Elektromobilität woher kommt der Strom

Ein Thema das viele beschäftigt. Bei der Umstellung auf die Elektromobilität benötigen wir mehr Strom. Wieviel mehr brauchen wir denn eigentlich? Woher kommt der Strom jetzt und woher die zusätzlichen Mengen? Und das Stromnetz schafft diese Belastungen doch sicher auch nicht. Viele Fragen die auftauchen und von Skeptikern der Elektromobilität immer wieder gestellt werden. In diesem Artikel will ich versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Irgendwann im langen Leben eines Akkus im Elektroauto kommt der Punkt, an dem er nicht mehr optimal als Fahrakku geeignet ist. Dieser Punkt ist aber oftmals deutlich später erreicht als Kritiker gerne behaupten. Der Vorwurf lautet dann meistens, man kann den Akku nicht entsorgen und er ist Sondermüll. Muss er denn tatsächlich bereits dann entsorgt werden? Oder gibt es schon Lösungen, ihm ein zweites Leben einzuhauchen?

Die Akkuherstellung scheint schlimmer zu sein als die Erdölgewinnung. Diesen Eindruck könnte man gewinnen wenn man sich die zahlreichen Statements zu den furchtbaren Umweltschäden durch die Akkuherstellung zu Gemüte führt. Wie sauber ist die Erdölgewinnung? Ist sie vielleicht sogar das kleinere Übel. Schauen wir uns das mal näher an

Elektromobilität und Klimaschutz – die große Fehlkalkulation
so lautet der etwas reißerische Titel eines “Policy Brief” des Herrn Prof. Dr. Dr. Ulrich Schmidt des ifw Kiel, dem Institut für Wirtschaftsforschung. Herr Professor Doktor Doktor Ulrich Schmidt will in diesem Dossier mehrere anderslautende Studien durch 3 rechnerische Formeln widerlegen.
Nun ich bin kein Akademiker, ich werde viele seiner Ausführungen nicht verstehen. Aber seltsamerweise verstehen das auch die Ersteller der von Herrn Professor Doktor Doktor Ulrich Schmidt kritisierten Studie nicht.

In den sozialen Medien kann man immer wieder lesen, der sogenannte C.A.R.E Diesel sei eine bessere Möglichkeit für die Zukunft des Individualverkehrs als ein Elektroauto. Was steckt hinter diesem Wundertreibstoff? Lohnt es sich über den Einsatz in großem Stil nachzudenken? Und was ist das überhaupt?

In einem blumig ausgeschmückten Facebook-Post und in einem Artikel als Gastautor im Focus hat Herr Bernd Ramler seine erste Langstreckenfahrt mit seinem neuen Elektroauto beschrieben. Kurzum, es war ein Desaster. War das Elektroauto dran schuld?

Der bekannte Comedian Mario Barth hat sich bei RTL am Thema Elektroauto versucht. Beim Versuch ist es leider auch geblieben. Man darf dabei sicher nicht vergessen das es sich bei Herrn Barth nur um einen Komiker handelt. Er ist in keinster Weise Fachmann was dieses Thema betrifft.
Zudem bereitet er das Thema für die Zielgruppe bei RTL sehr vereinfacht auf. Auf versucht lustige Art meint er abgedroschene Vorurteile, untermalt von sogenannten Experten, unters Volk bringen zu müssen.

Viele, die sich grundsätzlich für Elektroautos interessieren, sind oftmals abgeschreckt von den hohen Preisen für die Anschaffung. Auch bei mir sorgte das erst einmal für Stirnrunzeln. Kann und will ich mir das leisten? Nach nun fast einem Jahr und 27.000 km Fahrleistung kann ich die Kosten etwas besser einordnen und aufschlüsseln

Bei der Akkuherstellung fällt einiges an CO2 an. Es kursieren dabei unterschiedliche Zahlen. Basis ist oftmals eine Schätzung, da sich kein Hersteller gerne in die Karten sehen lässt. Nun wurde eine neue Studie veröffentlicht, in der die Herstellung der Batterie für das Elektroauto deutlich weniger umweltschädlich dargestellt wird als in den bisherigen Veröffentlichungen.

Es entwickelt sich zur Zeit eine eher ungute Rivalität. Die Meinungsunterschiede zwischen Elektroautofahrer und Verbrennerfahrer nehmen zu. Es führt allerdings in keiner Hinsicht weiter, sich gegenseitig zu bekriegen. Ziel sollte sein, durch Argumente zu überzeugen und keinen Keil zwischen diese beiden Technologien zu treiben, die noch über Jahrzehnte nebeneinander existieren werden.

Was steckt hinter den Anfeindungen

Man könnte manchmal meinen, es handelt sich um eine regelrechte Verschwörung gegen die Elektromobilität.
Viele machen die Elektromobilität verantwortlich für die Dieselfahrverbote. Aber das steht in keinerlei Zusammenhang. Man sucht den schwarzen Peter bei den Elektromobilisten.

Seltsamerweise wird mit keiner Silbe erwähnt, dass die Problematik ihren Anfang bei der verbotswidrigen Manipulation von Software, in Dieselfahrzeugen des Volkswagen Konzerns lag. Das brachte diese nun nicht mehr enden wollende Diskussion um den Diesel ins Rollen.
Fahrverbote gegen Dieselfahrer sind momentan der Gipfel der Maßnahmen. Fahrverbote die nicht von Fahrern von Elektroautos gefordert werden.

In den letzten Wochen und Monaten verlegt man sich zunehmend darauf, den Schuldigen bei den Elektroauto Befürwortern zu suchen. Vermutlich weil man gegen die Autohersteller nicht ankommt. Sie sitzen die Problematik aus, oder wollen neue Geschäfte generieren. Um in die Elektromobilität einzusteigen, fehlen schlicht die verfügbaren und konkurrenzfähigen Fahrzeuge. Sie kommen, jedoch erst in einigen Monaten, wenn nicht Jahren. Solange richtet sich der Zorn der Diesel Fahrer jetzt gegen die Elektromobilität. Weil man sie angeblich zum Elektroauto zwingen will. Dem ist jedoch in keinster Weise so. Jeder kann nach wie vor das Auto kaufen das seinen Ansprüchen am besten entspricht.

Es wird sich also bekriegt und beleidigt was das Zeug hält. Aber das bringt uns keinen Schritt weiter. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Was also tun? Fair und offen miteinander umgehen. Es geht doch nur um eine Einstellung wohin wir uns entwickeln und was die Zukunft sein wird.
Ich bin überzeugt, dass sich Elektroautos durchsetzen werden. Aber nicht dieses Jahr und vermutlich auch nicht die nächsten zehn Jahre. Verbrenner wird es noch lange zusätzlich geben. Sie sind aktuell noch deutlich günstiger. In hoher Stückzahl und Modellvielfalt verfügbar. Und jeder findet ein Auto das perfekt für ihn passt.

Also kein Grund Angst zu haben, das plötzlich nur noch Elektrofahrzeuge zur Verfügung stehen werden. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Etwas Gelassenheit und Offenheit gegenüber neuer Technik helfen weiter.

Kein Fahrer eines Elektroautos will jemanden seinen Diesel verbieten.

Vorurteile und gesteuerte Fake-News

Die Vorurteile die immer wieder angebracht werden habe ich bereits in den vergangenen Artikeln aufgegriffen.
Teilweise wird sogar ganz bewusst mit Unwahrheiten Stimmung gemacht.
In den sozialen Medien werden diese polemischen Artikel natürlich gern aufgenommen und als Tatsachen dargestellt. Auch wenn man versucht dies mit Fakten zu widerlegen… man dringt nicht durch.

Man kann dahinter nun eine Verschwörung vermuten, oder es ist einfach nur eine Blockadehaltung. Auffällig ist jedenfalls, dass viel Gegenwind aus der Ecke der Anhängerschaft einer bestimmten Ecke kommt. Menschen, die oft generell Angst vor Neuem und Fremden haben. Ich möchte natürlich nicht jedem Kritiker diese Einstellung unterstellen. Es ist nur eine gewisse Häufung festzustellen.

Vielleicht aber ist es gar nicht mal die Masse die gegen Elektromobilität eingestellt ist. Es kann sein das nur eine Minderheit umso mehr lautstark dagegen Position bezieht. Ich will hoffen das nicht die Mehrheit der Bevölkerung so an stark an Bewährtem festhalten will. So feindlich gegenüber fortschrittlichen Techniken eingestellt ist.

Wirklich bedenklich finde ich in der Tat die zögerliche Vorgehensweise unserer deutschen Automobilhersteller beim Wandel zur Elektromobilität. Wir drohen den Anschluss zu verlieren. Zugegebenermaßen gibt es noch einige andere internationale Hersteller die den Wege ebenfalls nicht gehen wollen. Ich sehe diese strategische Entscheidung für falsch und fatal. Der Wandel vom Verbrenner zum Elektroauto ist fundamental und nicht mehr aufzuhalten.

Diskutieren kann man über Alles. Aber fair sollte es bleiben.