Vor den Genuss des Elektroautofahrens haben die Hersteller, beinahe übergreifend, die Lieferzeiten vorgeschaltet.

Es ist quasi bei keinem Modell möglich, dieses ab Hof des Händlers zu kaufen. Für den von mir gewählten Hyundai Ioniq warte ich beispielsweise +- 1 Jahr. Da fühlt man sich doch in längst vergangen geglaubte Zeiten zurück versetzt. Immerhin hatte mein Händler aber ein Fahrzeug zur Probefahrt zur Verfügung. Eine Lieferzeit konnte er mir aber bei Bestellung nur sehr vage formulieren, wohl aber etwa ein Jahr. Was sich auch in etwa mit den Aussagen im goingelectric Forum deckt.

Aktuell, Stand November 2018 scheint es so, als ob sich die Lieferzeiten eventuell ein wenig verkürzen würden. Es gibt ein Facelift beim Ioniq im ersten Quartal 2019, so sollten da zumindest alle bis jetzt bestellten Wagen produziert sein. Bis sie dann den Weg nach Europa und insbesondere Deutschland finden, wird sicher auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der kürzlich erschienene und inzwischen in Auslieferung befindliche Hyundai Kona glänzt mit noch höheren Lieferzeiten. Aber was nimmt man als zukünftiger E-Mobilist nicht alles auf sich. Es gibt aber kaum sofort verfügbare Alternativen.

Hyundai Kona Heckleuchte

Kona Heckleuchte

Warum diese ewig langen Lieferzeiten….

Offensichtlich gibt es hier eine große Diskrepanz von Produktionskapazitäten und Nachfrage nach Elektroautos. Dies hat vielerlei Gründe.

  • Unterschätzte Absatzmöglichkeiten
  • Begrenzte Produktionskapazitäten
  • Engpässe bei der Batteriefertigung
  • wenig Interesse der Autokonzerne  an einer Umstellung auf E-Mobilität (Tesla eindeutig ausgenommen)
  • und noch einiges mehr, von dem wir Endverbraucher aber sicher nur einen Kleinen Teil erfahren.

Immer wieder hört man von Herstellerseite man habe die Nachfrage nach Elektroautos unterschätzt. Richtig, aber auch nur die halbe Wahrheit. Wie groß kann das Interesse sein die Flotte auf E-Antrieb umzustellen? Man gräbt sich dadurch ja einen Großteil vom Folgeumsatz ab. Kaum mehr Wartungsaufwand, wenig Verschleiss, wenig bewegliche Teile im Motor die defektanfällig wären.

Wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Volkswagenkonzern in 2017 ca. 311.000 VW Golf produziert hat, und davon nur ca. 3.000 E-Golfs auf die Straße kamen, dann lässt einen das doch den Kopf schütteln. War da nicht mal der Plan mit 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020??? Und auch VW könnte deutlich mehr E-Golf absetzen, falls den welche verfügbar wären. Schon mal beim VW-Händler des Vertrauens nach einer Probefahrt im E-Golf angefragt?

Nachfrage steigt zunehmend

Offensichtlich schwenkt der gemeine Autofahrer aber so ganz, ganz langsam um und WILL elektrisch fahren. Zwar immer noch verschwindend wenig, aber doch schon in einer Zahl, dass man sich um verfügbare Fahrzeuge beinahe streitet. Und die anhaltenden Steigerungen bei den Zulassungszahlen von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen spricht eine eigene Sprache. Es wären noch deutlich mehr, wenn Fahrzeuge verfügbar wären. Viele potentielle Kunden schreckt man mit solchen Lieferzeiten auch ganz einfach ab.

Zeit für die Hersteller zu reagieren!

Die Frage ist nur: Wollen sie nicht oder können sie nicht…..

Update 10. Dezember 2018

Mein Mitte September bestellter Ioniq befindet sich scheinbar im Zulauf. Vermutlich trifft er noch vor dem Jahreswechsel beim Händler ein.
Diese Nachricht kam für mich völlig überraschend, über die Gründe, warum es jetzt so schnell ging, kann ich noch nichts sagen. Ich werde berichten

Bis vor einigen Wochen, na gut, einigen Monaten war die automobile Welt für mich noch in Ordnung, so wie sie war.
Mein bisheriges Fahrzeug, ein Opel Insignia CDTI Diesel mit 170 PS verrichtete (und tut das auch heute noch) klaglos seinen Dienst. Dieselaffäre hin oder her. Der Hersteller hat zwar schon einige Male darauf hingewiesen das durch eine “freiwillige Produktverbesserungsmaßnahme” das Auto noch viel umweltfreundlicher laufen würde, aber dazu an anderer Stelle mehr…
Jetzt heißt es Verbrenner ade.

E-Bike als Ideengeber

Die Idee den Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzten kam mir, oh Wunder, beim Fahrradfahren, genau genommen beim E-Bike fahren. Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich mein Biobike gegen ein E-Bike getauscht um die 27 km einfache Pendelstrecke öfter einmal mit dem Fahrrad zurück zu legen. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die Megabaustelle auf der A3 mit befürchtetem Verkehrschaos.

Die Erfahrung wieviel Energie inzwischen in einem relativ kleinen Akku steckt hat mich doch beeindruckt.

E- also auch im Auto

Man sollte einmal so ein E-Auto Probefahren. Kann ich nur jedem raten der sich mit dem Gedanken trägt (eigentlich auch wenn er sich nicht mit dem Gedanken trägt) seine Verbrenner-Karriere zu beenden. Einen Hyundai Ioniq, ein Wochenende Probe gefahren, herzlichen Dank an das Autohaus Breu in Straubing, und der Wagen wurde bestellt.

Ich war vollauf begeistert. Hatte ich mich doch im Vorfeld schon lange und ausgiebig informiert, aber das Fahrerlebnis hat mich letztendlich überzeugt. Die Zukunft, für mich, ist elektrisch. Davon handelt im wesentlichen dieser Blog.

Ich freue mich über Kommentare, positiv wie negativ, und hoffe ich schreibe nicht nur für mich…

Oft hört man als Argument gegen Elektrofahrzeuge mit Batteriespeicher  (BEV), dass die Zukunft dem Wasserstoff gehört. Ist das wirklich so?

Stand heute

In Deutschland gibt es aktuell an die 50 Wasserstofftankstellen. Ein Ausbau des Netzes wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Technisch ist so eine Tankstelle aufgrund des hohen notwendigen Drucks bei der Speicherung nicht so einfach zu realisieren und daher auch sehr kostspielig.
Mit Kosten von mehr 1 Million Euro muss gerechnet werden.
Das Netz an Ladesäulen ist dagegen deutlich besser ausgebaut (Stand Nov. 18 ca. 9.500 Ladepunkte) und wird aktuell in hohem Tempo erweitert. Die Technik dafür ist vorhanden und mehr oder weniger ausgereift.

Die Herstellung von Wasserstoff aus Elektrolyse ist sehr energieintensiv. Eine Industrie zur Wasserstofffertigung für den Treibstoffsektor gibt es in größerem Stil in Deutschland noch nicht. Das Argument, dass der Wasserstoff aus überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird greift nicht. Um die Fertigung einigermaßen kostendeckend zu betreiben muss die Produktion mindestens 4.000 Betriebsstunden im Jahr schaffen. So viele Überschuss Zeiten  haben wir aber bei weitem nicht.

Energiebilanz

Bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse und anschließender Umwandlung von Wasserstoff in Strom zum Antrieb des Elektromotors im Auto verbleiben von ursprünglich eingesetzten 100 kWh nur noch etwa 30 kWh. Also ganz ähnlich wie ein Verbrenner der nur ein Drittel der Energie aus seinem Treibstoff in Vortrieb umwandelt. Wohlwollend gerechnet hätte ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug einen Verbrauch von etwa 60 kWh auf 100 km.
Ein BEV liegt etwa bei 15kWh.

Um Wasserstoff zu verflüssigen, um ihn dementsprechend mit geringem Volumen zu transportieren, ist viel Energie zum Kühlen erforderlich. Der Kraftstoff um den Tankzug zu den Tankstellen zu schicken kommt ebenfalls noch dazu. Weiterer Energieeinsatz nötig.

Wasserstoff ist ein sehr flüchtiger Stoff. Was eine Lagerung in den Kraftstofftanks der Fahrzeuge erschwert.

Eine Fahrt über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich noch schwierig, da im angrenzenden Ausland kaum Wasserstofftankstellen vorhanden sind; noch weniger als in Deutschland. Eine Reichweite von etwa 500 Kilometern hilft da nur bedingt weiter.

Aber es gibt auch Vorteile

Der Rohstoff um Wasserstoff zu erzeugen, also Wasser, ist beinahe unbegrenzt vorhanden. Bei der Verbrennung entsteht wieder nur Wasserdampf. Also hoch umweltfreundlich.
Die Betankung dauert nur einen Bruchteil so lang wie ein Ladevorgang beim BEV.

Die Forschung schreitet auch sicher mit großen Schritten voran. Ob das BEV der Weisheit letzter Schluss ist mag man bezweifeln. Aber Stand heute ist es auf jeden Fall eine deutlich ausgereiftere alltagstaugliche Technik die jedermann (abgesehen von den hohen Lieferzeiten durch starke Nachfrage) sofort einsetzen kann.

Meiner Meinung nach wird es noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern bis ein Wasserstoff Fahrzeug eine Alternative zum jetzigen Elektroauto sein wird.

Aber die Zeit bis dahin kann nicht mit weiteren Verbrenner Neuzulassungen überbrückt werden.

Wasserstoff als Speicherlösung für den Überschuss Strom kann vorübergehend vielleicht eine Lösung sein.
Wobei es sicher sinnvoller ist auf intelligente Stromnetze zu setzen, aber das ist ein anderes Thema….

Die Zeit ist reif für Elektromobilität und irgendwann in Zukunft dann vielleicht auch mit Wasserstoff als Treibstoff

Nach einem Bericht von PwC Autofacts nimmt die Elektromobilität weltweit Fahrt auf. Deutschland hinkt allerdings ein bisschen hinterher.

48,2 Prozent Wachstum in 2018

So hoch waren die Wachstumsraten in China, den USA und den fünf wichtigsten europäischen Märkten im Vergleich zu 2017. Im Vorjahr hatte man noch ein Wachstum von gut 36 Prozent. Die Kurve zeigt also deutlich nach oben. Die Wachstumsrate für 2018 betrifft logischerweise nur die ersten 3 Quartale.
Die Neuzulassung von vollelektrischen Fahrzeugen legte dabei um 77 Prozent zu. Ich denke das Teslas Model 3 das in den USA in Stückzahlen ausgeliefert wird einen großen Teil dazu beiträgt. Das zeigt sich deutlich in den Steigerungsraten von vollelektrischen Fahrzeugen in den USA von knapp 94 Prozent. Bemerkenswert.
Auch China hat eine Steigerung um rund 82 Prozent bei den reinen Elektroautos. Der Stellenwert von Hybriden nimmt ab.

Deutschland hinkt hinterher

Die Steigerungsraten in Deutschland nehmen sich da durchaus bescheidener aus. Als Grund dürfte die begrenzte Verfügbarkeit von vollelektrischen Autos eine Rolle spielen. Kaum ein Modell das man unter einem Jahr Lieferzeit erhält. In Deutschland.
Die Analyse von PwC weist darauf hin, das die Hersteller noch nicht die hohe Nachfrage nach Elektroautos bedienen können.
Auch, wenn einige neue Modelle der deutschen Hersteller angekündigt sind, ist fraglich, ob sich das im Kalenderjahr 2019 bereits auf die Zulassungszahlen auswirkt. Vor allem weiß keiner so wirklich, wann und ob vollelektrische Modelle von deutschen Herstellern tatsächlich ausgeliefert werden.

Größere Anstrengungen notwendig

Man kann die zögerliche Annahme von Elektroautos in Deutschland allerdings nicht allein den deutschen Herstellern anlasten. Man muss als Verbraucher ja nicht zwingend ein deutsches Fahrzeug kaufen. Aber wie bereits oben erwähnt. Man wartet lange, falls man sich für eine Elektroauto entscheidet.
Die staatliche Förderung für den Kauf von vollelektrischen Fahrzeugen wird nicht mal annähernd ausgeschöpft.
Man versucht mit steuerlichen Anreizen bei den Dienstwagen den Absatz zu befeuern.
Zusätzlich wollen Kommunen und Stadtwerke den Ausbau von Ladesäulen beschleunigen. Das hilft sicherlich um der “Reichweitenangst” entgegen zu wirken. Immer ist die begrenzte Reichweite noch einer der Hauptgründe warum deutsche Autofahrer den Wechsel nicht wagen. Beinahe jeder stellt die Frage: Wie weit reicht die Batterie, wenn man ihm erzählt man habe sich für ein Elektroauto entschieden.
Praxistaugliche Modelle, die ja jetzt zunehmend kommen, sind ein weiterer Entscheidungsgrund. Man muss noch attraktiver werden um einen Wechsel zum E-Mobil interessanter zu machen, Neugierde zu wecken.

China größter Markt für Elektrofahrzeuge

In China wurden im dritten Quartal 2018 rund 200.000 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen. Viele davon aus chinesischer Produktion. China ist auch einer der großen Märkte für deutsche Hersteller. Es ist immens wichtig so schnell wie möglich das Rennen aufzunehmen. Man kann nur hoffen das 2019 tatsächlich Volumenmodelle der deutschen Hersteller auf den Markt kommen, wenn man sich ansieht wie rasant sich der Markt für BEV’s entwickelt.

Volkswagen hat in der vergangenen Woche verkündet sich Batterien für Elektroautos in einer Größenordnung von 50 Millionen gesichert zu haben.

Nähere Details wurden erst einmal nicht genannt. Aber diese Summe lies aufhorchen. Zu einer Zeit in dem allgemein darüber diskutiert wird, das ein Mangel an Batteriefertigung herrscht.
Entweder ist es wie, man muss sagen schon üblich, eine vollmundige Ankündigung ohne entsprechenden Hintergrund, oder es ist tatsächlich ein außergewöhnlicher Deal gelungen.

Elektromobilität bei VW mit hoher Priorität

Ich bin ja kein großer Freund vom VW Konzern, auch aus eigener Erfahrung. Aber momentan geht man ziemlich offensiv mit dem Thema Elektromobilität um. Und ganz ehrlich, ich würde mir wünschen das sie es endlich auch entsprechend durchziehen.
Für die Zukunft der Elektromobilität wäre ein großes Engagement von VW sehr förderlich. Die Ladeinfrastruktur müsste einen Schub erhalten, von dem letztendlich alle profitieren.
Die Anzahl verfügbarer (praxistauglicher) Modelle würde sich steigern.
Und wenn VW die Elektroautos entsprechend bewirbt, dann kommt die Elektromobilität auch endlich bei einem großen Teil der Bevölkerung an und wird nicht nur als praxisfern gesehen.
Für die Meinungsbildung in Deutschland ist es, denke ich, wichtig das DER Autohersteller klare Kante zeigt.

Strategie oder Pfeifen im Wald

Gespannt sein darf man, ob VW es ernst meint und den Umbruch zur Elektromobilität jetzt zügig in Anspruch nimmt.
Bisher waren mir das zu viele Ankündigung bei wenig greifbaren Fakten. Viel

  • wir wollen
  • wir werden
  • geplant ist
  • es sollen

aber wenig zählbares. Gut besser spät als nie. Vielleicht wurde der Schuss in Wolfsburg jetzt doch endlich gehört.
Der Markt in China drängt die Hersteller ja in die Richtung elektrischer Antrieb.
Vielleicht haben auch die Verkaufszahlen von Tesla dazu beigetragen das man den Schritt jetzt zügig angehen will. Was mich allerdings stört ist die vollmundige Ankündigung: Wir werden günstiger sein als Tesla.
Ja, macht mal. Ein Elektroauto für unter 20.000 € ist angekündigt. Ohne Details zu nennen. Günstiger allein ist jedoch nicht allein ausschlaggebend.

Sexy Tesla

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat unter anderem auch Volkswagen dazu angehalten endlich ein Modell zu bringen das auch nur halb so sexy ist wie ein Tesla. “Was die Attraktivitiät ihrer E-Autos betrifft könnten sie tatsächlich noch einige frische Ideen einbringen”.

Ich möchte wirklich daran glauben das es ab 2021 eine größere Modellpalette von Elektroautos aus dem Hause Volkswagen geben wird. Überzeugt bin ich dennoch nicht.
Für mich klingt es zu sehr nach

Pfeifen im Wald

Zwickau solls richten

Das Volkswagenwerk Zwickau soll zum größten und auch leistungsstärksten Werk für Elektroautofertigung innerhalb des VW Konzerns ausgebaut werden.
Ab Ende 2019, also realistisch 2020, soll dort der VW I.D., ein kompakter E-Wagen, produziert werden.
Und das in Stückzahlen von 1.500 Fahrzeugen in Volllast ab 2021.
Der I.D. basiert als erstes Fahrzeug auf der MEB-Plattform welche für Elektroautos entwickelt wurde.
Auf dieser Plattform sollen mehrere Modelle entwickelt werden. Die Arbeitnehmer im Werk Zwickau sollen Zug um Zug auf die Fertigung von Elektroautos umgeschult werden, auch wenn die Automatisierung in der Produktion sich stark erhöhen wird, bestehe keine Gefahr für die Arbeitsplätze.

Momentan vergeht kaum ein Tag ohne das VW Neuigkeiten zur geplanten Umstellung der Flotte auf Elektroantrieb verlauten lässt. Dieser massive Strategiewechsel verwundert mich gerade etwas. Vielleicht hat man uns vorher nur einfach nicht an den Planungen teilhaben lassen?
Oder man will vom leidigen Dieselthema ablenken.

Update 13.12.2018

VW Betriebsratschef Bernd Osterloh hat die Aussagen von VW etwas relativiert. Nachdem ja ursprünglich davon die Rede war, das letzte Verbrennermodell 2026 zu präsentieren, hört sich das jetzt ein wenig anders an.
Es gäbe noch kein festes Ausstiegsdatum. Das hinge auch davon ab wie die Elektroautos von den Kunden angenommen werden. Zudem müsse die Ladeinfrastruktur endlich die nötigen Formen annehmen. Dies sei eine politische Aufgabe. Ähm wie genau hat das eigentlich Tesla mit seinen Superchargern hinbekommen…
Ob das Ende der Verbrenner, ein Schlüsselbereich der deutschen Hersteller, 2026, 2030 oder 2035 komme müsse sich erst noch zeigen. Zudem arbeite man an synthetischen Treibstoffen. Dies könne dem Verbrenner noch ein viel längeres Leben bescheren

Ganz so drastisch reagieren die wenigsten, wenn ich Ihnen von meiner Entscheidung erzähle. Aber auch diese Äußerung gab es schon. Die Reaktionen reichen von Neugier bis Unverständnis. Aber das macht ja erst mal nichts.

Wieso soll es ein Elektroauto sein

Nun, den Anstoß in meinem Fall gab (neben meinem Pedelec) ein Freund, der sich entschieden hat zu wechseln. Und der hatte bisher eigentlich immer relativ gut motorisierte, nicht zu kleine Premiumfahrzeuge.
Das brachte mich dann mal zum Nachdenken und recherchieren. Unter anderem deshalb hab ich auch den Blog ins Leben gerufen, um andere einfach mal zum Nachdenken anzuregen. Was der Einzelne dann daraus macht, ist ja seine eigene Entscheidung. Aber vielleicht schaff ich es, den Einen oder vielleicht sogar den Anderen auch noch, zu überzeugen. 😉

Also der Anfang im Kopf war gemacht. Je mehr Informationen ich hatte, umso interessanter wurde das Thema für mich. Nun bin ich relativ schnell von neuen Sachen zu begeistern. Also erst mal abwarten. Bis zur ersten Probefahrt.
Ja, da war es dann passiert. Die Entscheidung war unumstößlich. Ich halte sie auch nach wie vor für richtig.

Der Hyundai Ioniq wurde noch in der selben Woche bestellt und das Ende der Verbrenner Ära für mich, hoffentlich auf Immer, besiegelt.

Mit der erste Grund zu Wechseln war ursprünglich der Kostengedanke. Das erscheint mir zwar momentan eher nachrangig, damals war es mir sehr wichtig. Für die Anschaffung fällt erst mal eine höhere Summe an, eigentlich für mich der größte Betrag, den ich bisher für ein Auto ausgegeben habe.
Vergleicht man das allerdings mit einem ähnlich ausgestatteten Modell aus deutschen Landen, so relativiert sich der Preis wieder. Und wenn ich mich auf der Autobahn umsehe, welche Kaliber da überwiegend unterwegs sind…..da bin ich dann trotzdem eher am unteren Ende angesiedelt, was den Preis betrifft. Also so ganz unvernünftig finde ich es nicht, diese Summe auszugeben.
Allerdings, und das hat mich gereizt, die Betriebskosten sind dann doch erheblich niedriger als für meinen jetzigen Diesel. Das fängt dann auch wieder einen Teil des Kaufpreises auf. Man muss allerdings schon auch eine gewisse Kilometerleistung pro Jahr haben, um die ursprüngliche Mehrausgabe wieder aufzufangen.

Je mehr Fakten über die Elektromobilität im Vergleich zu den Verbrennern ich aufsaugte, desto bewusster wurde mir, welche Umweltverschmutzung hinter der Mobilität an sich steckt. Irgendwie verdrängt man das immer ein wenig was man da anrichtet. Das Elektroauto ist hier auch nicht das Allheilmittel. Aber doch deutlich sauberer, nachhaltiger und vor allem auch leiser. Gut, die Abrollgeräusche sind immer noch da. Wenn man sich jedoch mal an einer Hauptverkehrsader, zum Beispiel  an der Fußgängerampel, aufhält und bewusst hinhört… Wahnsinn. Welcher Lärm. Getoppt noch von manchen Sportwagen mit Klappenauspuff, die munter vor sich hin knallen. Ja sind wir denn eigentlich alle bescheuert? Vermutlich nicht. Aber irgendwie setzen wir scheinbar die Prioritäten falsch. Zumindest in meinen Augen.
C02, Stickoxide, Feinstaub. In aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Je höher die Zahl der Elektroautos, desto geringer die lokale Verschmutzung. Wir können mit Elektromobilität nicht die Welt retten, aber wir können einen kleinen Teil dazu beitragen. Und irgendjemand muss anfangen.

Bei der Probefahrt am beeindruckendsten sind unzweifelhaft die Fahrleistungen. Das Ding geht vom Stand weg ohne Schaltruck, ohne Vibrationen, ohne angestrengt zu wirken, ab. Und wie. Es macht Spaß. Und wenn man sich  dann noch ansieht, welche Verbrenner Motoren notwendig sind, um solche Leistungen abzugeben. Das macht das Ganze dann irgendwie sogar absurd. Gut, der Ioniq ist jetzt nicht der Sportwagen unter den E-Mobilen, aber im Sportmodus ist selbst der flott unterwegs. Ich denke, da brauch ich schon einen Turbo aufgeladenen 2 Liter Motor mit 200 PS um da mitzuhalten. Zumindest bis zur Autobahn Richtgeschwindigkeit…..
Ich hab neulich einen ganz interessanten Vergleich zum Leistungsgewicht gehört. Welchen Aufwand man beim Verbrenner betreiben muss, um diese Leistung bereitzustellen….

Ich bin überzeugt, mit meiner Entscheidung zum E-Auto richtig zu liegen. Jetzt noch den passenden Stromhändler dazu, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien anbietet, und ich denke, ich hab meinen CO2 Fußabdruck verringert. Es gibt anschließend immer noch genügend Stellschrauben, an denen ich drehen kann, um das noch weiter voranzutreiben.

In Deutschland übt man sich derzeit im Spiel Schwarzer Peter.
Der wird munter zwischen der Regierung und den Autoherstellern hin und her geschoben. Jeder will die Elektromobilität voran bringen, das dauert zu lange und man schiebt die Schuld auf den jeweiligen anderen.
Zumindest gibt man aber nebenbei so halbwegs eigene Versäumnisse zu.

Positive Perspektive für das Auto fehlt

VW Chef Herbert Diess sagte der Bild am Sonntag, “Leider kann sich momentan kaum jemand in der deutschen Parteienlandschaft eine positive Perspektive für das Auto vorstellen”. In der Bundesrepublik fehle es an einer echten Agenda Auto.

Diess bemängelte weiterhin, dass es in Deutschland an der nötigen Infrastruktur für Elektroautos fehle.
Man könnte aber auch sagen, das von BMW, VW, Mercedes und Ford gerade im Aufbau befindende Ionnity Ladenetz macht zu langsame Fortschritte. Man nehme sich ein Beispiel an Tesla. Dort gibt es ein funktionierendes Super Charger Netz. Eigenfinanziert von Tesla. Ohne Schützenhilfe aus der deutschen Politik.
Man muss also nicht zwingend mit den Finger auf andere Schuldige zeigen.

Eine direkte Antwort auf den Vorwurf von Diess hat nun Bundesverkehrsminister Scheuer gegeben.

Wer die Politik auffordert eine Agenda für die Zukunft des Automobils zu entwickeln, muss erst einmal selbst zeigen was er drauf hat. Wer nur von der Herausforderungen der Zukunft redet, aber nicht die Produkte der Zukunft schnell in die Läden bringt, läuft Gefahr den Weltmeistertitel im Autobau zu verlieren. Es gehe nicht darum auf Autoshows immer wieder neue auf Hochglanz polierte Modellwagen unter dem Tuch hervorzuzaubern, sondern darum diese auch auf die Straße zu bringen.

Die Antwort von Diess lässt sicher auch nicht lange auf sich warten.

Fehlende Attraktivität deutscher Elektroautos

Wirtschaftsminister Altmaier hat vor kurzem die deutschen Hersteller gerügt, dass sie wenig attraktive Elektroautos bauen.
Mit Blick auf die amerikanische und asiatische Konkurrenz muss man ihm Recht geben.
Das Design und die Konzeption deutscher Elektroauto Modelle hat Nachholbedarf.
Ebenso Nachholbedarf bestehe beim Thema autonomes Fahren. Volkswagen Chef Diess gab an das er entschlossen ist, diesen Rückstand bei der Entwicklung aufzuholen. Er verwies jedoch darauf, dass viel von der staatlichen Regulierung abhänge.
Da ist er wieder, der schwarze Peter.

Es wird geredet und geredet. Während im Riesen Automarkt China gerade der Zug abfährt. Und ich bezweifle ob unsere deutschen Hersteller da noch aufspringen können, wenn sie nicht schnell in die Gänge kommen.