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Oft hört man als Argument gegen Elektrofahrzeuge mit Batteriespeicher  (BEV), dass die Zukunft dem Wasserstoff gehört. Ist das wirklich so?

Stand heute

In Deutschland gibt es aktuell an die 50 Wasserstofftankstellen. Ein Ausbau des Netzes wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Technisch ist so eine Tankstelle aufgrund des hohen notwendigen Drucks bei der Speicherung nicht so einfach zu realisieren und daher auch sehr kostspielig.
Mit Kosten von mehr 1 Million Euro muss gerechnet werden.
Das Netz an Ladesäulen ist dagegen deutlich besser ausgebaut (Stand Nov. 18 ca. 9.500 Ladepunkte) und wird aktuell in hohem Tempo erweitert. Die Technik dafür ist vorhanden und mehr oder weniger ausgereift.

Die Herstellung von Wasserstoff aus Elektrolyse ist sehr energieintensiv. Eine Industrie zur Wasserstofffertigung für den Treibstoffsektor gibt es in größerem Stil in Deutschland noch nicht. Das Argument, dass der Wasserstoff aus überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird greift nicht. Um die Fertigung einigermaßen kostendeckend zu betreiben muss die Produktion mindestens 4.000 Betriebsstunden im Jahr schaffen. So viele Überschuss Zeiten  haben wir aber bei weitem nicht.

Energiebilanz

Bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse und anschließender Umwandlung von Wasserstoff in Strom zum Antrieb des Elektromotors im Auto verbleiben von ursprünglich eingesetzten 100 kWh nur noch etwa 30 kWh. Also ganz ähnlich wie ein Verbrenner der nur ein Drittel der Energie aus seinem Treibstoff in Vortrieb umwandelt. Wohlwollend gerechnet hätte ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug einen Verbrauch von etwa 60 kWh auf 100 km.
Ein BEV liegt etwa bei 15kWh.

Um Wasserstoff zu verflüssigen, um ihn dementsprechend mit geringem Volumen zu transportieren, ist viel Energie zum Kühlen erforderlich. Der Kraftstoff um den Tankzug zu den Tankstellen zu schicken kommt ebenfalls noch dazu. Weiterer Energieeinsatz nötig.

Wasserstoff ist ein sehr flüchtiger Stoff. Was eine Lagerung in den Kraftstofftanks der Fahrzeuge erschwert.

Eine Fahrt über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich noch schwierig, da im angrenzenden Ausland kaum Wasserstofftankstellen vorhanden sind; noch weniger als in Deutschland. Eine Reichweite von etwa 500 Kilometern hilft da nur bedingt weiter.

Aber es gibt auch Vorteile

Der Rohstoff um Wasserstoff zu erzeugen, also Wasser, ist beinahe unbegrenzt vorhanden. Bei der Verbrennung entsteht wieder nur Wasserdampf. Also hoch umweltfreundlich.
Die Betankung dauert nur einen Bruchteil so lang wie ein Ladevorgang beim BEV.

Die Forschung schreitet auch sicher mit großen Schritten voran. Ob das BEV der Weisheit letzter Schluss ist mag man bezweifeln. Aber Stand heute ist es auf jeden Fall eine deutlich ausgereiftere alltagstaugliche Technik die jedermann (abgesehen von den hohen Lieferzeiten durch starke Nachfrage) sofort einsetzen kann.

Meiner Meinung nach wird es noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern bis ein Wasserstoff Fahrzeug eine Alternative zum jetzigen Elektroauto sein wird.

Aber die Zeit bis dahin kann nicht mit weiteren Verbrenner Neuzulassungen überbrückt werden.

Wasserstoff als Speicherlösung für den Überschuss Strom kann vorübergehend vielleicht eine Lösung sein.
Wobei es sicher sinnvoller ist auf intelligente Stromnetze zu setzen, aber das ist ein anderes Thema….

Die Zeit ist reif für Elektromobilität und irgendwann in Zukunft dann vielleicht auch mit Wasserstoff als Treibstoff

Kalenderbild

Vor den Genuss des Elektroautofahrens haben die Hersteller, beinahe übergreifend, die Lieferzeiten vorgeschaltet.

Es ist quasi bei keinem Modell möglich, dieses ab Hof des Händlers zu kaufen. Für den von mir gewählten Hyundai Ioniq warte ich beispielsweise +- 1 Jahr. Da fühlt man sich doch in längst vergangen geglaubte Zeiten zurück versetzt. Immerhin hatte mein Händler aber ein Fahrzeug zur Probefahrt zur Verfügung. Eine Lieferzeit konnte er mir aber bei Bestellung nur sehr vage formulieren, wohl aber etwa ein Jahr. Was sich auch in etwa mit den Aussagen im goingelectric Forum deckt.

Aktuell, Stand November 2018 scheint es so, als ob sich die Lieferzeiten eventuell ein wenig verkürzen würden. Es gibt ein Facelift beim Ioniq im ersten Quartal 2019, so sollten da zumindest alle bis jetzt bestellten Wagen produziert sein. Bis sie dann den Weg nach Europa und insbesondere Deutschland finden, wird sicher auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der kürzlich erschienene und inzwischen in Auslieferung befindliche Hyundai Kona glänzt mit noch höheren Lieferzeiten. Aber was nimmt man als zukünftiger E-Mobilist nicht alles auf sich. Es gibt aber kaum sofort verfügbare Alternativen.

Hyundai Kona Heckleuchte

Kona Heckleuchte

Warum diese ewig langen Lieferzeiten….

Offensichtlich gibt es hier eine große Diskrepanz von Produktionskapazitäten und Nachfrage nach Elektroautos. Dies hat vielerlei Gründe.

  • Unterschätzte Absatzmöglichkeiten
  • Begrenzte Produktionskapazitäten
  • Engpässe bei der Batteriefertigung
  • wenig Interesse der Autokonzerne  an einer Umstellung auf E-Mobilität (Tesla eindeutig ausgenommen)
  • und noch einiges mehr, von dem wir Endverbraucher aber sicher nur einen Kleinen Teil erfahren.

Immer wieder hört man von Herstellerseite man habe die Nachfrage nach Elektroautos unterschätzt. Richtig, aber auch nur die halbe Wahrheit. Wie groß kann das Interesse sein die Flotte auf E-Antrieb umzustellen? Man gräbt sich dadurch ja einen Großteil vom Folgeumsatz ab. Kaum mehr Wartungsaufwand, wenig Verschleiss, wenig bewegliche Teile im Motor die defektanfällig wären.

Wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Volkswagenkonzern in 2017 ca. 311.000 VW Golf produziert hat, und davon nur ca. 3.000 E-Golfs auf die Straße kamen, dann lässt einen das doch den Kopf schütteln. War da nicht mal der Plan mit 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020??? Und auch VW könnte deutlich mehr E-Golf absetzen, falls den welche verfügbar wären. Schon mal beim VW-Händler des Vertrauens nach einer Probefahrt im E-Golf angefragt?

Nachfrage steigt zunehmend

Offensichtlich schwenkt der gemeine Autofahrer aber so ganz, ganz langsam um und WILL elektrisch fahren. Zwar immer noch verschwindend wenig, aber doch schon in einer Zahl, dass man sich um verfügbare Fahrzeuge beinahe streitet. Und die anhaltenden Steigerungen bei den Zulassungszahlen von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen spricht eine eigene Sprache. Es wären noch deutlich mehr, wenn Fahrzeuge verfügbar wären. Viele potentielle Kunden schreckt man mit solchen Lieferzeiten auch ganz einfach ab.

Zeit für die Hersteller zu reagieren!

Die Frage ist nur: Wollen sie nicht oder können sie nicht…..

Update 10. Dezember 2018

Mein Mitte September bestellter Ioniq befindet sich scheinbar im Zulauf. Vermutlich trifft er noch vor dem Jahreswechsel beim Händler ein.
Diese Nachricht kam für mich völlig überraschend, über die Gründe, warum es jetzt so schnell ging, kann ich noch nichts sagen. Ich werde berichten

E-Bike an Windkraftanlage

Bis vor einigen Wochen, na gut, einigen Monaten war die automobile Welt für mich noch in Ordnung, so wie sie war.
Mein bisheriges Fahrzeug, ein Opel Insignia CDTI Diesel mit 170 PS verrichtete (und tut das auch heute noch) klaglos seinen Dienst. Dieselaffäre hin oder her. Der Hersteller hat zwar schon einige Male darauf hingewiesen das durch eine “freiwillige Produktverbesserungsmaßnahme” das Auto noch viel umweltfreundlicher laufen würde, aber dazu an anderer Stelle mehr…
Jetzt heißt es Verbrenner ade.

E-Bike als Ideengeber

Die Idee den Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzten kam mir, oh Wunder, beim Fahrradfahren, genau genommen beim E-Bike fahren. Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich mein Biobike gegen ein E-Bike getauscht um die 27 km einfache Pendelstrecke öfter einmal mit dem Fahrrad zurück zu legen. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die Megabaustelle auf der A3 mit befürchtetem Verkehrschaos.

Die Erfahrung wieviel Energie inzwischen in einem relativ kleinen Akku steckt hat mich doch beeindruckt.

E- also auch im Auto

Man sollte einmal so ein E-Auto Probefahren. Kann ich nur jedem raten der sich mit dem Gedanken trägt (eigentlich auch wenn er sich nicht mit dem Gedanken trägt) seine Verbrenner-Karriere zu beenden. Einen Hyundai Ioniq, ein Wochenende Probe gefahren, herzlichen Dank an das Autohaus Breu in Straubing, und der Wagen wurde bestellt.

Ich war vollauf begeistert. Hatte ich mich doch im Vorfeld schon lange und ausgiebig informiert, aber das Fahrerlebnis hat mich letztendlich überzeugt. Die Zukunft, für mich, ist elektrisch. Davon handelt im wesentlichen dieser Blog.

Ich freue mich über Kommentare, positiv wie negativ, und hoffe ich schreibe nicht nur für mich…