Laden am Fastnet Charger

Die letzten Wochen ist einige Bewegung in die Tarifstruktur der unterschiedlichen Anbieter gekommen. Wo geht die Reise hin bei den Ladepreisen.
Sehr günstige Lockangebote sind verschwunden. Es zeichnet sich eine Umstellung auf kW/h basierte Abrechnung an, teilweise zusätzlich mit einer Zeitkomponente. Manche Anbieter entwickeln sich eher in Richtung Abzocke. Kurzum, eine wenig erfreuliche Entwicklung, die einem Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Laden in der Garage

Die eigene Garage, sofern man sie besitzt, ist sowas wie der sichere Hafen, wenn es ans Laden geht. Dort kenne ich meinen Tarif, hab keinen Unsicherheitsfaktor der mitschwingt. Es kann sogar sein, das dies in Zukunft die günstigste Art zu laden sein wird. Bisher war es, zumindest bei mir, eher so, dass ich unterwegs an verfügbaren Säulen geladen habe, da es dort einfach günstiger war. Ja, auch ich bin nicht frei von Geiz ist Geil.

So langsam setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass es durchaus sehr bequem ist, abends das Auto anstecken, morgens vollgeladen losfahren. Von daher könnte man die Ladetarife an öffentlichen Säulen eigentlich etwas vernachlässigen.

Viele haben jedoch nicht die Möglichkeit am Haushaltsstrom zu laden. Und auch ich nutze natürlich, wenn es sich anbietet, öffentliche Ladesäulen.

Neue Tarife

Am bekanntesten und umstrittensten, war wohl der Tarifsprung der Telekom, jetzt get charge. Von sehr günstigen 2 Cent/min. auf minimum 29 Cent je kW/h.
Objektiv betrachtet ist auch der verbrauchsabhängige Tarif nicht unfair, wenn es da nicht die Einschränkung mit den nicht bevorzugten Ladepartnern gäbe. Die Ladung dort kostet 89 Cent je kW/h. Das ist viel zu teuer. Freiwillig tankt mit diesem Tarif wohl keiner. Aber so ganz einfach ist es ja mit der Freiwilligkeit nicht. Wer hat schon jeweils, gerade jetzt zu Anfang, die Liste der bevorzugten Ladepartner parat. So hab ich im Hinterkopf immer die Sorge, hoffentlich ist es, Stand heute, auch noch die Liste die gilt. Und hab ich nicht irgendwas verwechselt.

Eigentlich möchte ich sicher wissen, was mich das Laden jetzt kosten wird. Wie früher, zu alten Zeiten, an der Tankstelle. Also Telekom, teilweise Mist.

Fastnet kündigt eine faire Abrechnung nach kW/h an (ab 01. Mai 19). Fair klingt gut, schafft Vertrauen. 59 Cent je kW/h lässt mein Vertrauen aber schnell schwinden. Da will ich nicht laden. Ich kanns umgehen, mit Roamingpartnern. Aber eigentlich wollte ich einen fairen Tarif, ohne Nachdenken und grübeln und Internetseiten durchstöbern. Fastnet, Mist.

Ionity bietet das Laden zum transpartenten Pauschaltarif von 8 Euro an. Transparent schon. Für meinen Ioniq, mit kleinem Akku aber nur mit komplett leerem Akku so einigermassen ok. Aber ich fahr nicht mit leerem Akku an die Ladesäule. OK, ein Plan B ist bei einem Ladepark mit mehreren Säulen, wie ihn Ionity bietet nicht mehr so zwingend erforderlich. Aber man kann die Entfernungen halt schlecht darauf auslegen, mit leerem Akku anzukommen. Ein Audi e-tron Fahrer freut sich über die pauschale Abrechnung. Auch hier funktioniert aber Roaming. Problem dabei, siehe oben.

Was bringt die Zukunft

Bisher leider nur Vermutungen und Absichtserklärungen. Nichts wirklich konkretes. Aber, es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass es sich zum Besseren ändern wird.

Auf seinem Vortrag auf der Umweltmesse Landshut, sprach Kurt Sigl, Präsident des Bundesverband Elektromobilität, davon, dass es zukünftig vermutlich eine Art Flatrate zum Laden geben werde. Einzelheiten konnte er allerdings noch nicht verraten. Es ist die Frage, wie fair so eine Modell dann wieder sein kann. Der Wenigfahrer wird eher nicht so begeistert sein.

Zumindest hätte man jedoch klare Ausgaben pro Monat. Und keine Sorgenfalten beim Laden an diversen unterschiedlichen Ladesäulen.

Beim electrive talk auf der Hannover Messe, wurde von Seiten Porsche und VW kund getan, dass man bei diesen Herstellern an einer Lösung arbeite, mit dem Fahrzeugkauf auch eine Abdeckung der Ladekosten anzubieten. Eine sogenannte plug and play Lösung. Anstecken, ohne freischalten der Säule, Laden. Das Fahrzeug kommuniziert via Handshake mit der Ladesäule und ermöglicht das Laden und auch die Abrechnung. Einzelheiten wurden selbstverständlich noch nicht genannt. In wie weit sich diese Konzept durchsetzt und was umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Auch eine Angabe zu den Kosten gab es noch nicht. Das Prinzip klingt vielversprechend, kann aber mit einem nicht akzeptablen Preis gleich wieder zunichte gemacht werden.

Jedoch zeigt es deutlich, dass sich auch die Hersteller Gedanken machen, wie dieser Tarifdschungel gelichtet werden kann. Eine Lösung kann somit erwartet werden, leider noch ohne Angabe eines Zeitrahmens.

Aber auch anhand dieser Stellungnahme aus dem VW-Konzern zeigt sich, wie wichtig es ist, dass der größte Automobilhersteller mit an dem Strang Elektromobilität zieht. Es könnte was bewegt werden in Deutschland.

Sehr interessant finde ich auch die Idee von Michael Schmitt, der auf seinem YouTube Video die Idee für eine Community Ladekarte in den Raum geworfen hat. Ganz allgemein wäre eine stärkere Community Arbeit vielleicht grundsätzlich interessant. Vielleicht im Rahmen eines Elektromobilitätsvereins. In Österreich hat man sowas recht erfolgreich, auch mit dem Angebot einer Ladekarte. Darüber lohnt es sich nachzudenken und gegebenenfalls Mitstreiter zu finden.

Neubau Ionity Ladepark

Der Ionity Ladepark in Neumarkt in der Oberpfalz nimmt langsam Formen an.

Ich habe heute am allego Triple-Lader nebenan geladen. Inzwischen sind 4 Ladesäulen aufgebaut und werden zur Zeit angeschlossen. Bei widerlichstem Wetter übrigens. Sturm und strömender Regen.
Auf dem Bild zu sehen, dass es an diesem Ladepark auch eine ausreichende Beleuchtung geben wird. Von einer Überdachung ist jedoch leider nichts zu erkennen.

Ich tippe auf eine Eröffnung Ende März bis April. Es geht voran und immer mehr weiße Flecken ohne Schnelllader verschwinden.

Ionity ist ein Joint Venture von Daimler, BMW, Ford, VW, Audi und Porsche. Man will ein flächendeckendes Netz mit Schnellladesäulen aufbauen. Ladeleistungen von bis zu 350 kW sind dabei möglich. Zur Zeit zahlt man pauschal für den Ladevorgang 8 Euro. Fahrzeuge mit großer Batterie können dort also sehr kostengünstig laden. Wann auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung umgestellt wird steht noch nicht fest.h

Europaweiter Ausbau in Planung

Ionity hat es sich zur Aufgabe gemacht einen europaweiten Ausbau mit HPC-Chargern (High-Power-Charging) in Angriff zu nehmen.
Ziel ist es, ein europaweites Reisen mit dem Elektroauto angenehm und mühelos zu gestalten.
Dazu gehört eben auch ein einheitlicher Preis an den Ladesäulen und einfache Bezahlmöglichkeiten. Ein großer Vorteil ist auch, dass an jedem Ladepark mehrere Ladesäulen zur Verfügung stehen. Außerhalb der Tesla-Blase ist sowas bisher eher der Ausnahmefall. Und immer wieder muss man aufgrund einer defekten Ladesäule einen Umweg in Kauf nehmen um überhaupt zügig weiter zu kommen. Auch Wartezeiten wegen belegter Ladesäulen werden in nächster Zeit an den Ladeparks eher selten zu erwarten sein.

Die Ladeinfrastruktur wächst mit dem zunehmenden Bestand an Elektroautos, oder besser gesagt, sie wächst bisher schneller. Immer wieder geäußerte Befürchtungen wegen überfüllter Schnellladesäulen sind bis auf weiteres unbegründet. Der Ionity Ladepark in Neumarkt am Autohof an der A3 wird sicher gut frequentiert werden.

Elektromobilität kommt – immer schneller.

Update 27.03.

Ladepark ist in Betrieb

Kostenlose Ladesäulen Geschenk

Es gibt sie immer noch, kostenlose Ladesäulen. Einkaufsmärkte und
-zentren bieten oftmals noch die Möglichkeit gratis zu laden. Meistens beschränkt auf die Zeit während des Einkaufs, aber das ist ja völlig legitim.
Wenn sich während des Einkaufs die Chance ergibt, kostenlose Ladesäulen zu nutzen, wird das Angebot von mir gern angenommen. Gerade auch angesichts mancher Mondpreise fürs Laden.

Ärger mit blockierten Säulen

Mit zunehmenden Elektroautobestand werden auch die kostenlosen Ladesäulen frequentierter. Wenn beim Einkauf alle Säulen schon belegt sind, hat man eben Pech gehabt. Ein Anrecht auf eine gratis Lademöglichkeit besteht schließlich nicht. Sie ist nur eine nette Zugabe.

Aber genau hier liegt auch mein Ärgernis. Die nette Zugabe wird immer häufiger ausgenutzt. Zu Lasten derjenigen, die tatsächlich nur während des Einkaufs etwas Strom laden wollen. Und selbstverständlich auch zu Lasten des Einkaufsmarkts.

Ladesäulen am Supermarktparkplatz komplett belegt.

Wie oben zu sehen, alle Ladeplätze belegt. Der eigentlich für ein Carsharing-Fahrzeug reservierte Platz wurde dann von mir selbst genutzt.

Der Carsharing i3 stand auf dem Platz daneben, laut Anzeige seit einem Tag und 22 Stunden. Ok, vermutlich wurde die Säule vom Carsharing Dienst mitfinanziert. Wer zahlt schafft an. Bei den beiden anderen i3 stand einer schon seit Stunden voll rum und der andere hatte 22 kW geladen. Also an einer AC-Ladesäule geht das mal auch nicht so ruckzuck während des Einkaufs.
Der Kundenbindungseffekt durch kostenlose Ladesäulen wird in dem Fall aber leider nicht mehr erfüllt. Eine Überwachung der Ladevorgänge gibt es dort nicht.

Laden ohne einzukaufen

Noch dreister war ein Vorfall erst heute beim kostenlosen DC-Lader der hiesigen Aldi Filiale. An der Säule stand ein nagelneuer Audi etron. Ingolstädter Kennzeichen, Vorführwagen. 100 Meter neben der Aldi Filiale ein VAG-Händler. Laut Anzeige stand der Audi dort seit einer dreiviertel Stunde. Der Fahrer kam just in dem Moment als ich den Parkplatz verlassen wollte zu Fuß zum Fahrzeug, von außerhalb. Auf die Frage wie lang er noch laden wolle kam die Antwort, eine halbe bis dreiviertel Stunde. Leute…..so klappt das alles nicht. Das Laden an der kostenlosen Säule wird von Aldi zwar nach 1 Stunde beendet. Aber man kann den Ladevorgang natürlich jederzeit erneut starten.

Klar, auch bei Aldi interessiert es erstmal keinen wer da an der Ladesäule steht. Aber man sollte doch soviel Fairness verlangen können, diese Angebote auch nur so zu nutzen wie sie gedacht sind. Nicht als kostenlose Ladesäule für Durchgangsverkehr, sondern als Werbemaßnahme für den Einkaufsmarkt.

Wenn diese Angebote so schamlos ausgenutzt werden, verfallen wir wieder in eine Zeit, wo ich mir die Ladekarte im Markt abholen muss. Und das kann wohl nicht der richtige Weg sein. Aber unvernünftige Nutzer machen jegliche einfache Lösung zunichte.

Schön wäre, wenn jeder einfach ein wenig mitdenkt. Jeder freut sich, wenn er während des Einkaufs kostenlos laden kann. Seht die Möglichkeit der kostenlosen Ladesäulen als willkommene Zugabe.
Ich kann aber auch sagen, das man mit einigen Elektromobilisten durchaus reden kann, falls sie sich am Fahrzeug befinden. Und oft wird die Säule auch freigemacht. So sollte der Normalfall sein, oder Idealfall…

Neu errichtete AC Ladesäule

Aus aktuellem Anlass möchte ich mich in diesem Artikel mit einem aufgerufenen Ladetarif an einer neu errichteten AC-Säule meiner Kommune beschäftigen. Es handelt sich dabei um eine 22kW Ladesäule, mit 2 Ladepunkten.

Betreiber ist die Stadt und der Stadtrat hat hierfür einen Tarif von 12 Cent je Minute beschlossen. Aktuell einziger Roamingpartner ist plugsurfing. Die errichtete Ladesäule wurde vom BMVi gefördert. Die 12 Cent seien laut Stadtrat notwendig, um einen kostendeckenden Betrieb zu ermöglichen.

Ist dieser Ladetarif eine faire Sache, zur Förderung der Elektromobilität, wie vom Stadtrat angekündigt?

Die Ladeleistung gängiger Elektroautos

Als erstes habe ich mir einmal die wichtigsten, sprich zulassungsstärksten Elektroautos vorgenommen. Welche Kosten fallen bei Anwendung des beschlossenen Ladetarifs von 12 Cent je Minute an.

FahrzeugtypLadeleistung ACLadeleistung DCKosten kWh bei AC Ladung
Renault ZOE22 kWnicht möglich32,7 Cent
VW E-Golf7,2 kW40 kW1 Euro
Smart fortwo4,6 kW, optional 22 kWnicht möglich1,56 Euro, opt. 32,7 Cent
BMW i33,7 kW, optional11kW50 kW1,95 Euro, opt. 65,5 Cent
Kia Soul6,6 kW50 kW1,09 Euro
Tesla Model S16,5 kW135 kW43,6 Cent
Nissan Leaf6,6 kW50 kW1,09 Euro
Smart forfour4,6 kW, optional 22 kWnicht möglich1,56 Euro opt. 32,7 Cent
Hyundai Ioniq6,6 kW70 kW1,09 Euro
VW UP3,6 kW40 kW2 Euro

Wie in der obigen Tabelle zu sehen, gibt es serienmäßig nur wenige Fahrzeuge, die in der Lage sind an einer 22 kW Ladesäule auch mit diesen 22 kW zu laden. Serienmäßig schafft das nur die Renault Zoe

Die Mehrzahl liegt zum Teil deutlich darunter. Hier zeigt sich dann auch, das eine Abrechnung nach Zeit zwar einfach, aber in keiner Weise gerecht ist.

Energiekosten für 100 km

Durch die unterschiedlichen Ladeleistungen, ergeben sich dann auch unterschiedliche Kosten, für den Elektroautofahrer. Die Bandbreite ist, wie oben zu sehen, da sehr breit.

Das Argument eines kostendeckenden Betriebs greift nicht, bei einer Abrechnung nach Zeit. Dies könnte allenfalls bei Abrechnung, wie ab März ohnehin vorgeschrieben, über die abgegebenen kWh erfolgen. Der Strombezug wird von der Kommune ja nicht nach Faktor Zeit an den Stromversorger bezahlt.

Um hier noch einmal das Argument “Förderung der Elektromobilität” aufzugreifen, habe ich die Stromkosten für 100 km Fahrstrecke bei den o.a. Fahrzeugen ausgerechnet.

FahrzeugVerbrauch 100 km WLTPnotwendige LadedauerKosten
Renault Zoe16,8 kWh46 Minuten5,52 Euro
VW E-Golf15,8 kWh132 Minuten15,84 Euro
Smart fortwo12,9 kWh167 Minuten20,04 Euro
BMW i315,3 kWh246 Minuten29,52 Euro
Kia Soul14,3 kWh130 Minuten15,60 Euro
Tesla Model S18,6 kWh68 Minuten8,16 Euro
Nissan Leaf14,6 kWh133 Minuten15,96 Euro
Smart forfour13,1 kWh170 Minuten20,40 Euro
Hyundai Ioniq11,5 kWh104 Minuten12,48 Euro
VW UP11,7 kWh 195 Minuten23,40 Euro
Dargestellt sind die Stromosten für eine Fahrstrecke von 100 km

Bei den oben angenommenen Verbrauchswerten handelt es sich. wie angegeben, um WLTP-Werte. Diese sind bekanntermaßen sehr niedrig angesetzt und in der Praxis kaum zu erreichen.
Bei den Ladeleistungen habe ich die Werte eines serienmäßig ausgestatteten Fahrzeugs zugrunde gelegt.

Vergleicht man die ermittelten Kosten mit einem Diesel-PKW mit einem angenommen Verbrauch von 5 Litern und Kosten für den Diesel von 1,30 Euro, ergeben sich Treibstoffkosten von 6,50 Euro für 100 km.

Wie man sehen kann, ist allein die Renault ZOE konkurrenzfähig was die Energiekosten betrifft. Allerdings auch nur, wenn man die unfaire Abrechnungsmethode nach Zeit und die Kosten von 12 Cent/kWh rechnet.
Die Aufstellung soll auch nur verdeutlichen, dass es sich dabei um eine völlig realitätsferne Abrechnungsmethode handelt, die mit einer Förderung der Elektromobilität gar nichts gemein hat.

Für meinen Hyundai Ioniq fallen bei Ladung an der Steckdose in der heimatlichen Garage Kosten von 3,22 Euro für 100 km an. Lade ich ihn aktuell an einer Schnellladestation, so zahle ich mit dem Einführungsangebot der Telekom ca. 20 Cent für 100 km. Bei einer Abrechnung über Maingau Energie bin ich bei Kosten von etwa 2,88 Euro. Egal ob AC oder DC Ladung. Gegebenenfalls kommt allerdings bei Maingau noch eine Standgebühr, falls ich länger als 120 Minuten lade.

Wenn man für die oben genannte Ladesäule berücksichtigt, dass in einer Entfernung von etwa 600 Metern noch eine weitere 22 kW Ladesäule steht, welche ich mit allen gängigen Roamingbetreibern (u.a. Telekom Ladestrom und Maingau) nutzen kann, ist diese Ladesäule der Stadt absolut unattraktiv. Wenn man das provokativ sieht, könnte man von einer Verschwendung von Fördermitteln sprechen.

Für wen ist diese Säule gedacht?

Tja, wer soll denn nun diese Säule nutzen. Man hat sich ja sicherlich Gedanken gemacht, im Stadtrat. Zumindest über die Kostendeckung und dass man etwas für die Elektromobilität machen will.

Die Renault Zoe Fahrer sind noch einigermaßen fair behandelt an dieser Ladesäule, allerdings nur, wenn sie nicht im Verzeichnis der Ladesäulen die benachbarte Säule finden, an der man deutlich günstiger Strom laden kann.

Man kann der Stadt jetzt noch zugute halten, dass vielleicht ein zukünftiger Roaming-Partner einen attraktiveren Preis auflegt. Aber davon ist momentan nichts zu sehen und meiner Meinung auch nicht zu erwarten.

Alle anderen Elektroautobesitzer werden höchstens einmal versehentlich an dieser Ladesäule halt machen. Oder im Notfall, wenn sich keine andere Alternative mehr ergibt. (Defekt einer Ladesäule, Ladesäule besetzt, dringender Strombedarf)

Selbst für das Laden während des Einkaufs oder während eines Restaurantbesuchs ist die Säule für die gebotene Leistung ja viel zu teuer.
Der Stadtrat war sich wohl, wie mir in einer E-Mail mitgeteilt wurde, darüber bewusst, dass “nicht alle Fahrzeuge über die gesamte Ladedauer die volle Leistung abrufen”. Entspricht jetzt nicht so ganz der Realität, eigentlich gar nicht.

Ich frage mich, wer hat denn diese Ladesäule verkauft und installiert? Hat man die Mitglieder des Stadtrats vor der Entscheidung denn nicht informiert. Sowas sollte doch, wenn nicht von Seiten des Verkäufers der Ladesäule, dann vielleicht von einem Sachverständigen erfolgen.
Warum gibt es an der Stelle, die die Fördermittel bewilligt niemanden, der sich über sowas Gedanken macht.
Man wird nach einem Jahr Bilanz ziehen und sagen: Die Ladesäule wird kaum genutzt und nicht angenommen. Es lohnt sich nicht weiter an einem Ausbau der Ladeinfrastruktur in unserem Stadtgebiet zu arbeiten.

Schade ums Geld!

Wie sieht das denn in anderen Gemeinden und Städten aus?
Ist da auch so wenig Wissen um Ladeleistung und Abrechnung vorhanden?
Falls dies hier kein Einzelfall sein sollte, dann kann man wirklich besorgt sein, da es offensichtlich keinerlei koordinierende Stelle gibt, die steuernd eingreift.




Hyundai Ioniq an der Ladesäule


Beinahe an jeder Ladesäule klebt ein Hinweis, von wem die Ladesäule denn gefördert wurde. EU, BMVI und Programme der Bundesländer, liest man am häufigsten.

Wie ist das denn eigentlich mit defekten Ladesäulen? Damit meine ich jetzt nicht kurz mal defekt, sondern ein Ausfall über Wochen und Monate. Gibt es da eine Klausel in den Förderbedingungen? Überwacht das jemand? Und warum gibt es eigentlich keine öffentliche Stelle an die man solche Defekte melden kann? Die Ladesäulen-Förderung ist noch verbesserungsfähig.

Was wird gefördert.

Es gibt unterschiedliche Programme zur Förderung der Ladeinfrastruktur:

In Bayern beispielsweise das Programm Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Gefördert werden AC- und DC Ladesäulen.
Dort wird eine Mindestbetriebsdauer von 6 Jahren verlangt. In diesem Zeitraum ist ein halbjährlicher Bericht abzugeben. Einen konkreten Hinweis in den Förderbedingungen, bezüglich eines längerfristigen Ausfalls, konnte ich nicht finden.

Deutschlandweit gibt es eine Förderung durch das BMVI, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Die Förderrichtlinien sind praktisch gleich mit den o.g. Bedingungen von Bayern. Das Land Bayern hat diese wohl 1 zu 1 übernommen.
Das heißt auch in diesem Fall, 6 Jahre Mindestbetriebsdauer, kein Hinweis was bei einem langfristigen Ausfall passiert.

Die EU fördert ebenfalls. Fast-E lautet hier der Titel. Die Förderung betrifft hier ausschließlich DC-Ladepunkte. Leider habe ich in diesem Fall keine Bedingungen für die Förderung auf der Webseite gefunden. Gefördert wurden dabei Ladesäulen an strategisch wichtigen Punkten.

Defekte Ladesäulen

Immer wieder steht man vor einer defekten Ladesäule. Gut, Technik kann auch mal ausfallen. Im Falle von DC-Ladesäulen kann das aber schnell zum Problem werden. In manchen Landstrichen bin ich auf eine ganz spezielle Säule zum Laden angewiesen. Wenn die dann defekt ist, was man vorher nur selten erkennen kann, braucht man einen Plan-B.

Das Stromtankstellen-Verzeichnis auf goingelectric.de ist durchaus hilfreich, leider aber auch nicht immer ganz aktuell. Zumindest bietet es aber einen groben Überblick bei öfter genutzten Säulen. Hiermit vielleicht auch ein Apell die Ladevorgänge einzupflegen, denn manchmal ist ein aktuelles Ladelog hilfreich.

Ladeinfrastruktur Regensburg

Ich will hier am Beispiel von Regensburg die aktuelle Situation schildern.

Defekte DC-Ladesäulen in Regensburg und Umgebung.
Einer davon ist ein allego Lader, der inzwischen seit mehreren Wochen defekt ist. Dieser wird in kaum einer APP als defekt angezeigt. Er wurde von der EU Co-finanziert. Der Ausfall der Ladesäule wurde mehrmals beim Betreiber gemeldet, jedoch bisher ohne Erfolg. Da stellt sich natürlich schon die Frage, wie es in so einem Fall mit Fördermitteln aussieht. Gibt es eine Stelle die sich um sowas kümmert? Mir ist zumindest nichts bekannt.

Ein zweiter DC-Lader, ebenfalls seit Wochen ausser Betrieb, wird wohl in Kürze wieder in Betrieb genommen. Zumindest war dies die Aussage des regionalen Stromversorgers REWAG. Man wartete dort auf ein Ersatzteil, dass letzte Woche, KW 6/19, eingebaut werden sollte. Bisher, KW7/19, ist die Säule allerdings noch als defekt gemeldet.

Beide oben angesprochenen Säulen befinden sich in der Nähe einer Autobahnausfahrt. Sind also wichtig für E-Autofahrer auf der Durchreise. Im Falle des allego-Laders habe ich einen Franzosen getroffen, der reichlich verzweifelt war, da er die Fehlermeldung am Display nicht zuordnen konnte und alle möglichen Karten durchprobiert hatte. Für ihn wäre eine Info über den Defekt der Säule sehr hilfreich gewesen. Er war, wie ich, in einem Hyundai Ioniq unterwegs. Die Reichweite im Winter ist so, dass ich mir schon eine Ladestrategie überlegen muss. In Fahrtrichtung Passau wäre die nächste DC-Lademöglichkeit gut 40 Kilometer entfernt.

Im Bezug auf die Zuverlässigkeit der Infrastruktur muss noch einiges passieren. Wünschenswert wäre eine Internetplattform, bei der ich Live-Informationen über die Verfügbarkeit von Ladesäulen bekomme. Jede Ladesäule ist ans Internet angebunden. Vielleicht sollte man etwas von den Fördermitteln dazu verwenden, um eine entsprechende Datenbank aufzubauen. Wäre ein kleiner aber sehr wichtiger Baustein zur Förderung der Elektromobilität. Bisher ist das Thema Ladeinfrastruktur nach wie vor unbefriedigend.
Denkbar wäre auch eine Rückforderung von Fördermitteln, um die Betreiber anzuhalten, schnell für eine Instandsetzung zu sorgen.

In einem der nächsten Artikel, gehe ich auf die Abrechnungsmodelle bei geförderten Ladesäulen ein. Ganz explizit, bei einer neu errichteten AC-Säule im Regensburger Umland.

Update 19.02.19

Beide DC-Säulen sind inzwischen nach 5-wöchigem Ausfall wieder in Betrieb

Ioniq im Schnee

Nach nun einem Monat mit meinem Hyundai Ioniq, nun die erste Langstrecke zum Skiurlaub. Die Bedingungen waren relativ schlecht. Minus 3 Grad, windig, teilweise Schneegestöber, mit Schneebedeckten Fahrbahnen. Die Reichweite im Winter liegt bei mir inzwischen im Schnitt bei etwa 180 Kilometer. Die Strecke die zu bewältigen war, belief sich auf 260 Kilometer. Also musste ich auf jeden Fall zwischenladen.

Ladepausen

Das Schreckgespenst aller Verbrennerfahrer – die Ladepause.
Ich habe meine Strecke mit der App abetterrouteplanner.com geplant. Eine gute Navigationslösung für Elektroautofahrer, bei der auch die jeweiligen Höhenunterschiede mit berücksichtigt werden. Dort werden einem dann Ladesäulen empfohlen, mit jeweiliger Ladedauer und nötigem Akkustand. Die Prognose ist sehr genau, man konnte sich gut darauf verlassen.

Die erste Ladepause war bereits nach 100 km weil ich nicht mit voll gefüllter Batterie gestartet bin, bzw. noch Besorgungen zu erledigen hatte. Ein kostenloser Schnelllader am Edeka Supermarkt. Rein in den Parkplatz und ein Zwillingsbruder, Ioniq in blau, stand am Lader. Laut Ladesäule aber schon bei 70 Prozent. Ok, war natürlich in der Planung nicht inbegriffen. Aber nach zehn Minuten Wartezeit war die Säule frei und ich habe geladen bis 84 Prozent. Nebenbei beim Edeka eingekauft.

Nach zwanzig Minuten gings weiter bis Salzburg. Dort sollte ich laut Planer nochmal laden, da es anschließend bis zum Zielort noch einiges an Höhenmetern bergauf waren. Aber auch diese Ladesäule war belegt, durch einen BMW I3. Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Da kann man dann nur neidvoll auf die Tesla Supercharger blicken. Dort gibt es meines Wissens immer mindestens sechs Ladepunkte. Da ist die Gefahr, das alle über einen längeren Zeitraum belegt sind eher gering.


In Salzburg gibt es aber glücklicherweise zahlreiche Alternativen an Schnellladern, der nächste war 4 km entfernt. Den dann angefahren, war frei und wiederum kostenlos, angesteckt und kurz durch die nebenan befindlichen “Panzerhallen”, eine Art Kultur- und Einkaufszentrum gebummelt. Dort habe ich dann mehr geladen als empfohlen, da der Bummel etwas länger als geplant wurde. Und mit etwa 10 Minuten Verzögerung, im Vergleich zur geplanten Ankunftszeit, hatten wir unser Ziel erreicht. Vor Ort gab es 3 Schnellader, u.a. bei einem erst vor einigen Wochen eröffneten Lidl Markt – wieder kostenlos. Diesen Lader habe ich dann auch vor der Rückfahrt genutzt, um mit 94 Prozent Ladung auf Reise zu gehen.

Generell kann man feststellen das die Infrastruktur mit Schnellladern in Österreich besser ausgebaut ist als bei uns. An der Strecke entlang der B20 gibt es auf eine lange Strecke nur einen einzigen Schnellader. Aber das wird sich in Kürze entschärfen, da in Pilsting, am Kreuzungspunkt der B20 mit der A92 ein Ladepark entsteht.

Winterbetrieb

Sehr zu schätzen gelernt habe ich inzwischen das Vorheizen am Morgen. Ohne Abgase läuft die Heizung und ein Eiskratzen ist somit völlig überflüssig. Bei Minus zehn Grad am Morgen dauerte es ganze drei Minuten bis das Eis an der Frontscheibe begann wegzutauen. Und somit ist dann auch das ärgerliche wieder vereisen nach kurzer Fahrt Geschichte.

Die kostenlose Ladesäule beim Lidl-Markt in Radstadt, Salzburger Land

Rückreise

Die Rückfahrt habe ich ebenfalls wieder mit “abetterrouteplaner” geplant. Erstaunlich wie genau das funktioniert. Die prognostizierte Akkuladung war bis auf 2 Prozent genau. Durch die nun längere Bergab Strecke bei der Rückreise, musste ich nur einmal zum Laden stoppen. Dort auch nur noch eine Ladung bis 70 Prozent um die Heimat wieder zu erreichen. Aber auch dort haben wir wieder etwas mehr geladen, da das Beine vertreten länger gedauert hat als geplant.
Ankunft dann zuhause mit einer Restreichweite von 60 Kilometer. Reicht um am nächsten Tag wieder in die Arbeit zu kommen.

Fazit

Die ganze Fahrt, inklusive der Fahrten am Urlaubsort, verlief absolut problemlos. Die notwendigen Ladepausen waren für uns in keinster Weise nervig. Sicher muss man dazu aber die richtige Einstellung haben, oder finden. Für denjenigen der möglichst schnell sein Ziel erreichen will, ist jede Pause nervig. In meinem Fall macht das elektrisch fahren viel zu viel Spaß, als dass ich die Pausen als negativ empfinden würden.

Nicht zu vergessen sind auch die anfallenden Kosten. Strom habe ich, für die gesamt etwa 650 Kilometer, für 1,50 Euro geladen. Sicher soll das hier nicht als Maßstab gelten. Aber zur jetzigen Zeit wird die Elektromobilität eben gefördert und diese Förderung nehme ich dankend an. Und meist kauft man dann doch wenigstens einen Kaffee am Ladeort. So könnte man diese Kosten wieder gegenrechnen.

Meiner Meinung nach ist es nicht ein einzelner Faktor der das elektrische Fahren so positiv gestaltet. Es ist die Summe vieler Faktoren. Fahrkomfort und Kosten spielen aber schon auch eine große Rolle.

Hyundai Ioniq

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest ist mein neuer Hyundai Ioniq bei mir eingetroffen. Innerhalb dieser Woche konnte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Fahrzeug und den Ladesäulen machen. Ich lerne noch täglich hinzu. Erfahrene Elektroauto Fahrer würden darüber wohl nur milde lächeln.

Ratlosigkeit an der Ladesäule

Zumindest bei den ersten öffentlichen Ladevorgängen stand ich erstmal mit ratlosen Gesicht und meinem Handy in der einen und einer Sammlung von Ladekarten in der anderen Hand vor der Ladesäule.
Manches mal gibt es gar kein Display an der Säule, manches mal konnte ich es einfach mangels Beleuchtung nicht lesen. Ich weiß nie, welche Karte oder welche App wird an der jeweiligen Säule jetzt akzeptiert. Ich hab mich ja vorher schon einigermaßen Schlau gemacht, bezüglich Tarifen. Dementsprechend stellt sich auch die Reihenfolge der ausprobierten Ladekarten dar. Am häufigsten klappte es bisher bei mir mit den Handy Apps der verschiedenen Anbieter. Für die Karten finde ich manchmal keinen Kartenleser, oder sie werden nicht akzeptiert, obwohl die Säule eigentlich im entsprechenden Ladeverbund sein sollte. Jedenfalls ist jeder neue Anlauf eine Ladesäule zu aktivieren spannend und überraschend.


Aber das bezieht sich nicht nur auf das Starten des Ladevorgangs, das Beenden ist mindestens genau so spannend. An einer Schnelladesäule wollte ich nach 10 Minuten wieder weg. Nur fand ich als Anfänger keinen Hinweis am Display den Vorgang zu beenden. Es war eine ABB Säule. Erst der Versuch das Laden am Fahrzeug zu beenden, erfolglos. Im Handbuch des Ioniq stand, das Laden sei an der Säule zu beenden, so wie im Handbuch, das an jeder Säule angebracht sei, beschrieben. Handbuch an der Säule hab ich aber jetzt auch nicht wirklich eines gefunden….

Aber genug der negativen Eindrücke. Ich konnte jedes mal bisher laden und bin auch nicht an einer einzigen Ladesäule hängen geblieben. Man muß das eben üben und ich denke von mal zu mal wird man dann routinierter und hat alles schon mal gesehen.

Die ersten Kilometer im Hyundai Ioniq

700 km stehen nach einer Woche auf der Uhr bei meinem Ioniq, in der Ausstattungslinie Style (Ausstattung, siehe hier). Darunter waren zwei längere Fahrten, einmal mit Zwischenladung. Das Fahrgefühl begeistert nach wie vor. Leise, vibrationsfrei, ohne Schaltpausen, wunderbar. Der Verbrenner ist für mich sowas von überholt.


Der Abstandstempomat funktioniert meiner Meinung nach vorbildlich. Ich hatte bereits im Vorgänger, ein Opel Insignia, einen adaptiven Tempomaten. Aber die Variante im Ioniq ist um Klassen feinfühliger. Er beschleunigt und bremst sanfter. Und was der größte Unterschiede ist, er weiß, wann ich zum Überholen ansetze. Das war beim Opel ganz anders. Der hat gewartet, bis die Spur komplett gewechselt wurde und gab dann Gas. Der Ioniq beschleunigt bereits am Anfang des Spurwechsels, was einem manuellem Überholvorgang viel näher kommt. Auch das Bremsen bis zum Stillstand im Stop and Go Verkehr, wunderbar. Im Kreisverkehr gibt er nicht plötzlich “Gas” wenn der Radar den Kontakt zum Vordermann verliert. Er verhält sich intuitiv richtig.

Der Spurhalteassistent funktioniert ebenfalls tadellos. Er pendelt nicht zwischen den Linien sondern steuert bereits frühzeitig und sanft. Die Hände müssen allerdings am Lenkrad bleiben, sonst beschwert sich der Ioniq nach etwa 15 Sekunden über mangelnde Aufmerksamkeit.

Jetzt in diesen kalten Tagen, kann man auch die Heizung nur lobend erwähnen. Sie spricht sehr schnell an, ebenfalls die Sitz- und Lenkradheizung. Der Verbrauch der Heizung ist am Anfang recht hoch, was aber normal ist, da dass entsprechende Heizelement ja irgendwie auf Temperatur gebracht wird. Aktuell bin ich noch am Probieren, ob die Klimaautomatik das Heizelement selbst steuert (vermutlich) oder ob man über die Heat Taste dies manuell erledigen muss (eher nicht).
Grundsätzlich finde ich das die Automatik einen guten Job macht. Nichtsdestotrotz probiere ich auch die manuellen Einstellungen durch.

Autohold, war mir Anfangs noch nicht so klar, aber Handbuch lesen hilft, auch in diesem Fall. Bei aktivierter Funktion kann ich mir das Stehen auf der Bremse an der Ampel oder im Stau sparen. Er löst die Bremse erst beim Strom geben. Angenehm.

Die Reichweite bei diesen Temperaturen, um die 0 Grad ist dann doch relativ eingeschränkt. In der Umgewöhnungsphase vom Verbrenner hat man da glaube ich aber auch noch eine andere Einstellung dazu. Für die täglichen Fahrten gibt es, dank ausreichender Ladesäulen, kein Reichweitenproblem. Bei weiteren Fahrten fordert es einfach etwas Planung. Mehr dazu kann ich berichten, wenn wir unsere Fahrt in die Tiroler Alpen, zum Skifahren, hinter uns haben.
Am Zielort gibt es zwei Schnellladesäulen. Dort sollten also keine Probleme auftauchen. Einzig die Fahrt über den Fernpass erfordert funktionierende und freie Ladesäulen, mangels Alternativen. Man wird sehen.

Dies soll als erster Eindruck einmal genügen. Fortsetzung folgt in einigen Tagen.

Für alle Zweifler sei gesagt, probiert ein E-Auto aus. Der Fahrkomfort ist unübertroffen. Mich hat die Technik überzeugt, nicht nur fahr- sondern auch umwelttechnisch. Von den Betriebskosten ganz zu schweigen.

Haushaltsstromzähler, Eichrecht

Das Eichrecht mischt auch bei Stromverkaufsautomaten mit. So wird eine Ladesäule im Gesetz zum Eichrecht bezeichnet. Das sagt eigentlich auch schon einiges über die deutsche Gesetzgebung aus.

Problematik

Das Eichrecht verlangt eine geeichte Messbarkeit der verkauften Strommenge. Diese muss für den Nutzer auch nachträglich prüfbar sein. Die größten Probleme macht diese nachträgliche Prüfbarkeit der Daten.
Im Eichrecht gilt jede Ladesäule als Messgerät, eben analog zur Zapfsäule von Kraftstoff. Das ist ja erstmal auch gar nicht verwerflich sondern eher zu begrüßen.

Für verkauften Strom an einer Wechselstromladesäule (AC) ist zumindest die geeichte Erfassung der Strommengen weniger problematisch. Lösungen hierfür gibt es bereits.
Bei Gleichstromladesäulen (Schnellader  DC) hingegen wird es da schon schwieriger. Inzwischen gibt es zumindest zwei Module die die Zulassungshürde bei der Physikalischen Technischen Bundesanstalt geschafft haben.

Einfache aber nicht sehr intelligente Lösung

Der Ladesäulenbetreiber rechnet nicht mit Strommengen oder  nach Zeit ab. Eichrechtlich erlaubt ist auch eine Abrechnung nach Pauschale. Das wird derzeit teilweise genutzt und führt zu grotesken Entwicklungen. Ganz aktuell hat z.B. die Telekom bekannt gegeben an ihren Verteilerkästen per Pauschale abzurechnen.
Egal wie viel man Strom lädt, es kostet immer das gleiche. Eine Tankstelle sollte einmal auf diese Geschäftsidee kommen. Shitstorm vorprogrammiert. Meist ist diese Pauschale dann auch in einer Höhe die nur noch Kopfschütteln verursacht, aber mich sicher nicht dazu bewegt gerade dort zu laden.

Immer vorausgesetzt man weiß auch gerade was man an der entsprechenden Ladesäule zahlt.

Eine Preisangabe findet man bestenfalls in der Handy App. Falls Netz verfügbar….

Zeitbasierte Abrechnung

Auch die zur Abrechnung gebrauchte Zeit ist über geeichte Messeinheiten festzustellen.
Einfacher umzusetzen als die kWh Abrechnung, vor allem an DC Säulen. Gleichwohl aber auch ein ungerechtes System. Die Ladeleistung der einzelnen Fahrzeuge ist zu unterschiedlich und im Laufe des Ladevorgangs auch wechselnd. Als Übergangslösung sicher aber allemal praktikabler als Pauschaltarife.
Zumindest kann man mit dieser Abrechnung Dauerparker an den Ladesäulen vermeiden.

Transparente Abrechnung ist Pflicht

Vermutlich funktioniert es nur über die Gesetzgebung die Ladesäulenbetreiber zu einer transparenten Abrechnungsmethode zu zwingen. Die Flucht in die pauschale Abrechnung ist ein Holzweg.
Es sollte eine klare Anzeige vom zu zahlenden Preis geben, ähnlich wie es eben auch an den Tankstellen der Fall ist. Ebenso will ich auch nach dem Laden wissen was mich das kostet. Nicht erst am Monatsende oder noch später.

Bedieneinheit Ladesäule

Ladesäulen gibt es. Rein von der Anzahl auch genug. Ein wenig ungerecht verteilt vielleicht. Aber die Anzahl ist auch gar nicht das Problem. Die Ladeinfrastruktur wächst langsam aber stetig.

Es fehlt ein Konzept und der Wille eine kundenfreundliche Infrastruktur aufzubauen.

Ärgernisse

  • Ladekartenflut
  • Tarifdschungel
  • lang anhaltende Defekte
  • unterschiedlichste Abrechnungsmodelle
  • unattraktive Standorte

1 Million Elektroautos bis 2020

Die deutsche  Regierung hatte, und soweit ich weiß hat sie es immer noch, das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020. Wenn es nicht so traurig wäre, eine absolute Lachnummer. Eine Absichtserklärung ohne Konzept, ohne Ideen und vor allem ohne den Willen das auch umzusetzen. Ein Lippenbekenntnis, wie so oft in letzter Zeit.

So etwas ärgert mich maßlos. Die Wahrheit ist, die Regierung tut unserer Autoindustrie nicht weh. Blockiert den Umstieg zur Elektromobilität wo immer sich die Möglichkeit dafür bietet, getrieben von den Auto Lobbyisten. Die Hersteller selbst wollen auf diesen (Elektro-) Zug am aller wenigsten aufspringen. Na gut, seit Jahren wird ein wahres Modellfeuerwerk an Elektroautos von den deutschen Herstellern angekündigt. Nur die Jahreszahlen verschieben sich immer weiter nach hinten. Siehe auch

Deutschland wird gerade von einer zukunftsträchtigen Entwicklung abgekoppelt.

Gut man sollte nicht ausschließlich auf die deutschen Hersteller einprügeln, auch alle anderen bekleckern sich nicht mit Ruhm. Aber ich schweife ab.

Die Deutsche Telekom bietet Lösung, oder eher nicht?

Vielleicht wird ja auch die Deutsche Telekom der Heilsbringer was Ladesäulen angeht. In Bonn und Darmstadt wurden jetzt erste öffentliche Ladesäulen in Betrieb genommen. Und zwar an vorhandenen Verteilerkästen der Deutschen Telekom. Je Verteilerkasten ist die Planung mit 2 Typ-2 Ladesteckern mit jeweils 11 kW. Naja, besser als gar keine Lademöglichkeit. Mein geplanter Hyundai Ioniq lädt an diesem Stecker dann einige Stunden um fit für die Weiterfahrt zu sein. Aber das Problem sollte man nicht der Telekom anlasten.  Der Preis für eine Ladung, egal wie viel, 7,89 Euro. Und juhu, da ist sie wieder die kundenfreundliche Lösung. Wer denkt sich sowas aus.
Glück, wenn man zuhause laden kann. So wie bei mir, die kwh für etwa 28 Cent. Ebenfalls Ökostrom, so wie bei der  Deutsche Telekom auch.
Eine Heimladung, sollte ich völlig leergefahren sein, kostet mich so maximal 7,84 Euro. Na ist doch fast das gleiche. Nur werde ich seltenst mit einem völlig leeren Fahrzeug an eine öffentliche Ladesäule gehen und dort den Wagen komplett vollknallen. Der Punkt ist einfach der, welcher Fahrer eines Verbrenners würde an der Tankstelle einen Pauschalpreis akzeptieren, egal wieviel er tankt.

Ach ja, bezüglich der eher bescheidenen Ladeleistung hat die Telekom noch ein Ass im Ärmel. Man will in nächster Zeit ein Netz mit Schnelladesäulen aufbauen. Geplant sind langfristig wohl 500. Preis pro Ladevorgang, knapp 15 Euro…pauschal.

Super Geschäftsidee, wird der Hit!

Dazu passt auch der folgende verlinkte Bericht:

https://ecomento.de/2018/11/06/verbraucherzentralen-vzbv-chaos-an-elektroauto-ladesaeulen-beenden/