wäre dieser Hinweis in der Eingabemaske wohl ein K.O. Kriterium. Beim Landratsamt hier in Regensburg kann ich mich jedenfalls über fehlende Hilfsbereitschaft nicht beschweren.

Auch das Vorab reservierte Kennzeichen, ohne den Zusatz E, konnte völlig unproblematisch umgeändert werden. Jetzt eben mit dem zusätzlichen E am Ende. Alles gut, ab zum Händler, zur Übernahme.

Nun beginnt also auch für mich “aktiv” das Zeitalter der Elektromobilität. Mein ganz eigener way-to-emobility hat seinen ersten Meilenstein. Über meine ersten Erfahrungen werde ich hier gern weiter berichten.


Rechtzeitig zum Weihnachtsfest ist mein neuer Hyundai Ioniq bei mir eingetroffen. Innerhalb dieser Woche konnte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Fahrzeug und den Ladesäulen machen. Ich lerne noch täglich hinzu. Erfahrene Elektroauto Fahrer würden darüber wohl nur milde lächeln.

Ratlosigkeit an der Ladesäule

Zumindest bei den ersten öffentlichen Ladevorgängen stand ich erstmal mit ratlosen Gesicht und meinem Handy in der einen und einer Sammlung von Ladekarten in der anderen Hand vor der Ladesäule.
Manches mal gibt es gar kein Display an der Säule, manches mal konnte ich es einfach mangels Beleuchtung nicht lesen. Ich weiß nie, welche Karte oder welche App wird an der jeweiligen Säule jetzt akzeptiert. Ich hab mich ja vorher schon einigermaßen Schlau gemacht, bezüglich Tarifen. Dementsprechend stellt sich auch die Reihenfolge der ausprobierten Ladekarten dar. Am häufigsten klappte es bisher bei mir mit den Handy Apps der verschiedenen Anbieter. Für die Karten finde ich manchmal keinen Kartenleser, oder sie werden nicht akzeptiert, obwohl die Säule eigentlich im entsprechenden Ladeverbund sein sollte. Jedenfalls ist jeder neue Anlauf eine Ladesäule zu aktivieren spannend und überraschend.


Aber das bezieht sich nicht nur auf das Starten des Ladevorgangs, das Beenden ist mindestens genau so spannend. An einer Schnelladesäule wollte ich nach 10 Minuten wieder weg. Nur fand ich als Anfänger keinen Hinweis am Display den Vorgang zu beenden. Es war eine ABB Säule. Erst der Versuch das Laden am Fahrzeug zu beenden, erfolglos. Im Handbuch des Ioniq stand, das Laden sei an der Säule zu beenden, so wie im Handbuch, das an jeder Säule angebracht sei, beschrieben. Handbuch an der Säule hab ich aber jetzt auch nicht wirklich eines gefunden….

Aber genug der negativen Eindrücke. Ich konnte jedes mal bisher laden und bin auch nicht an einer einzigen Ladesäule hängen geblieben. Man muß das eben üben und ich denke von mal zu mal wird man dann routinierter und hat alles schon mal gesehen.

Die ersten Kilometer im Hyundai Ioniq

700 km stehen nach einer Woche auf der Uhr bei meinem Ioniq, in der Ausstattungslinie Style (Ausstattung, siehe hier). Darunter waren zwei längere Fahrten, einmal mit Zwischenladung. Das Fahrgefühl begeistert nach wie vor. Leise, vibrationsfrei, ohne Schaltpausen, wunderbar. Der Verbrenner ist für mich sowas von überholt.


Der Abstandstempomat funktioniert meiner Meinung nach vorbildlich. Ich hatte bereits im Vorgänger, ein Opel Insignia, einen adaptiven Tempomaten. Aber die Variante im Ioniq ist um Klassen feinfühliger. Er beschleunigt und bremst sanfter. Und was der größte Unterschiede ist, er weiß, wann ich zum Überholen ansetze. Das war beim Opel ganz anders. Der hat gewartet, bis die Spur komplett gewechselt wurde und gab dann Gas. Der Ioniq beschleunigt bereits am Anfang des Spurwechsels, was einem manuellem Überholvorgang viel näher kommt. Auch das Bremsen bis zum Stillstand im Stop and Go Verkehr, wunderbar. Im Kreisverkehr gibt er nicht plötzlich “Gas” wenn der Radar den Kontakt zum Vordermann verliert. Er verhält sich intuitiv richtig.

Der Spurhalteassistent funktioniert ebenfalls tadellos. Er pendelt nicht zwischen den Linien sondern steuert bereits frühzeitig und sanft. Die Hände müssen allerdings am Lenkrad bleiben, sonst beschwert sich der Ioniq nach etwa 15 Sekunden über mangelnde Aufmerksamkeit.

Jetzt in diesen kalten Tagen, kann man auch die Heizung nur lobend erwähnen. Sie spricht sehr schnell an, ebenfalls die Sitz- und Lenkradheizung. Der Verbrauch der Heizung ist am Anfang recht hoch, was aber normal ist, da dass entsprechende Heizelement ja irgendwie auf Temperatur gebracht wird. Aktuell bin ich noch am Probieren, ob die Klimaautomatik das Heizelement selbst steuert (vermutlich) oder ob man über die Heat Taste dies manuell erledigen muss (eher nicht).
Grundsätzlich finde ich das die Automatik einen guten Job macht. Nichtsdestotrotz probiere ich auch die manuellen Einstellungen durch.

Autohold, war mir Anfangs noch nicht so klar, aber Handbuch lesen hilft, auch in diesem Fall. Bei aktivierter Funktion kann ich mir das Stehen auf der Bremse an der Ampel oder im Stau sparen. Er löst die Bremse erst beim Strom geben. Angenehm.

Die Reichweite bei diesen Temperaturen, um die 0 Grad ist dann doch relativ eingeschränkt. In der Umgewöhnungsphase vom Verbrenner hat man da glaube ich aber auch noch eine andere Einstellung dazu. Für die täglichen Fahrten gibt es, dank ausreichender Ladesäulen, kein Reichweitenproblem. Bei weiteren Fahrten fordert es einfach etwas Planung. Mehr dazu kann ich berichten, wenn wir unsere Fahrt in die Tiroler Alpen, zum Skifahren, hinter uns haben.
Am Zielort gibt es zwei Schnellladesäulen. Dort sollten also keine Probleme auftauchen. Einzig die Fahrt über den Fernpass erfordert funktionierende und freie Ladesäulen, mangels Alternativen. Man wird sehen.

Dies soll als erster Eindruck einmal genügen. Fortsetzung folgt in einigen Tagen.

Für alle Zweifler sei gesagt, probiert ein E-Auto aus. Der Fahrkomfort ist unübertroffen. Mich hat die Technik überzeugt, nicht nur fahr- sondern auch umwelttechnisch. Von den Betriebskosten ganz zu schweigen.

Es ist so weit. Mein neues Elektroauto ist im Anmarsch. Von meinem Händler habe ich vor einer Woche die Nachricht erhalten, daß mein neues Elektroauto sich bereits in der Anlieferung befindet.
Das war mal eine große Überraschung für mich und hat meine Planungen etwas über den Haufen geworfen. Aber natürlich überwiegt die Freude über die bevorstehende Übernahme.

Mein Hyundai Ioniq

Der Reihe nach. Nach einer Probefahrt im September, war die Entscheidung für den Hyundai Ioniq gefallen. Er hat mich vollends überzeugt. Das Fahrzeug wurde bestellt, trotz der Prognose, 12 Monate Lieferzeit.
Eventuell hätte es noch eine Möglichkeit gegeben den gefahrenen Vorführer im Februar, nach Ablauf der Bindungsfrist, zu übernehmen. Bestellt wurde trotzdem ein Neuwagen, Hyundai Ioniq Style, in Intense Blue. Die Wartezeit wurde verkürzt, mit Recherche und Stöbern im Forum von goingelectric. Vor allem das Forum kann ich jedem nur empfehlen. Es gibt Informationen über Alles, was mit der Elektromobilität zusammenhängt. Auch bei Fragen wird einem gern geholfen. Und die Informationen sind für einen Elektroauto Anfänger, wie mich eben auch, Gold wert.

Und in eben diesem o.g. Forum mehrten sich dann Ende November die Anzeichen, dass sich die Lieferzeiten des Hyundai Ioniq zum Teil erheblich reduziert hatten. Eine leichte Hoffnung machte sich breit, dass auch ich vielleicht zu den Glücklichen gehören könnte. 
Mit dem Beantragen des Zuwendungsbescheids bei der BAFA hatte ich mir bisher Zeit gelassen, da dieser Zuwendungsbescheid nur eine Gültigkeitsdauer von 9 Monaten hat. Genügend Zeit also noch, dachte ich…

Ein Elektroauto zu Weihnachten

Ein Anruf bei meinem Hyundai Händler Anfang Dezember brachte dann die große Überraschung. Das Auto befindet sich schon mehr oder weniger auf dem Weg zum Händler. Die Lieferzeit hat sich mal um 9 Monate verkürzt. Denke jedoch nicht, dass Hyundai die Schlagzahl bei der Produktion dermaßen erhöht hat. Vielmehr scheint es wahrscheinlich, dass ein Vorbesteller storniert hat. Möglicherweise ein Umbesteller auf den Kona. Anzeichen dafür war auch, die relativ kurzfristige Benachrichtigung meines Händlers. Das Auto war ja schließlich schon seit Ende Oktober auf dem Schiff Richtung Europa.
Die Freude bei mir ist jedenfalls riesengroß, dass mein Ioniq nun als Weihnachtsüberraschung auftaucht. Ich hab mir noch schnell eine neue Versicherung gesucht. Und nun ist alles bereit für die Zulassung.

Bei der Vorbereitung der Online Zulassung gab es jedoch das Problem, dass man kein E-Kennzeichen auswählen kann. Es gibt keine Option dafür. Möglichkeiten sind nur für H Kennzeichen oder auch Saisonkennzeichen vorgesehen. Ja man ist doch noch Exot sozusagen.

Diesel PKW Verkauf schwierig

Mein Gebrauchtwagen, ein Euro 6 Opel Insignia der neuen Technologie, mit AdBlue Einspritzung, soll verkauft werden. Aber die Politik leistet momentan ganze Arbeit, um die Bevölkerung vollends zu verunsichern. 
Just dieser Tage kam die Nachricht, dass auch Euro 6 Diesel von künftigen Fahrverboten bedroht sind. 
Nun fehlt mir leider die Möglichkeit, diese Zeiten der Verunsicherung auszusitzen. Das Auto muss verkauft werden. Nun eben mit erheblichen Preisabschlägen. Die natürlich beim Kauf des Fahrzeugs noch nicht absehbar waren. 
Ich für meinen Teil verbuche es als Ende mit Schrecken meiner Verbrenner Laufbahn.

Über die Zulassung und die ersten Kilometer mit meinem neuen Elektroauto werde ich in Kürze berichten.

Vor den Genuss des Elektroautofahrens haben die Hersteller, beinahe übergreifend, die Lieferzeiten vorgeschaltet.

Es ist quasi bei keinem Modell möglich, dieses ab Hof des Händlers zu kaufen. Für den von mir gewählten Hyundai Ioniq warte ich beispielsweise +- 1 Jahr. Da fühlt man sich doch in längst vergangen geglaubte Zeiten zurück versetzt. Immerhin hatte mein Händler aber ein Fahrzeug zur Probefahrt zur Verfügung. Eine Lieferzeit konnte er mir aber bei Bestellung nur sehr vage formulieren, wohl aber etwa ein Jahr. Was sich auch in etwa mit den Aussagen im goingelectric Forum deckt.

Aktuell, Stand November 2018 scheint es so, als ob sich die Lieferzeiten eventuell ein wenig verkürzen würden. Es gibt ein Facelift beim Ioniq im ersten Quartal 2019, so sollten da zumindest alle bis jetzt bestellten Wagen produziert sein. Bis sie dann den Weg nach Europa und insbesondere Deutschland finden, wird sicher auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der kürzlich erschienene und inzwischen in Auslieferung befindliche Hyundai Kona glänzt mit noch höheren Lieferzeiten. Aber was nimmt man als zukünftiger E-Mobilist nicht alles auf sich. Es gibt aber kaum sofort verfügbare Alternativen.

Hyundai Kona Heckleuchte

Kona Heckleuchte

Warum diese ewig langen Lieferzeiten….

Offensichtlich gibt es hier eine große Diskrepanz von Produktionskapazitäten und Nachfrage nach Elektroautos. Dies hat vielerlei Gründe.

  • Unterschätzte Absatzmöglichkeiten
  • Begrenzte Produktionskapazitäten
  • Engpässe bei der Batteriefertigung
  • wenig Interesse der Autokonzerne  an einer Umstellung auf E-Mobilität (Tesla eindeutig ausgenommen)
  • und noch einiges mehr, von dem wir Endverbraucher aber sicher nur einen Kleinen Teil erfahren.

Immer wieder hört man von Herstellerseite man habe die Nachfrage nach Elektroautos unterschätzt. Richtig, aber auch nur die halbe Wahrheit. Wie groß kann das Interesse sein die Flotte auf E-Antrieb umzustellen? Man gräbt sich dadurch ja einen Großteil vom Folgeumsatz ab. Kaum mehr Wartungsaufwand, wenig Verschleiss, wenig bewegliche Teile im Motor die defektanfällig wären.

Wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Volkswagenkonzern in 2017 ca. 311.000 VW Golf produziert hat, und davon nur ca. 3.000 E-Golfs auf die Straße kamen, dann lässt einen das doch den Kopf schütteln. War da nicht mal der Plan mit 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020??? Und auch VW könnte deutlich mehr E-Golf absetzen, falls den welche verfügbar wären. Schon mal beim VW-Händler des Vertrauens nach einer Probefahrt im E-Golf angefragt?

Nachfrage steigt zunehmend

Offensichtlich schwenkt der gemeine Autofahrer aber so ganz, ganz langsam um und WILL elektrisch fahren. Zwar immer noch verschwindend wenig, aber doch schon in einer Zahl, dass man sich um verfügbare Fahrzeuge beinahe streitet. Und die anhaltenden Steigerungen bei den Zulassungszahlen von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen spricht eine eigene Sprache. Es wären noch deutlich mehr, wenn Fahrzeuge verfügbar wären. Viele potentielle Kunden schreckt man mit solchen Lieferzeiten auch ganz einfach ab.

Zeit für die Hersteller zu reagieren!

Die Frage ist nur: Wollen sie nicht oder können sie nicht…..

Update 10. Dezember 2018

Mein Mitte September bestellter Ioniq befindet sich scheinbar im Zulauf. Vermutlich trifft er noch vor dem Jahreswechsel beim Händler ein.
Diese Nachricht kam für mich völlig überraschend, über die Gründe, warum es jetzt so schnell ging, kann ich noch nichts sagen. Ich werde berichten

Bis vor einigen Wochen, na gut, einigen Monaten war die automobile Welt für mich noch in Ordnung, so wie sie war.
Mein bisheriges Fahrzeug, ein Opel Insignia CDTI Diesel mit 170 PS verrichtete (und tut das auch heute noch) klaglos seinen Dienst. Dieselaffäre hin oder her. Der Hersteller hat zwar schon einige Male darauf hingewiesen das durch eine “freiwillige Produktverbesserungsmaßnahme” das Auto noch viel umweltfreundlicher laufen würde, aber dazu an anderer Stelle mehr…
Jetzt heißt es Verbrenner ade.

E-Bike als Ideengeber

Die Idee den Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzten kam mir, oh Wunder, beim Fahrradfahren, genau genommen beim E-Bike fahren. Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich mein Biobike gegen ein E-Bike getauscht um die 27 km einfache Pendelstrecke öfter einmal mit dem Fahrrad zurück zu legen. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die Megabaustelle auf der A3 mit befürchtetem Verkehrschaos.

Die Erfahrung wieviel Energie inzwischen in einem relativ kleinen Akku steckt hat mich doch beeindruckt.

E- also auch im Auto

Man sollte einmal so ein E-Auto Probefahren. Kann ich nur jedem raten der sich mit dem Gedanken trägt (eigentlich auch wenn er sich nicht mit dem Gedanken trägt) seine Verbrenner-Karriere zu beenden. Einen Hyundai Ioniq, ein Wochenende Probe gefahren, herzlichen Dank an das Autohaus Breu in Straubing, und der Wagen wurde bestellt.

Ich war vollauf begeistert. Hatte ich mich doch im Vorfeld schon lange und ausgiebig informiert, aber das Fahrerlebnis hat mich letztendlich überzeugt. Die Zukunft, für mich, ist elektrisch. Davon handelt im wesentlichen dieser Blog.

Ich freue mich über Kommentare, positiv wie negativ, und hoffe ich schreibe nicht nur für mich…

Oft hört man als Argument gegen Elektrofahrzeuge mit Batteriespeicher  (BEV), dass die Zukunft dem Wasserstoff gehört. Ist das wirklich so?

Stand heute

In Deutschland gibt es aktuell an die 50 Wasserstofftankstellen. Ein Ausbau des Netzes wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Technisch ist so eine Tankstelle aufgrund des hohen notwendigen Drucks bei der Speicherung nicht so einfach zu realisieren und daher auch sehr kostspielig.
Mit Kosten von mehr 1 Million Euro muss gerechnet werden.
Das Netz an Ladesäulen ist dagegen deutlich besser ausgebaut (Stand Nov. 18 ca. 9.500 Ladepunkte) und wird aktuell in hohem Tempo erweitert. Die Technik dafür ist vorhanden und mehr oder weniger ausgereift.

Die Herstellung von Wasserstoff aus Elektrolyse ist sehr energieintensiv. Eine Industrie zur Wasserstofffertigung für den Treibstoffsektor gibt es in größerem Stil in Deutschland noch nicht. Das Argument, dass der Wasserstoff aus überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird greift nicht. Um die Fertigung einigermaßen kostendeckend zu betreiben muss die Produktion mindestens 4.000 Betriebsstunden im Jahr schaffen. So viele Überschuss Zeiten  haben wir aber bei weitem nicht.

Energiebilanz

Bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse und anschließender Umwandlung von Wasserstoff in Strom zum Antrieb des Elektromotors im Auto verbleiben von ursprünglich eingesetzten 100 kWh nur noch etwa 30 kWh. Also ganz ähnlich wie ein Verbrenner der nur ein Drittel der Energie aus seinem Treibstoff in Vortrieb umwandelt. Wohlwollend gerechnet hätte ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug einen Verbrauch von etwa 60 kWh auf 100 km.
Ein BEV liegt etwa bei 15kWh.

Um Wasserstoff zu verflüssigen, um ihn dementsprechend mit geringem Volumen zu transportieren, ist viel Energie zum Kühlen erforderlich. Der Kraftstoff um den Tankzug zu den Tankstellen zu schicken kommt ebenfalls noch dazu. Weiterer Energieeinsatz nötig.

Wasserstoff ist ein sehr flüchtiger Stoff. Was eine Lagerung in den Kraftstofftanks der Fahrzeuge erschwert.

Eine Fahrt über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich noch schwierig, da im angrenzenden Ausland kaum Wasserstofftankstellen vorhanden sind; noch weniger als in Deutschland. Eine Reichweite von etwa 500 Kilometern hilft da nur bedingt weiter.

Aber es gibt auch Vorteile

Der Rohstoff um Wasserstoff zu erzeugen, also Wasser, ist beinahe unbegrenzt vorhanden. Bei der Verbrennung entsteht wieder nur Wasserdampf. Also hoch umweltfreundlich.
Die Betankung dauert nur einen Bruchteil so lang wie ein Ladevorgang beim BEV.

Die Forschung schreitet auch sicher mit großen Schritten voran. Ob das BEV der Weisheit letzter Schluss ist mag man bezweifeln. Aber Stand heute ist es auf jeden Fall eine deutlich ausgereiftere alltagstaugliche Technik die jedermann (abgesehen von den hohen Lieferzeiten durch starke Nachfrage) sofort einsetzen kann.

Meiner Meinung nach wird es noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern bis ein Wasserstoff Fahrzeug eine Alternative zum jetzigen Elektroauto sein wird.

Aber die Zeit bis dahin kann nicht mit weiteren Verbrenner Neuzulassungen überbrückt werden.

Wasserstoff als Speicherlösung für den Überschuss Strom kann vorübergehend vielleicht eine Lösung sein.
Wobei es sicher sinnvoller ist auf intelligente Stromnetze zu setzen, aber das ist ein anderes Thema….

Die Zeit ist reif für Elektromobilität und irgendwann in Zukunft dann vielleicht auch mit Wasserstoff als Treibstoff

Nach einem Bericht von PwC Autofacts nimmt die Elektromobilität weltweit Fahrt auf. Deutschland hinkt allerdings ein bisschen hinterher.

48,2 Prozent Wachstum in 2018

So hoch waren die Wachstumsraten in China, den USA und den fünf wichtigsten europäischen Märkten im Vergleich zu 2017. Im Vorjahr hatte man noch ein Wachstum von gut 36 Prozent. Die Kurve zeigt also deutlich nach oben. Die Wachstumsrate für 2018 betrifft logischerweise nur die ersten 3 Quartale.
Die Neuzulassung von vollelektrischen Fahrzeugen legte dabei um 77 Prozent zu. Ich denke das Teslas Model 3 das in den USA in Stückzahlen ausgeliefert wird einen großen Teil dazu beiträgt. Das zeigt sich deutlich in den Steigerungsraten von vollelektrischen Fahrzeugen in den USA von knapp 94 Prozent. Bemerkenswert.
Auch China hat eine Steigerung um rund 82 Prozent bei den reinen Elektroautos. Der Stellenwert von Hybriden nimmt ab.

Deutschland hinkt hinterher

Die Steigerungsraten in Deutschland nehmen sich da durchaus bescheidener aus. Als Grund dürfte die begrenzte Verfügbarkeit von vollelektrischen Autos eine Rolle spielen. Kaum ein Modell das man unter einem Jahr Lieferzeit erhält. In Deutschland.
Die Analyse von PwC weist darauf hin, das die Hersteller noch nicht die hohe Nachfrage nach Elektroautos bedienen können.
Auch, wenn einige neue Modelle der deutschen Hersteller angekündigt sind, ist fraglich, ob sich das im Kalenderjahr 2019 bereits auf die Zulassungszahlen auswirkt. Vor allem weiß keiner so wirklich, wann und ob vollelektrische Modelle von deutschen Herstellern tatsächlich ausgeliefert werden.

Größere Anstrengungen notwendig

Man kann die zögerliche Annahme von Elektroautos in Deutschland allerdings nicht allein den deutschen Herstellern anlasten. Man muss als Verbraucher ja nicht zwingend ein deutsches Fahrzeug kaufen. Aber wie bereits oben erwähnt. Man wartet lange, falls man sich für eine Elektroauto entscheidet.
Die staatliche Förderung für den Kauf von vollelektrischen Fahrzeugen wird nicht mal annähernd ausgeschöpft.
Man versucht mit steuerlichen Anreizen bei den Dienstwagen den Absatz zu befeuern.
Zusätzlich wollen Kommunen und Stadtwerke den Ausbau von Ladesäulen beschleunigen. Das hilft sicherlich um der “Reichweitenangst” entgegen zu wirken. Immer ist die begrenzte Reichweite noch einer der Hauptgründe warum deutsche Autofahrer den Wechsel nicht wagen. Beinahe jeder stellt die Frage: Wie weit reicht die Batterie, wenn man ihm erzählt man habe sich für ein Elektroauto entschieden.
Praxistaugliche Modelle, die ja jetzt zunehmend kommen, sind ein weiterer Entscheidungsgrund. Man muss noch attraktiver werden um einen Wechsel zum E-Mobil interessanter zu machen, Neugierde zu wecken.

China größter Markt für Elektrofahrzeuge

In China wurden im dritten Quartal 2018 rund 200.000 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Viele davon aus chinesischer Produktion. China ist auch einer der großen Märkte für deutsche Hersteller. Es ist immens wichtig so schnell wie möglich das Rennen aufzunehmen. Man kann nur hoffen das 2019 tatsächlich Volumenmodelle der deutschen Hersteller auf den Markt kommen, wenn man sich ansieht wie rasant sich der Markt für BEV’s entwickelt.

Volkswagen hat in der vergangenen Woche verkündet sich Batterien für Elektroautos in einer Größenordnung von 50 Millionen gesichert zu haben.

Nähere Details wurden erst einmal nicht genannt. Aber diese Summe lies aufhorchen. Zu einer Zeit in dem allgemein darüber diskutiert wird, das ein Mangel an Batteriefertigung herrscht.
Entweder ist es wie, man muss sagen schon üblich, eine vollmundige Ankündigung ohne entsprechenden Hintergrund, oder es ist tatsächlich ein außergewöhnlicher Deal gelungen.

Elektromobilität bei VW mit hoher Priorität

Ich bin ja kein großer Freund vom VW Konzern, auch aus eigener Erfahrung. Aber momentan geht man ziemlich offensiv mit dem Thema Elektromobilität um. Und ganz ehrlich, ich würde mir wünschen das sie es endlich auch entsprechend durchziehen.
Für die Zukunft der Elektromobilität wäre ein großes Engagement von VW sehr förderlich. Die Ladeinfrastruktur müsste einen Schub erhalten, von dem letztendlich alle profitieren.
Die Anzahl verfügbarer (praxistauglicher) Modelle würde sich steigern.
Und wenn VW die Elektroautos entsprechend bewirbt, dann kommt die Elektromobilität auch endlich bei einem großen Teil der Bevölkerung an und wird nicht nur als praxisfern gesehen.
Für die Meinungsbildung in Deutschland ist es, denke ich, wichtig das DER Autohersteller klare Kante zeigt.

Strategie oder Pfeifen im Wald

Gespannt sein darf man, ob VW es ernst meint und den Umbruch zur Elektromobilität jetzt zügig in Anspruch nimmt.
Bisher waren mir das zu viele Ankündigung bei wenig greifbaren Fakten. Viel

  • wir wollen
  • wir werden
  • geplant ist
  • es sollen

aber wenig zählbares. Gut besser spät als nie. Vielleicht wurde der Schuss in Wolfsburg jetzt doch endlich gehört.
Der Markt in China drängt die Hersteller ja in die Richtung elektrischer Antrieb.
Vielleicht haben auch die Verkaufszahlen von Tesla dazu beigetragen das man den Schritt jetzt zügig angehen will. Was mich allerdings stört ist die vollmundige Ankündigung: Wir werden günstiger sein als Tesla.
Ja, macht mal. Ein Elektroauto für unter 20.000 € ist angekündigt. Ohne Details zu nennen. Günstiger allein ist jedoch nicht allein ausschlaggebend.

Sexy Tesla

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat unter anderem auch Volkswagen dazu angehalten endlich ein Modell zu bringen das auch nur halb so sexy ist wie ein Tesla. “Was die Attraktivitiät ihrer E-Autos betrifft könnten sie tatsächlich noch einige frische Ideen einbringen”.

Ich möchte wirklich daran glauben das es ab 2021 eine größere Modellpalette von Elektroautos aus dem Hause Volkswagen geben wird. Überzeugt bin ich dennoch nicht.
Für mich klingt es zu sehr nach

Pfeifen im Wald

Zwickau solls richten

Das Volkswagenwerk Zwickau soll zum größten und auch leistungsstärksten Werk für Elektroautofertigung innerhalb des VW Konzerns ausgebaut werden.
Ab Ende 2019, also realistisch 2020, soll dort der VW I.D., ein kompakter E-Wagen, produziert werden.
Und das in Stückzahlen von 1.500 Fahrzeugen in Volllast ab 2021.
Der I.D. basiert als erstes Fahrzeug auf der MEB-Plattform welche für Elektroautos entwickelt wurde.
Auf dieser Plattform sollen mehrere Modelle entwickelt werden. Die Arbeitnehmer im Werk Zwickau sollen Zug um Zug auf die Fertigung von Elektroautos umgeschult werden, auch wenn die Automatisierung in der Produktion sich stark erhöhen wird, bestehe keine Gefahr für die Arbeitsplätze.

Momentan vergeht kaum ein Tag ohne das VW Neuigkeiten zur geplanten Umstellung der Flotte auf Elektroantrieb verlauten lässt. Dieser massive Strategiewechsel verwundert mich gerade etwas. Vielleicht hat man uns vorher nur einfach nicht an den Planungen teilhaben lassen?
Oder man will vom leidigen Dieselthema ablenken.

Update 13.12.2018

VW Betriebsratschef Bernd Osterloh hat die Aussagen von VW etwas relativiert. Nachdem ja ursprünglich davon die Rede war, das letzte Verbrennermodell 2026 zu präsentieren, hört sich das jetzt ein wenig anders an.
Es gäbe noch kein festes Ausstiegsdatum. Das hinge auch davon ab wie die Elektroautos von den Kunden angenommen werden. Zudem müsse die Ladeinfrastruktur endlich die nötigen Formen annehmen. Dies sei eine politische Aufgabe. Ähm wie genau hat das eigentlich Tesla mit seinen Superchargern hinbekommen…
Ob das Ende der Verbrenner, ein Schlüsselbereich der deutschen Hersteller, 2026, 2030 oder 2035 komme müsse sich erst noch zeigen. Zudem arbeite man an synthetischen Treibstoffen. Dies könne dem Verbrenner noch ein viel längeres Leben bescheren